Die ACS-Aktie ist am 1. Oktober 2026 bei Lang & Schwarz mit 91,50 Euro in den Handelstag gegangen. Gegenüber dem Vortagesschluss von 91,00 Euro am 30. September 2026 entspricht das einem Plus von 0,55 Prozent. Für den spanischen Bau- und Dienstleistungskonzern ist das ein eher ruhiger Börsenmoment – obwohl die Deutsche Bank ihr Kursziel spürbar nach unten korrigiert hat.

Deutsche Bank Research senkte die Zielmarke von 135,00 auf 129,00 Euro, hielt aber an der Kaufempfehlung („Buy“) fest. Das neue Kursziel liegt 4,44 Prozent unter dem bisherigen Ziel und rechnerisch 40,98 Prozent über dem aktuellen Lang-und-Schwarz-Kurs. Eine Begründung für die Senkung wurde in den vorliegenden Angaben nicht genannt. Bereits am Morgen des 28. September 2026 hatte die Aktie bei 93,80 Euro notiert; damals lag das neue Kursziel rechnerisch rund 38 Prozent darüber.

Starke Zahlen, voller Auftragsbestand

ACS, ausgeschrieben Actividades de Construcción y Servicios, S.A., kommt aus der Branche Industrie sowie Bau und Ingenieurwesen. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte das Unternehmen einen zurechenbaren Nettogewinn von 510 Millionen Euro – 13,30 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Für den ordentlichen Nettogewinn wird 2026 ein Wachstum von 30 bis 35 Prozent prognostiziert.

Auch die Vertragsauftragslage liefert ordentlich Material: Sie belief sich auf 105,86 Milliarden Euro und lag damit 21 Prozent über dem vergleichbaren Vorjahreswert. Bei der Tochtergesellschaft Turner kletterte die EBITDA-Marge um 64 Basispunkte auf 4,00 Prozent. Der nächste wichtige Termin steht am 12. November 2026 an. Dann plant ACS den Capital Markets Day zusammen mit der Veröffentlichung der Ergebnisse für die ersten neun Monate.

Die Aktie trägt die ISIN ES0167050915, gehört dem spanischen Index IBEX 35 an und ist an der BME unter dem Kürzel ACS gelistet. Die Marktkapitalisierung lag am 1. Oktober 2026 bei 24,3 Milliarden Euro. Zwischen 67,20 und 141,20 Euro bewegte sich der Titel in den vergangenen 52 Wochen – eine ziemlich breite Spanne, in der für Anleger schon einiges an Nervenkitzel steckt.

Ein Konzern mit langer Spur im Infrastrukturbau

Die Grupo ACS hat ihren Sitz in Madrid und zählt zu den größten Bauunternehmen Europas. 92 Prozent des Umsatzes entstehen außerhalb Spaniens, die wichtigsten Märkte sind die USA und Kanada. Langjähriger Präsident ist Florentino Pérez, der zugleich Präsident von Real Madrid ist. Zu den Hauptaktionären zählen beziehungsweise zählten neben ihm die Familie March, Alberto Alcocer und Alberto Cortina.

Die Geschichte begann 1983, als ein Ingenieurteam das finanziell angeschlagene Bauunternehmen Construcciones Padrós S.A. übernahm. 1993 folgten der Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung am Dienstleistungsunternehmen Cobra S.A. und die Fusion mit OCISA S.A. zu OCP Construcciones. ACS selbst entstand 1997 durch die Fusion von OCP Construcciones und Ginés Navarro Construcciones. Zwei Jahre später kam das Umweltunternehmen Onyx SCL hinzu, 2000 Beteiligungen an den Telekommunikationsunternehmen Xfera und Broadnet.

Anschließend übernahm ACS Dragados S.A., einen großen Baukonzern, der während des Zweiten Weltkriegs zur Ausbaggerung des Hafens von Tarifa gegründet worden war. Über Dragados sammelte ACS seit 2003 Erfahrungen in Wasserkraft und Bauingenieurwesen – Felder, die heute nach wie vor eng mit dem Konzern verbunden sind.

Hochtief, Großprojekte und eine komplizierte Aktionärslandkarte

Im März 2007 verkaufte August von Finck junior 25,08 Prozent seiner Hochtief-Anteile an ACS. Der Kaufpreis betrug 72 Euro je Aktie, insgesamt 1,264 Milliarden Euro. Bis September 2010 erhöhte ACS seinen Hochtief-Anteil auf 29,9 Prozent. Am 16. September 2010 kündigte das Unternehmen ein öffentliches Tauschangebot für die übrigen Hochtief-Aktien an: acht ACS-Aktien für fünf Hochtief-Aktien.

Die BaFin genehmigte die Übernahme von Hochtief durch ACS am 29. November 2010. Hochtief bezeichnete das Angebot als feindliche Übernahme. Am 4. Januar 2011 gab ACS bekannt, mehr als 30 Prozent der Hochtief-Aktien zu halten. Am 17. Juni 2011 teilte Hochtief mit, dass der Stimmrechtsanteil von ACS am Vortag die Schwelle von 50 Prozent überschritten hatte. Anschließend hielt ACS 50,41 Prozent an Hochtief. Atlantia S.p.A. war im November 2018 mit 23,86 Prozent an Hochtief beteiligt; im November 2023 besaß ACS 75,71 Prozent der Hochtief-Aktien und damit eine Dreiviertelmehrheit.

Auf der Projektliste stehen unter anderem der Alqueva-Stausee, fertiggestellt 2002, der Palau de les Arts Reina Sofía und der Torre Agbar, beide fertiggestellt 2005, sowie Torre de Cristal, Torre Espacio und Torre Repsol, allesamt fertiggestellt 2008. Dazu kamen die Schnellfahrstrecke Perpignan–Figueres, fertiggestellt 2009, der Portugues-Stausee in Ponce, Puerto Rico, fertiggestellt 2013, der 2008 begonnene Hafenausbau in Tazacorte und das Queensferry Crossing, fertiggestellt 2017.

Frühere Hauptgesellschafter waren Florentino Pérez, Corporación Financiera Alba sowie Alberto Cortina und Alberto Alcocer. In der im Artikel genannten Aktionärsstruktur kontrollieren CriteriaCaixa mit 10,65 Prozent und Florentino Pérez mit 14,79 Prozent zusammen 25,37 Prozent von ACS. BlackRock sowie Alberto Cortina und Alberto Alcocer hielten weiterhin jeweils etwa 5 Prozent der Anteile. Im spanischen Börsenindex IBEX 35 ist ACS laut dem genannten Stand vom 14. November 2024 vertreten – und heute, am 1. Oktober 2026, bleibt der Konzern dort unter dem Kürzel ACS präsent.