Heute ist der 20.10.2026 und das Thema der festen Fehmarnbeltquerung ist in aller Munde. Aktuell berät das Dialogforum über die Verbindung zwischen der bestehenden Bäderbahn entlang der Lübecker Bucht und der geplanten neuen Bahntrasse zur Fehmarnbeltquerung. Die Landesregierung hat im Juli den Weiterbetrieb und die Elektrifizierung der Bäderbahn zugesichert, was für die Region von großer Bedeutung ist. Die Sitzung, die am Donnerstag, den 29. Oktober, ab 16:30 Uhr in Oldenburg im Kreis Ostholstein stattfindet, wird sogar live im Internet übertragen. Eine großartige Möglichkeit, um dabei zu sein, auch wenn man nicht vor Ort sein kann!

Es sind einige wichtige Fragen aufgetaucht, die dringend geklärt werden müssen. Dazu gehören mögliche Umsteigepunkte zwischen der Bäderbahn und der Neubautrasse sowie der vielleicht erforderliche Bedarf an zusätzlichen Gleisen. Christoph Jessen, der Sprecher des Dialogforums, bezeichnete die anstehenden Aufgaben als „gewaltige Herausforderungen“. Das klingt nach einer Menge Arbeit, aber auch nach einer Chance, die Verkehrsanbindung in der Region zu verbessern.

Die Pläne für die Bäderbahn

Das Land Schleswig-Holstein plant, die Bäderbahn zwischen Ratekau und Neustadt in Holstein auch nach der Inbetriebnahme der neuen Schienenanbindung zur Festen Fehmarnbeltquerung weiterzubetreiben und zu elektrifizieren. Die neuen Planungen wurden im August im Projektbeirat zur festen Fehmarnbeltquerung vorgestellt. Vorgesehen ist, dass die Bäderbahn ab Ratekau getrennt von der Neubaustrecke weitergeführt wird. Ein neuer Bahnhof soll in Haffkrug an der Neubaustrecke entstehen, während Neustadt in Holstein weiterhin über die Bäderbahn angebunden bleibt. Das klingt nach einer soliden Lösung, um die Mobilität in der Region zu gewährleisten.

Der Kreis Ostholstein zeigt sich optimistisch und hält gemeinsam mit den betroffenen Kommunen an Forderungen für eine leistungsfähige Schienenverbindung fest. Landrat Timo Gaarz hat betont, dass der geplante Weiterbetrieb und die Elektrifizierung die Ausgangslage deutlich verändert haben. Doch einige Punkte müssen noch geklärt werden, insbesondere die nächsten Schritte zur Umsetzung und die Finanzierung der Infrastruktur. Es gibt viel zu tun, und die Region möchte sicherstellen, dass ihre Interessen berücksichtigt werden.

Chancen und Herausforderungen

Ein zentraler Punkt der Diskussion ist die Verlagerung des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) auf die Neubaustrecke entlang der A1. Während einige Vorteile wie eine stärkere Auslastung der neuen Infrastruktur und niedrigere Betriebskosten angeführt werden, gibt es auch Bedenken. Modellrechnungen zeigen, dass eine solche Verlagerung zu erheblichen Fahrgastverlusten führen könnte. Weniger Fahrgäste bedeuten weniger Einnahmen aus Fahrgeldern, was wiederum den Zuschussbedarf aus öffentlichen Mitteln erhöhen könnte. Das könnte die wirtschaftliche Situation für die Betreiber wie DB Regio und DB InfraGO insgesamt verschärfen.

Die Region hat bereits frühzeitig Vorschläge für die künftige Ausgestaltung erarbeitet und im August mit dem Land und DB InfraGO beraten. Gute Umsteigemöglichkeiten zwischen der Bäderbahn und der Neubautrasse sind ein zentrales Anliegen. Die Maßnahmen sollen nicht nur beide Strecken verknüpfen, sondern auch ein attraktives Nahverkehrsangebot entlang der Ostseeküste schaffen. Wer möchte schließlich nicht unkompliziert zwischen den Küstenorten und Lübeck hin und her reisen können?

Die Finanzierung der erforderlichen Baumaßnahmen bleibt jedoch eine große Herausforderung. Gespräche mit dem Bund über Mittel nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz sind nötig. Eine gemeinsame Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern des Landes, der NAH.SH, der DB InfraGO, des Kreises und der betroffenen Kommunen, wurde eingerichtet, um die weitere Planung konstruktiv zu begleiten.

Insgesamt steht die Region vor spannenden, aber auch herausfordernden Zeiten. Die Diskussion über die Bäderbahn und die neue Trasse zur Fehmarnbeltquerung hat das Potenzial, die Mobilität in der Region erheblich zu verbessern. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Pläne weiter entwickeln und welche Lösungen letztlich gefunden werden, um die Bäderbahn zukunftssicher zu machen.