In Kien Luong wird gebaut, geplant und gleichzeitig gerechnet. Der Kindergarten Binh An soll modernisiert und renoviert werden, während die Gemeinde den Baufortschritt eng überwacht und auf eine rasche Fertigstellung drängt. Für die Familien im Weiler Hon Chong ist das keine Nebensache: Sie warten auf Räume, in denen Kinder besser lernen und sicher betreut werden können.

Tran Thi My aus Hon Chong verfolgt die Arbeiten nach eigenen Angaben mit Sorge. Die Investition und Modernisierung seien dringend nötig, sagte sie. Die Bewohner hofften auf eine baldige Fertigstellung und Inbetriebnahme. Ein größerer Kindergarten solle den Kindern bessere Lernbedingungen bieten und den Eltern mehr Sicherheit geben.

Mehr als 19,1 Milliarden VND für öffentliche Projekte

Für das Jahr 2026 wurden Kien Luong öffentliche Investitionsmittel von insgesamt mehr als 19,1 Milliarden VND zugewiesen. Davon stammen 10,5 Milliarden VND aus dem Kapitalbaufonds und sind für fünf Projekte vorgesehen. Weitere 4,5 Milliarden VND kommen aus Lotterieeinnahmen und fließen ebenfalls in fünf Projekte. Mehr als 4,1 Milliarden VND wurden aus Landnutzungsgebühren eingeplant.

Bis zum 30. September waren mehr als 16,1 Milliarden VND ausgezahlt. Das entspricht 84,2 Prozent des Plans. Damit zählt Kien Luong zu den Gemeinden mit der höchsten Auszahlungsquote öffentlicher Investitionen in der Provinz.

„Jedes Projekt wird genau überwacht“, erklärte Tran Binh Trong, stellvertretender Parteisekretär und Vorsitzender des Volkskomitees von Kien Luong. Investoren und Bauunternehmen würden zu einem schnelleren Baufortschritt angehalten. Gleichzeitig müsse genügend Arbeitsvolumen vorhanden sein, damit Abnahmen erfolgen und Gelder ausgezahlt werden können.

Bei bereits fertiggestellten Bauleistungen konzentriert sich die Gemeinde auf drei Dinge: den weiteren Baufortschritt beschleunigen, die Zahlungsunterlagen fertigstellen und die Mittel auszahlen. Das Geld soll in konkrete Projekte fließen – und nicht wegen Verzögerungen ungenutzt liegen bleiben.

Bei mehreren Vorhaben wurden bereits Auszahlungsquoten von über 85 Prozent erreicht. Dazu gehören die Modernisierung und Renovierung des Kindergartens Kien Luong, die Modernisierung und Renovierung der Grundschule Kien Luong 1, der Bau einer Landstraße entlang des Kanals 327 sowie die Modernisierung und Renovierung des Kindergartens Binh An.

Baumaterial bleibt knapp

Je näher der Abschluss des öffentlichen Investitionsplans 2026 rückt, desto wichtiger wird die laufende Kontrolle. Probleme sollen möglichst früh beseitigt werden. Ganz reibungslos läuft es trotzdem nicht: Bei der Versorgung mit Baumaterialien gibt es Engpässe.

Knapp sind unter anderem Bergstein, 0x4-Steine, 1×2-Steine und 4×6-Steine. Fehlt das Material, stockt der Bau – und damit kann auch der Fertigstellungsgrad der Projekte sinken. Die lokalen Behörden haben deshalb Unterstützung bei den zuständigen Fachstellen angefordert.

Das Volkskomitee von Kien Luong beantragte beim Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt Unterstützung sowie die Zuteilung von Baumaterialien für Projekte in der Region. Auf der Baustelle klingt das vermutlich weniger nach großer Politik als nach Lastwagen, die rechtzeitig kommen müssen. Aber genau daran hängt der nächste Arbeitsschritt.

Weniger Einnahmen aus Landnutzungsgebühren

Ein weiterer Engpass betrifft die Finanzierung. Die Provinz hatte Kien Luong für 2026 mehr als 4,1 Milliarden VND aus Landnutzungsgebühren in Aussicht gestellt. Mehr als 3,7 Milliarden VND davon waren für drei Projekte vorgesehen. Nach Gesprächen mit dem Leiter des Finanzamts 4 rechnet die Gemeinde bis zum Jahresende jedoch nur mit Einnahmen von rund 3 Milliarden VND.

Wegen dieser geringeren Einnahmen könnte ein Teil des Investitionsplans nicht wie ursprünglich vorgesehen umgesetzt werden. Kien Luong schlug dem Volkskomitee der Provinz daher vor, den aus Landnutzungsgebühren finanzierten Investitionsplan 2026 an die tatsächlichen Einnahmen anzupassen.

