Gewerbestraße bei Wildenfels bis Weihnachten voll gesperrt: Neue Abbiegespuren fürs Gewerbegebiet Härtensdorf
Nach einer einwöchigen Pause werden die Bauarbeiten an den Staatsstraßen bei Wildenfels am Montag fortgesetzt. Die Fahrbahnerneuerung auf der Staatsstraße 283, der Lössnitzer Straße, ist abgeschlossen. Für Autofahrer ist das trotzdem noch nicht das Ende der Geduldsprobe.
Als Nächstes rückt die Staatsstraße 286, die Gewerbestraße, in den Fokus. Ausgebaut wird der Abschnitt zwischen der Lössnitzer Straße und dem Autohof beziehungsweise der Zufahrt zu einem Pferdesport-Fachgeschäft. Dort entstehen Abbiegestreifen, damit die Zufahrten zum Gewerbegebiet Härtensdorf besser erreichbar werden. Dafür ist eine Vollsperrung bis Weihnachten vorgesehen.
Vollsperrung auf der S283 ist Geschichte
Begonnen hatte die Erneuerung der S283 am 17. August. Betroffen war ein etwa 1,6 Kilometer langer Abschnitt westlich von Wildenfels in Richtung Autobahnanschlussstelle Zwickau-Ost an der A72. Er reichte von der Einmündung der S282, der Schönauer Straße, bis einschließlich zur Einmündung der S286, der Gewerbestraße.
Während dieser Arbeiten war die S283 vollständig gesperrt. Der Abschluss war voraussichtlich für Mitte September vorgesehen. Für den Umleitungsverkehr ging es großräumig über Reinsdorf und die S277 nach Vielau und Wilkau-Haßlau, weiter über die B93 durch Silberstraße und Wiesen sowie über die S282 durch Schönau zurück nach Wildenfels. In der Gegenrichtung galt dieselbe Umleitung entsprechend.
An der Kreuzung der S286 mit der S283 blieb das Abbiegen möglich. Der Verkehr wurde dort zeitweise halbseitig per Ampel an der Baustelle vorbeigeführt. Die Kosten der Baumaßnahme betragen voraussichtlich rund 733.000 Euro.
Neue Abbiegestreifen für das Gewerbegebiet
Mit dem Wechsel auf die Gewerbestraße verschiebt sich der Schwerpunkt nun auf die Erreichbarkeit des Gewerbegebiets Härtensdorf. Die neuen Abbiegestreifen sollen die Zufahrten zum Autohof und zu den angrenzenden Gewerbestandorten übersichtlicher machen. Bis Weihnachten heißt es für Verkehrsteilnehmer in diesem Bereich dennoch: Umweg einplanen, Nerven behalten.
Der Ausbau reiht sich in die laufende Arbeit an Sachsens Straßeninfrastruktur ein. Die sächsische Straßenbauverwaltung betreut derzeit rund 870 Brücken an Bundesstraßen im Auftrag des Bundes sowie rund 1.650 Brücken an Staatsstraßen. Auch wenn bei Wildenfels aktuell die Fahrbahn und die Einmündungen im Mittelpunkt stehen, gehört die regelmäßige Kontrolle der gesamten Verkehrsanlagen zum Alltag der Verwaltung.
Kontrolle nach festem Prüfplan
Die Brückenüberwachung durch das Landesamt für Straßenbau und Verkehr, kurz LASuV, erfolgt nach DIN 1076. Die Regelungen gelten für alle Ingenieurbauwerke – also nicht nur für Brücken, sondern ebenso für Tunnel, Stützbauwerke und Verkehrszeichenbrücken.
- Bei der Hauptprüfung werden alle sechs Jahre sämtliche Bauteile umfassend und handnah kontrolliert. Das übernehmen LASuV-Dienststellen oder beauftragte Ingenieurbüros.
- Drei Jahre nach der Hauptprüfung folgt üblicherweise ohne Besichtigungsgeräte die einfache Prüfung.
- Eine jährliche Besichtigung durch die Straßenmeisterei soll die Verkehrssicherheit sicherstellen.
- Im Rahmen der Streckenkontrolle gibt es eine laufende Beobachtung; zusätzlich wird zweimal jährlich auf offensichtliche Mängel und Schäden geachtet.
- Nach besonderen Ereignissen wie Hochwasser oder einem Fahrzeuganprall kann eine Sonderprüfung notwendig werden.
Bewertet werden die Bauwerksprüfungen bundesweit einheitlich nach einer Richtlinie zur Erfassung, Bewertung, Aufzeichnung und Auswertung gemäß DIN 1076. Die Zustandsnoten reichen von 1,0 bis 4,0: 1,0 bis 1,4 steht für einen sehr guten Zustand, 1,5 bis 1,9 für einen guten, 2,0 bis 2,4 für einen befriedigenden und 2,5 bis 2,9 für einen ausreichenden Zustand. Von 3,0 bis 3,4 gilt der Zustand als nicht ausreichend, von 3,5 bis 4,0 als ungenügend.
Bei Noten von 1,0 bis 2,4 sind in der Regel Wartungs- und Unterhaltungsmaßnahmen erforderlich. Liegt die Bewertung zwischen 2,5 und 4,0, werden Instandsetzungs- oder Erneuerungsmaßnahmen notwendig. Auf der Gewerbestraße geht es jetzt erst einmal um Asphalt, Abbiegespuren und Baufahrzeuge – und um eine Sperrung, die bis Weihnachten den Verkehr prägen wird.
