Brücken-Havarie in Kirchhundem hält Ruhr-Sieg-Strecke weiter im Ersatzverkehr fest
Auf der Ruhr-Sieg-Strecke müssen Pendler weiter auf Ersatzbusse umsteigen. Die Sanierungsarbeiten dauern an, und die Havarie eines Brückenteils in Kirchhundem Anfang September wirkt im Fahrplan bis heute nach. Seit Juli gibt es auf mehreren gesperrten Abschnitten erhebliche Einschränkungen – für viele Fahrgäste heißt das: mehr Zeit einplanen, umsteigen, warten.
Das abgestürzte Brückenteil wurde inzwischen wieder aufgerichtet. Fachleute haben mit der Untersuchung und Vermessung begonnen. Nach Angaben der Deutschen Bahn kann allein die Vermessung etwa zwei Wochen dauern. Erst wenn der Zustand bewertet ist, soll entschieden werden, welche Arbeiten für die Fertigstellung der Eisenbahnüberführung noch erforderlich sind.
Ersatzverkehr bleibt bestehen
Der Schienenersatzverkehr wurde zunächst bis zum 6. Oktober verlängert. Zwischen Siegen und Hagen verkehren Schnellbusse. Der Regional-Express 34 fällt vollständig aus. Auf der Linie 91 fahren die Züge zwar planmäßig, allerdings nicht zwischen Letmathe und Welschen Ennest. Auch dort gibt es Ersatzverkehr.
Fahrplanänderungen werden über das Portal zuginfo.nrw bekannt gegeben. Gerade bei solchen Baustellen kann sich der Blick dorthin lohnen, bevor man mit Tasche, Rucksack oder Kaffeebecher am Bahnsteig steht und der Anschluss längst anders fährt.
Unfall auf der Baustelle wird untersucht
Das bereits montierte Brückenteil lag auf einem Spezialfahrzeug, einem SPMT (Self-Propelled Modular Transporter), als es seitlich wegknickte und herunterfiel. Experten hatten das Bauteil zunächst gesichert. Genaue Messungen waren laut einem Sachverständigen aber erst möglich, nachdem es an seinen ursprünglichen Platz zurückgekehrt war.
Die Deutsche Bahn will außerdem untersuchen, wie es zu dem Unfall auf der Baustelle kam. Der Artikelstand ist der 29. September 2026, 11:42 Uhr. Heute, am 30.09.2026, bleibt für die Reisenden vor allem die praktische Frage: Wann läuft es wieder normal? Eine belastbare Antwort soll erst nach der Zustandsbewertung möglich sein.
Brücken als Daueraufgabe der Bahn
Die DB InfraGO AG unterhält in Deutschland mehr als 25.000 Eisenbahnbrücken. Sie reichen von wenigen Metern bis zu mehreren Kilometern Länge und bestehen unter anderem aus Beton oder Stahl. Alter, Bauart und Material unterscheiden sich teils gewaltig. Gemeinsam ist allen Bauwerken, dass sie dauerhaft sicher befahrbar sein müssen und deshalb regelmäßig kontrolliert werden.
Die Deutsche Bahn investiert in den Erhalt und die Sanierung ihrer Brücken. Im derzeit größten Modernisierungsprogramm der Unternehmensgeschichte werden ebenfalls Eisenbahnbrücken erneuert. Zwischen 2015 und 2019 waren es mehr als 900. Eine DB-Brückenkarte ermöglicht außerdem den Blick auf einzelne Bauwerke – mit Angaben zu Zustand, Baujahr, Bauform und Modernisierungsdatum.
Die Dimensionen reichen dabei weit über Kirchhundum hinaus: Die Saale-Elster-Talbrücke in Sachsen-Anhalt ist mit 8.614 Metern die längste Eisenbahnbrücke Deutschlands. Die Müngstener Brücke bei Solingen kommt auf 107 Meter Höhe und ist damit die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands. Bei Wurzen an der Bahnstrecke Leipzig–Dresden steht die älteste noch in Betrieb befindliche Eisenbahnbrücke des Landes. Sie wurde 1838 erbaut.
