Sacyr verdoppelt Nettogewinn und baut sein Konzessionsgeschäft aus
Am 25.09.2026 meldet Sacyr aus dem ersten Halbjahr kräftige Zahlen: Der Umsatz stieg um 9 Prozent auf 2,437 Mrd. Euro. Das EBITDA legte um 9 Prozent auf 708 Mio. Euro zu, nach der detaillierteren Berechnung von 9,4 Prozent. Die EBITDA-Marge lag bei 29,1 Prozent. Für ein Unternehmen aus Bau und Ingenieurwesen ist das kein kleiner Sprung.
Noch deutlicher fällt der Blick auf den Gewinn aus. Der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn erhöhte sich von 31 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2025 auf 78 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2026 – ein Plus von 157 Prozent. In der genaueren Angabe werden 78,3 Mio. Euro und ein Zuwachs von 156,7 Prozent genannt. Auch das EBIT wuchs, und zwar um 11,7 Prozent auf 518,4 Mio. Euro. Der Gewinn vor Steuern stieg um 9,7 Prozent auf 223,1 Mio. Euro.
Cashflow und Konzessionen geben den Takt vor
Der operative Cashflow erreichte 631 Mio. Euro. Auf vergleichbarer Basis entspricht das einem Zuwachs von 18 Prozent. Mehr als 91 Prozent des EBITDA stammten aus Konzessionsanlagen. Sacyr bezeichnet diese Vermögenswerte als wichtigsten Wachstumstreiber – und die Zahlen geben diesem Schwerpunkt ordentlich Rückenwind.
Das Konzessionsportfolio wurde mit 4,601 Mrd. Euro bewertet, 16 Prozent mehr als 2025 und 30 Prozent mehr als beim Investorentag 2024. Als Gründe nennt das Unternehmen die zunehmende Reife der Vermögenswerte, das operative Management und neue strategische Projekte. Künftig soll das Portfolio voraussichtlich Ausschüttungen von insgesamt 19,9 Mrd. Euro generieren, 17 Prozent mehr als bei der vorherigen Bewertung. Der Strategieplan 2024–2027 sieht einen Konzessionswert von 5,1 Mrd. Euro bis 2027 vor; für 2033 werden 9 bis 10 Mrd. Euro angestrebt.
Auch bei der Verschuldung gibt es Bewegung: Die Nettoverschuldung mit Rückgriff sank bis Ende Juni auf 264 Mio. Euro, verglichen mit 289 Mio. Euro im März. Bei den Aktionären kam ebenfalls mehr an. Die Barausschüttung je Aktie stieg von 0,045 Euro auf 0,10 Euro, ein Plus von 122 Prozent. Für 2026 wird zugleich eine Bardividende von 0,149 Euro je Aktie ausgewiesen – 21 Prozent mehr als 2025. Der Strategieplan 2024–2027 sieht mindestens 225 Mio. Euro an Barauszahlungen vor. Ein Zahlenspiel mit mehreren Bezugsgrößen, aber die Richtung ist klar.
Vier neue Konzessionen und ein breiteres Geschäft
Im ersten Halbjahr unterzeichnete beziehungsweise erhielt Sacyr vier neue Konzessionen. In Kanada bekam das Unternehmen seine erste Konzession im Land: das Ontario Science Museum. In Chile kamen die Autobahn Pie de Monte und eine Entsalzungsanlage in Coquimbo hinzu. Italien steuerte den Vertrag für die Gesundheits- und Wissenschaftsstadt Novara bei.
Bei Sacyr Concesiones stieg der Umsatz um 20 Prozent auf 977 Mio. Euro, das EBITDA um 15 Prozent auf 402 Mio. Euro. Das Geschäft mit Ingenieurwesen und Infrastruktur erzielte 1,584 Mrd. Euro Umsatz, 10 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das EBITDA wuchs um 4 Prozent auf 270 Mio. Euro. Der Auftragsbestand lag bei 13,019 Mrd. Euro und damit 4 Prozent über dem Wert von Ende 2025. 76 Prozent davon entfielen auf Projekte für Sacyr Concesiones.
In Kolumbien legten die Bauumsätze um 37 Prozent zu. Dazu trugen der Beginn wichtiger Projekte in Kanada sowie die Ausführung von Vorhaben in Chile, Paraguay und Kolumbien bei. Außerdem wurde Sacyr für das britische Krankenhausprogramm „Hospital 2.0 Alliance“ (H2A) ausgewählt. Zwischen Beton, Leitungen und Bauplänen ist also auch der Krankenhausbau ein zunehmend wichtiger Baustein.
