Glyphosat-Rückkehr bei der Deutschen Bahn: Ein umstrittener Schritt in die Zukunft der Vegetationskontrolle
Heute ist der 20.10.2026. Ein spannendes Thema, das uns alle betrifft, steht auf der Agenda: die geplante Wiederaufnahme des Glyphosat-Einsatzes durch die Deutsche Bahn. Nach dem endgültigen Ausstieg im Jahr 2023, als man die Nutzung des umstrittenen Herbizids aufgrund von Gesundheits- und Umweltbedenken eingestellt hatte, gibt es nun Bestrebungen, die chemische Vegetationskontrolle wieder aufleben zu lassen.
Die Tochtergesellschaft DB InfraGo hat beim Eisenbahnbundesamt bereits Ausnahmegenehmigungen beantragt. Der Grund für diesen Schritt? Die bisher verwendete Pelargonsäure hat sich als nicht ausreichend erwiesen, um Gleise, Weichen und Signale vor wildem Pflanzenbewuchs zu schützen. Und das kann, wie wir wissen, zu ernsthaften Sicherheitsproblemen führen. Starke Vegetation beeinträchtigt nicht nur die Sicht auf Signale, sondern kann auch die Rettungswege einschränken. Das ist ein Punkt, der für die Bahn nicht ohne Bedeutung ist, schließlich ist sie gesetzlich dazu verpflichtet, einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.
Glyphosat: Ein zweischneidiges Schwert
Glyphosat ist ein Totalherbizid, das unter anderem unter dem Handelsnamen Roundup von Bayer vertrieben wird. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat es als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ eingestuft. Trotzdem hat Bayer, das den Glyphosat-Hersteller Monsanto 2018 übernahm, diese Anschuldigungen vehement zurückgewiesen. Es ist ein heiß diskutiertes Thema, das die Gemüter erhitzt. Viele sprechen von einem „fatalen“ Schritt, wenn Glyphosat wieder zum Einsatz kommen sollte, wie die Vertreterin des BUND, Daniela Wannemacher, betont. Sie sieht eine Gefahr für die Biodiversität und fordert strenge Auflagen, falls es tatsächlich zu einer Genehmigung kommt.
Die Alternativen wie Pelargonsäure oder mechanische Unkrautentfernung erfordern viel Personal und führen zu Streckensperrungen, was die Instandhaltung der Gleise zusätzlich erschwert. Und das nicht nur in Deutschland; auch in der Schweiz, den Niederlanden und Polen wird Glyphosat zur Vegetationskontrolle eingesetzt. Ein Blick über die Grenzen zeigt, dass die Herausforderungen überall ähnlich sind.
Ein Blick in die Zukunft
Die Deutsche Bahn hatte ihre Ausgaben für Vegetationskontrolle 2025 auf etwa 60 Millionen Euro hochgeschraubt – ein drastischer Anstieg im Vergleich zu den 9 Millionen Euro im Jahr 2020, als Glyphosat noch zur Anwendung kam. Und was passiert, wenn Glyphosat ab 2027 wieder als Teil einer integrierten Vegetationsstrategie eingesetzt wird? Das Eisenbahn-Bundesamt hat bereits 2025 zunehmenden Bewuchs beanstandet, was die Bahn dazu zwingt, aktiv zu werden. Aber wie nachhaltig ist dieser Schritt wirklich?
Das Deutsche Zentrum für Schienenverkehrsforschung hat sich bereits mit der Entwicklung von chemiefreien Verfahren auseinandergesetzt. In einem Forschungsprojekt, das 2020 startete und 2024 abgeschlossen wurde, wurden neue Ansätze zur Vegetationskontrolle auf Gleisanlagen erprobt. Die Ergebnisse könnten wertvolle Hinweise für zukünftige Strategien liefern. Das Ziel ist klar: Eine nachhaltige und umweltfreundliche Kontrolle der Vegetation ohne Glyphosat. Denn die Zeit drängt – Alternativen sind gefragt!
Ob die Bahn letztlich auf Glyphosat zurückgreift oder alternative Methoden gefunden werden, bleibt abzuwarten. Eines ist sicher: Die Diskussion um Glyphosat wird noch lange nicht enden, und es bleibt spannend, wie sich die Dinge entwickeln werden. Die Weichen sind gestellt, und der Zug fährt in die Zukunft – die Frage ist nur, auf welchem Gleis.
