Am Montag, 28. September 2026, beginnt im Frankfurter Hauptbahnhof die erste Bauphase für einen neuen Bodenbelag im Post- beziehungsweise Personentunnel. Die Deutsche Bahn will die Arbeiten voraussichtlich bis Ende 2026 abschließen. Für Reisende heißt das: Der Tunnel wird abschnittsweise gesperrt.

Zunächst sind über den Tunnel nur die Gleise 2 bis 11 erreichbar. Wer zu den übrigen Gleisen muss, nimmt den Querbahnsteig. Der bleibt von den Bauarbeiten verschont – ein kleiner, aber im hektischen Bahnhofsbetrieb durchaus wichtiger Unterschied.

Neue Gleisbrücke unter den Gleisen 15 und 16

Der Bodenbelag ist nicht das einzige Bauprojekt im Untergrund. Zuvor hatte die Bahn die Gleisbrücken im Bereich des Tunnels saniert. Unter den Gleisen 15 und 16 entstand eine neue Stahlkonstruktion. Die alte gemauerte Brücke wird zurückgebaut. Als Gleisbrücke wird das Bauwerk bezeichnet, weil sich darüber Bahnsteige und Gleise befinden.

DB InfraGO erneuerte die Gleisbrücke über dem Post- und Personentunnel. Betroffen waren die Gleise und Bahnsteige 15 und 16. Für Zugverkehr und Reisende waren sie vom 27. Februar bis 10. Juli 2026 gesperrt. Die alte gemauerte Brückenkonstruktion wurde abgebaut und durch eine WIB-Konstruktion ersetzt – „Walzträger in Beton“.

Unter den Gleisen 15 und 16 wurden außerdem die alten Widerlager zurückgebaut. Schritt für Schritt entstehen dort neue Widerlager, die später die Grundlage für eine stabile Gleisbrücke am Frankfurter Hauptbahnhof bilden. Alles passiert auf engem Raum, während die benachbarten Gleise und Bahnsteige weiterlaufen. Viel Platz bleibt da nicht, und der Bahnhof macht währenddessen natürlich keine Pause.

Bau neben dem laufenden Bahnbetrieb

Die gesperrten Bereiche wurden mit Bauzäunen von den weiterhin genutzten Bahnsteigen 14 und 17 getrennt. Banner informieren vor Ort über die Baumaßnahme und die geänderte Wegeführung. Ausschließlich die direkt betroffenen Bahnsteige und Gleise 15 und 16 waren für Zugverkehr und Reisende gesperrt; die benachbarten Bereiche blieben in Betrieb.

Erste vorbereitende Bauarbeiten begannen bereits Mitte 2025. Die Planungsphase lief von Sommer 2022 bis Ende 2025. Die Hauptbauarbeiten fanden während der Hauptsperrpause von Frühjahr bis Herbst 2026 statt. In dieser Zeit wurde der wesentliche Teil der Brückenerneuerung umgesetzt, damit die Beeinträchtigungen für Reisende und Bahnverkehr möglichst begrenzt blieben.

Bevor es praktisch losging, wurden die Bauabläufe realitätsnah simuliert. Dafür nutzte die Bahn die BIM-Methodik, also „Building Information Modeling“. Das Bauwerk wurde virtuell abgebildet, Planungsschritte wurden koordiniert, Arbeitsschritte abgestimmt, Bauabläufe durchgespielt und mögliche Schnittstellen frühzeitig erkannt. Klingt trocken, hilft aber, wenn auf engstem Raum jeder Handgriff sitzen muss.

Fortsetzung der Modernisierung

Die Erneuerung an den Gleisen 15 und 16 setzt eine Modernisierung fort, die im Frankfurter Hauptbahnhof schon früher begonnen hatte. Bereits 2022 wurden die Bahnsteig- und Gleisbrücken an den Gleisen 12 und 13 während des laufenden Betriebs erneuert.

Die Arbeiten sollen die langfristige Sicherheit, Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit der Infrastruktur sichern. Während im Tunnel nun der neue Bodenbelag ansteht und sich die Wege zeitweise verschieben, bleiben oben die Züge in Bewegung – mit den üblichen Bahnhofsdurchsagen, rollenden Koffern und diesem kurzen Moment, in dem man vor dem falschen Ausgang steht.