L 1036 zwischen Weinsberg und Eberstadt wird ab Oktober für zwei Monate voll gesperrt
Autofahrer zwischen Weinsberg und Eberstadt müssen sich ab Oktober auf Umwege einstellen: Das Regierungspräsidium Stuttgart saniert ab Montag, 5. Oktober 2026, die rund 3,5 Kilometer lange L 1036 zwischen Weissenhof bei Weinsberg und Eberstadt-Hölzern im Landkreis Heilbronn. Für Sanierungs- und Asphaltarbeiten wird die Strecke abschnittsweise voll gesperrt.
Die Arbeiten sollen voraussichtlich am 7. Dezember 2026 abgeschlossen sein. Grund für die Maßnahme sind Verdrückungen, Spurrinnen, Schadstellen und Risse in mehreren Streckenbereichen. Das Land Baden-Württemberg investiert rund 1,9 Millionen Euro in die Sanierung und den Erhalt der Landesstraße.
Zwei Bauabschnitte, zwei Umleitungen
Im ersten Bauabschnitt ist die L 1036 vom 5. Oktober bis voraussichtlich 8. November 2026 dicht. Er reicht von der Kreuzung L 1036/K 2126 bei Weissenhof bis zur Straße „In den Erlenwiesen“ in Eberstadt.
Vom 9. November bis voraussichtlich 7. Dezember 2026 folgt der zweite Abschnitt. Gesperrt wird dann die Strecke von „In den Erlenwiesen“ in Eberstadt bis zur Einmündung der L 1036 in die K 2007 Richtung Cleversulzbach.
Die überörtliche Umleitung in Richtung Weinsberg führt ab Bretzfeld-Schwabbach über Dimbach, Willsbach, Ellhofen und Weinsberg. In der Gegenrichtung wird der Verkehr über Ellhofen, Grantschen, Wimmental, Dimbach und Schwabbach nach Bretzfeld geleitet. Eberstadt bleibt während der Bauarbeiten über Gellmersbach beziehungsweise Eberstadt-Klingenhof erreichbar. Ein kleiner Umweg also, aber einer, den Pendler und Lieferverkehr einkalkulieren müssen.
Aktuelle Informationen zu Straßenbaustellen gibt es über die Straßenverkehrszentrale Baden-Württemberg sowie über die kostenlose, werbefreie App „VerkehrsInfo BW“.
Teil eines größeren Erhaltungsprogramms
Die Arbeiten an der L 1036 stehen im Zusammenhang mit dem landesweiten Sanierungsprogramm 2025, das das Verkehrsministerium Baden-Württemberg am 27. März 2025 veröffentlicht hat. Für laufende und neue Erhaltungsmaßnahmen waren rund 425 Millionen Euro vorgesehen: 241 Millionen Euro vom Bund für Bundesstraßen und 184 Millionen Euro vom Land für Landesstraßen. Die Straßenbauverwaltung begann 2025 rund 250 neue Projekte.
Im Mittelpunkt stehen Bauwerke – insbesondere die rund 7.000 Brücken an Landes- und Bundesstraßen –, aber auch Hang- und Felssicherungen, Stützwände, Lärmschutzwände, Tunnel und Fahrbahnen. Landesweit sollten mehr als 160 Erhaltungsmaßnahmen an Bauwerken beginnen, darunter Instandsetzungen, Ertüchtigungen und Ersatzneubauten. Vorgesehen waren außerdem 13 Brückenersatzneubauten oder Brückenertüchtigungen.
Für Fahrbahndeckensanierungen waren rund 290 Kilometer eingeplant: etwa 140 Kilometer an Bundesstraßen und etwa 150 Kilometer an Landesstraßen. Einige Vorhaben wurden nach den Überschwemmungen und Erdrutschen von 2024 aufgenommen. Zum Vergleich: 2024 flossen insgesamt 433 Millionen Euro in den Straßenerhalt, davon 234 Millionen Euro vom Bund und 199 Millionen Euro vom Land. In jenem Jahr wurden 289 Kilometer Landesstraßen-Fahrbahnen und 217 Kilometer Bundesstraßen-Fahrbahnen saniert. Außerdem bearbeiteten die Straßenbauer 132 Bauwerke, davon 69 an Landes- und 63 an Bundesstraßen.
Brücken, Böschungen und Fahrbahnen im Blick
Für Bundesstraßen wurde 2023 eine detaillierte Zustandserfassung durchgeführt. Das Erhaltungsmanagement 2025–2028 umfasst rund 667 Kilometer Richtungsfahrbahnen. Die Zustandserfassung der Landesstraßen von 2024 konnte witterungsbedingt nicht abgeschlossen werden und sollte im Frühjahr 2025 fortgesetzt werden. Sie dient als Grundlage für das Erhaltungsmanagement 2026–2029.