Beschleunigt werden sollen Projekte, deren Fertigstellung wahrscheinlich ist. Schwierig umsetzbare Finanzierungsquellen will die Gemeinde überprüfen und gegebenenfalls Änderungen vorschlagen. Bis Ende 2026 sollen die zuständigen Einheiten weiterhin Arbeitskräfte und Ressourcen bündeln und günstige Wetterbedingungen für schnellere Bauarbeiten nutzen.

Das Ziel ist klar: Hindernisse früh beseitigen, geeignete Projekte vorantreiben, Verzögerungen zum Jahresende vermeiden, die zugewiesenen Mittel vollständig auszahlen und die Vorhaben so bald wie möglich in Betrieb nehmen.

Auszahlung als Maßstab für Behörden

Der Blick über Kien Luong hinaus zeigt, warum die Auszahlung öffentlicher Investitionen derzeit so stark im Mittelpunkt steht. Laut einem Bericht von VOV World gab es Verbesserungen bei Planung, Umsetzung und Kapitalnutzung. 2025 wurde dort eine Auszahlungsquote von fast 98 Prozent des Plans genannt – entsprechend rund 33,6 Milliarden US-Dollar. Viele Kommunen übertrafen ihre jeweiligen Auszahlungsziele.

In den ersten drei Monaten des Jahres 2026 wurden landesweit mehr als 4,8 Milliarden US-Dollar ausgezahlt. Das entsprach 12 Prozent des Regierungsplans und lag fast 10 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

Auf einer Landeskonferenz in Hanoi zur Beschleunigung der Auszahlung 2026 erklärte Premierminister Le Minh Hung, öffentliche Investitionen seien eine zentrale politische Aufgabe für 2026 und die gesamte Amtszeit 2026–2031. Sie sollten als Instrument der makroökonomischen Steuerung wirken und zum angestrebten zweistelligen Wirtschaftswachstum beitragen.

Für jedes Projekt müssten konkrete Auszahlungspläne erstellt werden, so Le Minh Hung. Nicht oder nur teilweise ausgezahlte Mittel sollten rasch auf Projekte mit ausreichender Umsetzungskapazität und zusätzlichem Finanzierungsbedarf umgeschichtet werden. Verantwortliche müssten Probleme in jeder Umsetzungsphase frühzeitig prüfen und beheben.

Die Übertragung von Befugnissen an Kommunen bei gleichzeitiger Verantwortungszuweisung hat deren Rolle bei öffentlichen Investitionen gestärkt. Die Auszahlung gilt zunehmend als Maßstab für die Leistungsfähigkeit lokaler Behörden. Kommunen bereiten Projekte vor, schaffen Grundstücke frei, koordinieren Ressourcen und legen eigene Wachstumsziele fest.

Hanoi hatte bis zum 23. April rund 25,7 Prozent der von der Regierung zugewiesenen öffentlichen Investitionsmittel ausgezahlt und lag damit über dem Landesdurchschnitt. Der Vorsitzende des Volkskomitees von Hanoi, Vu Dai Thang, erklärte, die Stadt wolle sämtliche öffentlichen Investitionsmittel für 2026 bis Ende September auszahlen. Hanoi strebe ein Wirtschaftswachstum von 11 Prozent an; Behörden, Kommunen und Investoren sollten ihre Arbeit auf die Auszahlung konzentrieren.

Auch andere Kommunen veröffentlichten monatliche und vierteljährliche Auszahlungspläne mit konkreten Zielvorgaben. Le Ngoc Chau, ehemaliger Vorsitzender des Volkskomitees von Hai Phong, betonte, Behörden- und Branchenleiter seien für detaillierte Umsetzungspläne verantwortlich. Die Stadt aktualisiere und überwache die Umsetzung regelmäßig.

Hai Phong will 2026 ein vierteljährliches und jährliches Wachstum von mindestens 13 Prozent erreichen. Geplant ist, mindestens 1,4 Milliarden US-Dollar auf rund 600 Projekte zu verteilen. Öffentliche Investitionen sollen dabei nicht nur die Nachfrage ankurbeln. Sie sollen auch Projekte ermöglichen, private Investitionen anziehen und die Wirtschaftsleistung erhöhen.

In Kien Luong klingt das alles am Ende sehr praktisch: Material muss ankommen, Unterlagen müssen stimmen, Bauunternehmen müssen weiterarbeiten. Und beim Kindergarten Binh An warten Familien darauf, dass aus Plänen, Geld und Baufortschritt endlich ein nutzbares Gebäude wird.