Heute, am 25.09.2026, liegt der Rückrufhammer bei Volkswagen, Audi und Seat: Rund eine Million Fahrzeuge müssen in Deutschland wegen möglicher Lenkungsprobleme in die Werkstätten. Weltweit sind mehr als 2,1 Millionen Fahrzeuge der betroffenen VW-Modelle erfasst, dazu knapp 700.000 Audi Q3 und 66.224 Seat-Fahrzeuge.

Der Grund ist sicherheitsrelevant. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) kann bei bestimmten Fahrzeugen eine Schraube der Lenkung abreißen – dann könnte die Lenkung ausfallen. Bei der Reparatur soll die vorhandene Verschraubung durch eine korrosionsbeständigere Schraube ersetzt werden.

Welche Fahrzeuge betroffen sind

Bei Volkswagen geht es um Tiguan, Touran, Golf Variant, Caddy und Golf aus dem Produktionszeitraum vom 24. September 2013 bis 1. Juli 2024. Weltweit sind davon mehr als 2,1 Millionen Fahrzeuge betroffen, in Deutschland fast 900.000. Die KBA-Referenznummer lautet 17016R.

Beim Audi Q3 reicht der Bauzeitraum vom 31. Oktober 2017 bis 23. Mai 2024. Weltweit sind knapp 700.000 Fahrzeuge betroffen, in Deutschland 58.555. Hier führt das KBA die Referenznummer 17014R.

Auch Seat ist dabei: Ateca und Tarraco aus der Zeit von April 2016 bis September 2024. Weltweit wurden 66.224 Fahrzeuge erfasst, in Deutschland 43.574. Die KBA-Referenznummer lautet 17017R.

Wer einen Brief erwartet und keinen bekommt, sollte sich an den Hersteller oder Deutschland-Importeur wenden. Ob das eigene Fahrzeug betroffen ist, lässt sich außerdem beim Hersteller, beim Importeur oder über die Rückrufdatenbank des KBA prüfen. Bei Zweifeln an der Verkehrssicherheit und fehlenden Nutzungshinweisen im Schreiben gilt: Vor der nächsten Fahrt Hersteller oder autorisierte Werkstatt kontaktieren.

Ministerwechsel, Brücken und Stuttgart

Steffen Bilger ist neuer Bundesverkehrsminister. Der 47-jährige CDU-Politiker aus Baden-Württemberg war zuvor langjährig in der Verkehrspolitik tätig. Er folgte auf Patrick Schnieder, der vom Bundeskanzler entlassen wurde.

In einem Interview spricht Bilger über Geschwindigkeitsbegrenzungen und Raserei auf Autobahnen, die Konkurrenz der italienischen Bahn, die unterirdische Milliardenbaustelle in Stuttgart und die Frage, ob deutsche Brücken für Militärfahrzeuge belastbar sind. Zwischen Bahnbau und Verkehrspolitik liegen manchmal nur ein paar Meter – und ziemlich viele offene Baustellen.

Währenddessen beginnt am Abend in Stuttgart der Cannstatter Wasen, Deutschlands zweitgrößtes Volksfest. Fahrgeschäfte, Blasmusik und der Geruch von gebrannten Mandeln dürften dort für andere Geräusche sorgen als die Baustellen rund um den Bahnbau.

Nachrichten aus Berlin, Washington und Rom

Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping besuchte das Weiße Haus und traf Donald Trump. Trump zeigte Xi unter anderem den neu eingeweihten Hubschrauberlandeplatz und die Baustelle am Ostflügel für einen geplanten Ballsaal. In einem veröffentlichten Video führte Trump Xi außerdem durch die Präsidentengalerie.

Dabei verwies Trump auf ein Porträt Joe Bidens, das angeblich durch ein Bild eines Autopen ersetzt worden sei. Xi reagierte mit sichtbarem Lachen.

Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow fordert seinen Parteikollegen Ferat Koçak auf, eine mögliche Nähe zum Rammo-Clan aufzuklären. Koçak hat sich vorübergehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Deutsche DAX-Konzerne bauen laut einer EY-Studie im Vergleich mit mehreren europäischen Nachbarn besonders viele Stellen ab. Weltweit sollen rund 46.000 Arbeitsplätze gestrichen werden.

Italien beschloss ein Verbot von Verschleierungen an Schulen. Außerdem gilt künftig eine Obergrenze von 30 Prozent für Schüler mit unzureichenden Italienischkenntnissen pro Klasse; Sprachunterricht soll auch Eltern mit Sprachproblemen offenstehen.

Der Bundestag beschloss im Eilverfahren eine Steuersenkung auf Kraftstoffe. Die Regierung verspricht dadurch eine neue Entlastung an den Tankstellen. Eine weitere Hürde steht allerdings noch aus.

Preis, Protest und neue Satire

Springer-Chef Mathias Döpfner verlieh dem Techunternehmer Peter Thiel in Berlin einen Demokratiepreis. Thiel ist Unterstützer Donald Trumps und Mitgründer von Palantir. Vor dem Veranstaltungsort kritisierten Demonstranten die Preisverleihung.