Von rund 7.300 Brücken muss etwa jede zehnte dringend instandgesetzt, ertüchtigt oder ersetzt werden. Bis 2030 sollen alle 73 Brücken mit Spannungsrisskorrosion ersetzt oder ertüchtigt werden. Zusätzlich zu den im Doppelhaushalt 2025/2026 vorgesehenen 19 Millionen Euro pro Jahr werden dafür weitere erhebliche Mittel benötigt.
Wie breit das Programm aufgestellt ist, zeigen die Beispiele aus den Regierungsbezirken. Im Regierungsbezirk Stuttgart ersetzen zwei neue Brücken im Zuge der verlegten B 19 bei Untergröningen bestehende Bauwerke. Die Kosten liegen bei rund 12,5 Millionen Euro, der Zeitraum reicht von März 2025 bis Dezember 2027. An der L 579 entsteht bei Unterschüpf für rund 1,1 Millionen Euro von Juli 2025 bis Januar 2026 die neue Umpferbrücke.
Auch im näheren Straßennetz gibt es Baustellen dieser Größenordnung: Der Ersatzneubau der Epbachbrücke bei Cappel an der L 1036 kostet rund 3,9 Millionen Euro und läuft von März 2025 bis September 2026. An der Waldhausener Steige wird die Böschung an der L 1164 gesichert; dafür sind rund 4,8 Millionen Euro vorgesehen, der Zeitraum reicht von Oktober 2025 bis April 2026. Wegen Hochwasserschäden wird außerdem die Böschung an der L 1080 zwischen Klaffenbach und Welzheim gesichert. Die Maßnahme kostet rund 2 Millionen Euro und ist für Sommer bis Dezember 2025 angesetzt. In Stuttgart-Zuffenhausen werden mehrere Lärmschutzwände an der B 10 für rund 5,8 Millionen Euro ersetzt; begonnen wurde im September 2025.
Im Regierungsbezirk Karlsruhe wird die Manbachtalbrücke an der B 294 bei Freudenstadt für rund 1,3 Millionen Euro verstärkt, von Oktober 2025 bis September 2026. Bei Wildberg entsteht an der B 463 für rund 6 Millionen Euro eine neue Brücke über die Nagold; der Zeitraum reicht von Februar 2025 bis Dezember 2026. An der L 75 wird von Januar bis Juli 2025 für rund 1,6 Millionen Euro die Brücke über den Sandbach bei Iffezheim ersetzt.
Weitere Vorhaben: Der Ersatzneubau der Brücke über die Deutsche Bahn bei Heidelsheim an der L 618 kostet rund 6,6 Millionen Euro und wird je zur Hälfte durch Land und Deutsche Bahn finanziert. Gebaut wird von Juli 2025 bis Januar 2027. In der Ortsdurchfahrt Bauschlott erneuert man die Fahrbahn an der B 294 für rund 4,1 Millionen Euro, von August 2025 bis August 2027 gemeinsam mit Leitungs- und Kanalarbeiten der Gemeinde.
Im Regierungsbezirk Freiburg reicht die Liste vom Ersatzneubau der Brücke über die Schiltach bei Hinterlehengericht an der B 462 für rund 700.000 Euro, vorgesehen von Juli 2025 bis August 2026, bis zur neuen Brücke über den Mühlekanal bei Untermettingen an der L 159. Diese Maßnahme kostet rund 600.000 Euro und ist für Juli bis Dezember 2025 angesetzt. Bei Mülhausen wird von Juni 2025 bis April 2026 für knapp 1 Million Euro eine Landwirtschaftswegbrücke über die L 191 ersetzt.
Zwischen Hausen und Zell im Wiesental ist an der B 317 eine Hang- und Felssicherung geplant, voraussichtlich von Oktober 2025 bis März 2026, mit Kosten von knapp 1 Million Euro. Ein Radweg entlang der L 220 bei Röhrnang wird durch Hangsicherung saniert; dafür sind rund 800.000 Euro vorgesehen, voraussichtlich von Juli bis August 2025.
Im Regierungsbezirk Tübingen wird die Brücke über den Brühlbach bei Bad Urach an der B 28 für rund 700.000 Euro ersetzt, im Zeitraum Juli 2025 bis Juli 2026. Die neue Brücke über die Eyach bei Albstadt-Laufen an der B 463 kostet rund 2,8 Millionen Euro und ist für März bis November 2025 angesetzt. An der B 465 zwischen Warthausen und Schemmerhofen soll die Fahrbahn in der zweiten Jahreshälfte 2025 für rund 1,4 Millionen Euro erneuert werden. An der L 1036 bei Weissenhof und Eberstadt rollen die Baufahrzeuge dagegen ab 5. Oktober 2026 an.