Das Wassergeschäft wuchs noch schneller: Der Umsatz stieg um 33 Prozent auf 185 Mio. Euro, das EBITDA um 8 Prozent auf 35 Mio. Euro. Der Nettogewinn erhöhte sich um 45 Prozent. Zu den neuen beziehungsweise erweiterten Aktivitäten gehören eine Wiederaufbereitungsanlage in Antofagasta, Chile, und die Übernahme von Aigües de Esparreguera in Spanien. Das Portfolio von Sacyr Agua wuchs um 18 Prozent auf 8,2 Mrd. Euro.
Die Aktie am 25. September
Am 25.09.2026 um 09:16 Uhr UTC notierte die Aktie von Sacyr bei 4,08 Euro, 1,14 Prozent über dem vorherigen Schlusskurs. Der Kurs lag damit innerhalb der 52-Wochen-Spanne von 3,46 bis 4,95 Euro. Die Marktkapitalisierung betrug 3.264.460.069 Euro, das Handelsvolumen 504.681 Aktien.
Unternehmen ist die Sacyr, S.A., die ISIN lautet ES0182870214, der Ticker SCYR. Gehandelt wird am Mercado Continuo und im IBEX 35; Sacyr ist Mitglied dieses spanischen Leitindex. Branche: Bau und Ingenieurwesen. Sektor: Industrie. Für den Tiefbau ist das ein Name, an dem man in Europa und Lateinamerika nicht einfach vorbeikommt.
Vom Madrider Bauunternehmen zum Infrastrukturkonzern
Sacyr S.A. ist eine börsennotierte spanische Holdinggesellschaft mit Sitz in Madrid. Die Rechtsform lautet S.A., CEO ist Manuel Manrique Cecilia. Ende 2023 beschäftigte der Konzern 16.106 Mitarbeiter und erzielte einen Umsatz von 4,609 Mrd. Euro. Die Website lautet www.sacyr.com/es_en/. Die Gesellschaft hielt Beteiligungen in Bau, Immobilienentwicklung und -vermietung, Auftragskonzessionen – insbesondere im Straßen- und Infrastrukturbau – sowie weiteren immobiliennahen Dienstleistungen. Außerdem hielt Sacyr eine Beteiligung von 8,2 Prozent am Öl- und Erdgaskonzern Repsol. Die Aktien werden unter anderem an der Madrider Börse und an der Euronext gehandelt.
Die Wurzeln reichen zu einem 1921 in Madrid gegründeten Bauunternehmen zurück. 1953 begann das Unternehmen als Bauträger und entwickelte das 68.000 m² große Vallehermoso-Gelände auf dem Areal eines ehemaligen Straßenbahndepots. Dort entstanden zahlreiche Wohnungen und ein Einkaufszentrum. Vallehermoso wurde später zum Unternehmensnamen, außerdem wurde das Unternehmen erstmals an der Börse notiert.
Seit den 1960er Jahren war Vallehermoso unter anderem am Bau der Kaufhäuser Galerias Preciados und El Corte Inglés, des Hochhauses des BCH (Banco Central Hispano) sowie des Mapfre-Gebäudes beteiligt. 2002 erwarb die Sacyr-Gruppe 24,5 Prozent der Vallehermoso-Aktien. Am 3. April 2003 fusionierten Vallehermoso und Sacyr; der Konzern firmierte fortan unter dem Namen Sacyr Vallehermoso. Ende 2006 erreichte das Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 12,809 Mrd. Euro den bislang höchsten Wert.
Im Jahr 2016 lag der Umsatz bei 2,86 Mrd. Euro, der Auftragsbestand bei knapp 26 Mrd. Euro. 52 Prozent des Auftragsbestands entfielen auf das Ausland; wichtige Auslandsmärkte waren Lateinamerika, Portugal, Frankreich und Italien. Von 2012 bis 2017 war Sacyr Generalunternehmer für die Erweiterung des Panamakanals.
Ab Frühjahr 2007 plante Sacyr die Übernahme des nahezu doppelt so großen französischen Baukonzerns Eiffage. Ziel war unter anderem, zum viertgrößten Baukonzern Europas aufzusteigen. Die geplante gemeinsame Gruppe hätte mehr als 3.400 Kilometer Autobahnen in Europa und Lateinamerika betrieben. Am 19. April 2007 legte Grupo SyV ein Übernahmeangebot für Eiffage vor und bot zwölf eigene Aktien für fünf Eiffage-Aktien. Sacyr erwarb 33,32 Prozent der Eiffage-Aktien, konnte aber keine Mehrheit erreichen. Im April 2008 erklärte Sacyr die Übernahme für gescheitert und verkaufte seinen Eiffage-Anteil für 1,92 Mrd. Euro an französische Finanzinvestoren. Als Grund wurde eine nicht ausreichende Finanzierung der Übernahme genannt.
Im Dezember 2008 kündigte Sacyr den Verkauf seiner Tochtergesellschaft Itínere