Palantir-Chef Alex Karp bezeichnete Thiel in seiner Laudatio als „den letzten Deutschen“.

Für Fernsehzuschauer gibt es ab Oktober eine neue Satiresendung im ZDF: Der Comedian Florian Schröder übernimmt ein neues Format. Der Sender kündigt nach dem angekündigten Ende von Jan Böhmermanns Format eine neue „Satirefarbe“ an. Schröder beschreibt seine Sendung als liberaler und weniger von politischen Scheuklappen geprägt.

Was das KBA bei Rückrufen tut

Das Kraftfahrt-Bundesamt erhält Hinweise auf Risiken und Vorschriftenabweichungen durch eigene Produktprüfungen, Meldungen von Herstellern, Hinweise aus der Öffentlichkeit sowie von anderen Behörden, Versicherungen und Medien. Hersteller von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen müssen das KBA über erkannte Mängel informieren.

Stellt das KBA eine ernste Gefahr oder eine Nichtkonformität fest, fordert es den verantwortlichen Wirtschaftsakteur zu verhältnismäßigen Abhilfemaßnahmen auf. Die Informationen werden über Safety Gate und das Informations- und Kommunikationssystem der Marktüberwachung, kurz ICSMS, an die Öffentlichkeit und an EU-Behörden weitergegeben.

Ein Rückruf beginnt mit der Untersuchung. Das KBA prüft Mängel aufgrund von Hersteller-Meldungen oder eigener Untersuchungsergebnisse. Wird ein Mangel als kritisch für Umwelt oder Sicherheit bewertet und bestätigt sich der Verdacht, kann das KBA den Hersteller zum Rückruf betroffener Produktreihen verpflichten.

Produktmängel können unterschiedliche Gefahren oder Verstöße gegen gesetzliche Anforderungen verursachen. Bei ernsten Risiken oder Vorschriftenabweichungen gilt ein Rückruf meist als wirksamstes Schutzmittel. Für solche Aktionen müssen Fahrzeughersteller die Halteranschriften aus dem Zentralen Fahrzeugregister, dem ZFZR, verwenden.

Die Halter müssen betroffene Fahrzeuge in einer Fachwerkstatt reparieren lassen. Das KBA überwacht die Rückrufaktionen. Wer nicht teilnimmt, wird in Nachfassaktionen erneut aufgefordert, den Mangel beheben zu lassen. Bleibt ein Rückruf trotz mehrfacher Aufforderung aus, informiert das KBA die zuständige Zulassungsbehörde. Sie kann den Betrieb untersagen und das Fahrzeug aus dem Verkehr ziehen.

Ein Risiko setzt sich aus der Eintrittswahrscheinlichkeit einer Gefahr und der möglichen Schadensschwere zusammen. Als „ernst“ gilt es, wenn die Marktüberwachung rasch eingreifen muss, auch ohne unmittelbare Auswirkungen. Berücksichtigt werden Art und Eintrittswahrscheinlichkeit der Gefahr. Hinweise auf ein wahrscheinlich ernstes Risiko sind die Nichteinhaltung gesetzlicher Sicherheits- und Gesundheitsanforderungen, eine Gefährdung bei bestimmungsgemäßer oder vorhersehbarer falscher Verwendung, ein plötzliches und unvorhersehbares Auftreten sowie die fehlende Möglichkeit, der Gefahr auszuweichen.

Vermutete Mängel oder Vorschriftenabweichungen können über den digitalen Mangelmelder des KBA gemeldet werden. Hersteller, Importeure und Händler müssen bei ernsten Gefahren die Marktüberwachungs- und Typgenehmigungsbehörden informieren; bei Nichtkonformität ist die Typgenehmigungsbehörde zu informieren. Für Pkw und ihre Teile ergibt sich diese Herstellerpflicht unter anderem aus der Verordnung (EU) 2018/858.

Ergibt eine Prüfung eine ernste Gefahr oder einen Verstoß gegen das Harmonisierungsrecht, fordert das KBA Abhilfemaßnahmen. Werden sie nicht umgesetzt, kann die Behörde Rückrufe, Marktbeschränkungen oder öffentliche Warnungen anordnen. Einen Rückruf darf das KBA auch dann anordnen, wenn der verantwortliche Wirtschaftsakteur die Gefahr oder Abweichung nicht ausreichend schnell und wirksam selbst beseitigt.

Zubehör- und Fahrzeugteilehersteller erhalten grundsätzlich keine Halteranschriften aus dem ZFZR. Sie müssen sich an den betroffenen Fahrzeughersteller wenden, damit dieser den Rückruf durchführt. In besonderen Fällen kann das KBA die Anschriften selbst ermitteln und Halter anschreiben. Aus Datenschutzgründen dürfen Halteranschriften nur Fahrzeugherstellern und Inhabern von Betriebserlaubnissen mitgeteilt werden, wenn ein erheblicher Mangel für Verkehrssicherheit oder Umwelt vorliegt.