B 39 zwischen Löwenstein und Hirrweiler: Untergrundprobleme verzögern Sanierung bis November
Seit Mitte Juli 2026 wird die B 39 zwischen Löwenstein und Hirrweiler saniert. Das Regierungspräsidium Stuttgart (RPS) arbeitet dabei an einem Abschnitt zwischen der Einmündung der L 1111 in Löwenstein und Hirrweiler. Risse und Spurrinnen verschwinden aus der Fahrbahn, außerdem werden Hangrutschungen gesichert. Für den Bund ist das eine Investition von rund 2,5 Millionen Euro in die Erhaltung der Infrastruktur.
Am heutigen 25. September 2026 läuft der Verkehr allerdings noch nicht überall frei. Die Baustelle ist in zwei Bauabschnitte geteilt, und gerade beim ersten hat der Baugrund für zusätzliche Überraschungen gesorgt. Unerwartete Probleme im Untergrund sowie laufende Kampfmittelsondierungen bremsen den Zeitplan – nicht gerade die Sorte Verzögerung, die man auf einer ohnehin wichtigen Verbindung gebrauchen kann.
Zweiter Abschnitt soll Anfang Oktober frei werden
Der zweite Bauabschnitt reicht von der Abzweigung der L 1066 nach Spiegelberg bis zur Klinikeinfahrt in Hirrweiler. Ursprünglich war dieser Abschnitt voraussichtlich vom 21. September bis Mitte Oktober 2026 vorgesehen. Nach aktuellem Plan soll die Strecke nun am Freitagabend, 2. Oktober 2026, wieder für den Verkehr freigegeben werden.
Ganz fertig ist dann trotzdem noch nicht alles: Am 5. und 6. Oktober folgen Markierungsarbeiten. Der Verkehr soll dabei weiterlaufen. Die Klinik in Hirrweiler bleibt während des zweiten Bauabschnitts aus Richtung Wüstenrot erreichbar.
Der erste Bauabschnitt verläuft von der Ortsausfahrt Löwenstein beziehungsweise der Einmündung der L 1111 bis zur L 1066. Seine Fertigstellung wird inzwischen voraussichtlich erst am Sonntag, 15. November 2026, erreicht. In der früheren Planung war für diesen Bereich der Zeitraum vom 20. Juli bis voraussichtlich Mitte September genannt worden.
Ortsdurchfahrt Löwenstein mehrfach betroffen
Zum Auftakt musste die Ortsdurchfahrt Löwenstein wegen Fräsarbeiten am 20. und 21. Juli für den Durchgangsverkehr gesperrt werden. Am 20. Juli war auch die Zufahrt für Anlieger aus Richtung Obersulm bis zum Rathaus dicht; sie führte über Wüstenrot. Ab dem 21. Juli blieb die Zufahrt aus Richtung Obersulm bis zum Rathaus wieder möglich, aus Richtung Wüstenrot jedoch nicht.
Für den Asphalteinbau sollte die Ortsdurchfahrt voraussichtlich am 6. und 7. August für alle Verkehrsteilnehmer vollständig gesperrt werden. Das RPS hatte dazu eine gesonderte Mitteilung angekündigt. Parallel ließ die Stadt Löwenstein seit dem 2. Juli wegen Wasserrohrbrüchen Wasserleitungs- und Kanalarbeiten in der Ortsdurchfahrt ausführen. Dafür war die Straße ebenfalls vollständig gesperrt; die Arbeiten sollten Ende Juli 2026 abgeschlossen sein. Baustelle neben Baustelle – da wird selbst eine kurze Ortsfahrt schnell zur kleinen Expedition.
Umleitungen für Lastwagen und Pkw
Bis zur Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts wird der Schwerverkehr aus Richtung Mainhardt über Neuhütten, Oberheimbach, Adolzfurt und Obersulm zurück zur B 39 geführt. Für die Strecke von Beilstein nach Wüstenrot geht es über die L 1066 und Neulautern zur L 1090.
Nach der Freigabe des BA 2 bleibt die Schwerverkehrsumleitung im Bereich des ersten Bauabschnitts bestehen. Als alternative Route ist eine Führung über die L 1066 sowie Beilstein, Auenstein, Abstatt, Unterheinriet, Lehrensteinsfeld und Obersulm zurück zur B 39 vorgesehen. Im ersten Bauabschnitt wurde diese Strecke zusätzlich als Umleitung genannt.
Für Pkw gilt während der gesamten Bauzeit die Umleitung über Reisach und Weiler. Wichtig dabei: Diese Strecke ist nur für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen zugelassen. Der Busverkehr fährt nach geänderten Fahrplänen, die Schulen bleiben erreichbar.
Eine Baustelle im größeren Verkehrsbild
Die Arbeiten an der B 39 sind ein kleines, aber anschauliches Beispiel dafür, wohin öffentliche Verkehrsinvestitionen fließen: nicht nur in neue Trassen, sondern oft in Risse, Spurrinnen, Hänge und Leitungen, die im Alltag niemand fotografiert – bis sie Probleme machen.
Der Bund investierte 2024 insgesamt 16,14 Milliarden Euro in die Verkehrsinfrastruktur. Das Geld floss in Schienenwege, Bundesfernstraßen und Wasserstraßen, also in Neubau, Ausbau und Erhalt. Laut Verkehrsinvestitionsbericht 2024 sind staatliche Investitionen entscheidend für die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der deutschen Transportnetze.
Bei den Bundesfernstraßen beliefen sich die Ausgaben zuletzt auf 12,9 Milliarden Euro, davon waren rund 9,7 Milliarden Euro Investitionen. Für den Erhalt wurden 2024 insgesamt 5,87 Milliarden Euro ausgegeben: 4,28 Milliarden Euro für Autobahnen und 1,59 Milliarden Euro für Bundesstraßen. Fertiggestellt beziehungsweise umgesetzt wurden 15 Kilometer neue Autobahnen, 49 Kilometer Autobahnerweiterungen auf mindestens sechs Spuren sowie 19 Kilometer neue oder ausgebaute Bundesstraßen. Ende 2024 befanden sich außerdem mehr als 170 Kilometer neue Autobahnstrecken und über 200 Kilometer Autobahnerweiterungen im Bau.
Auch Schiene und Wasserstraße gehören zu diesem Netz. Für Neu- und Ausbauprojekte auf der Schiene standen 2024 im Rahmen des Bedarfsplans rund 2,37 Milliarden Euro bereit. Über die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung III waren von 2020 bis 2029 jährlich durchschnittlich mehr als 5,2 Milliarden Euro vorgesehen, vor allem für Ersatzinvestitionen und die Instandhaltung des bestehenden Netzes. Bis Ende 2024 wurden zudem rund 794,3 Millionen Euro für 63 Umschlaganlagen des kombinierten Schiene-Straße-Verkehrs bewilligt; 2024 entfielen davon rund 97,5 Millionen Euro auf Förderungen.
Für Bundeswasserstraßen wurden 2024 insgesamt 1,77 Milliarden Euro aufgewendet. Davon waren 1,38 Milliarden Euro Investitionen, darunter rund 902 Millionen Euro für den Erhalt und Ersatz bestehender Infrastruktur sowie etwa 301 Millionen Euro für Neu- und Ausbauprojekte. Damit sollen unter anderem Kapazitäten gesichert und Engpässe für Binnenschifffahrt und Hinterlandverkehr verringert werden.
Der Schwerpunkt liegt weiterhin auf der Modernisierung und dem Erhalt vorhandener Netze; der Neubau nimmt einen kleineren Anteil ein. Für den Güterverkehr geht es dabei um Kosten, Planbarkeit und Effizienz. Die Bedeutung von Schiene und Wasserstraße im Verkehrsmix nimmt zu, zugleich bleiben durch den begrenzten Ausbau Engpässe bestehen. Auf der B 39 zeigt sich das momentan ganz praktisch: Umleitungsschilder, Baustellenlärm und ein paar zusätzliche Kilometer bis zurück zur Straße.
Aktuelle Informationen zu den Straßenbaustellen gibt es über die Internetseite der Straßenverkehrszentrale Baden-Württemberg und über die kostenlose, werbefreie App VerkehrsInfo BW.
