Steigende Bauzinsen und Inflation: Herausforderungen für den deutschen Immobilienmarkt 2026
Heute ist der 20.10.2026. Die Situation auf dem deutschen Immobilienmarkt wird immer spannender und gleichzeitig herausfordernder. Die Finanzierung von Wohneigentum hat sich deutlich verteuert. Wer im Mai noch von einem Zinssatz von 3,9 Prozent träumte, muss jetzt mit durchschnittlichen 4,5 Prozent für zehnjährige Immobilienkredite rechnen. Das ist ein sprunghafter Anstieg, der sogar den bisherigen Höchststand von Ende 2023 übersteigt. Der Hauptgrund für diesen Anstieg? Inflationssorgen, die durch den Iran-Konflikt befeuert werden.
Interhyp, eine der führenden Adressen in Sachen Baufinanzierung, schlägt Alarm. Jörg Utecht, der Chef des Unternehmens, sieht die Auswirkungen dieses Konflikts auf die gesamte finanzielle Lage. Der Druck auf die Preise steigt, und die Europäische Zentralbank hat entsprechend reagiert, indem sie die Leitzinsen angehoben hat. Das wirkt sich direkt auf die Bauzinsen aus. Und das, obwohl die Kaufpreise teilweise niedriger ausfallen. Doch die steigenden Zinsen drücken die monatliche Rate einer durchschnittlichen Finanzierung um fast 200 Euro nach oben – das ist eine ziemlich heftige Hausnummer!
Zurückhaltung unter Kaufinteressierten
Die Zurückhaltung unter potenziellen Käufern wächst. Auch wenn die Kaufpreise einen gewissen Verhandlungsspielraum zulassen, orientieren sich viele an den hohen Preisen von 2021 und 2022. Dirk Wohltorf, Präsident des IVD, merkt an, dass diese Erwartungen nicht immer den tatsächlich erzielbaren Verkaufspreisen entsprechen. Die Unsicherheit sorgt dafür, dass weniger Kaufverträge vermittelt werden als in den vergangenen Jahren. Gleichzeitig zeigt sich eine wachsende Bereitschaft von Verkäufern, Preisnachlässe zu akzeptieren, besonders bei Bestandsimmobilien.
Doch auch die Bauunternehmen haben ihre Schwierigkeiten. In Bayern sind die Aufträge im Wohnungsbau bis Juli 2026 um 3,2 Prozent gegenüber dem bereits schwachen Vorjahr zurückgegangen. Das klingt nicht nach einer rosigen Zukunft. Viele Unternehmen haben kaum noch Aufträge, die bis zum Ende des Jahres 2026 reichen. Die Fertigstellungszahlen im Wohnungsbau werden weiter sinken, das ist sicher.
Die Rolle der Baukosten
Die hohen Zinsen sind nicht das einzige Problem. Auch die stark gestiegenen Material- und Lohnkosten sowie hohe Kaufnebenkosten und staatliche Regulierung tragen zur Verteuerung des Immobilienerwerbs bei. Die Landesbausparkasse Süd sieht das fehlende Eigenkapital als größte Barriere – vor allem für junge Menschen und Familien, die gerade erst anfangen, ihre finanziellen Mittel zusammenzukratzen.
Für bestehende Kreditnehmer wird die Anschlussfinanzierung zunehmend wichtig. Wer aus einer Niedrigzinsphase kommt, könnte mit Zinssätzen konfrontiert werden, die sich verdoppeln oder gar verdreifachen. Das sorgt für Stress und Unsicherheit. Und auch auf dem Mietwohnungsmarkt gibt es Veränderungen: Hans Maier vom Verband bayerischer Wohnungsunternehmen meint, dass steigende Baukosten möglicherweise zu höheren Mieten führen könnten. Ein Anstieg um einen Euro pro Quadratmeter ist nicht ausgeschlossen.
Marktentwicklung und regionale Unterschiede
Die Immobilienpreise zeigen im ersten Quartal 2026 eine regional unterschiedliche Entwicklung. Im Schnitt liegen die Preise für Kaufimmobilien bei 2.950 Euro pro Quadratmeter. Eigentumswohnungen haben sich gegenüber dem Vorjahr um 2,4 Prozent verteuert und kosten nun etwa 2.703 Euro pro Quadratmeter. In München sind die Preisforderungen mit 7.855 Euro pro Quadratmeter besonders exorbitant. Das zeigt: Die Lage und der energetische Zustand einer Immobilie gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Die Kombination aus steigenden Bauzinsen und ungewissem Marktumfeld hält Käufer und Investoren in Atem. Auch wenn einige auf sinkende Zinsen hoffen, könnte der Anstieg der Baukosten die Immobilienpreise weiter stützen. Und das in einer Zeit, in der der Immobilienpreisindex anzeigt, dass der Markt eventuell noch unter dem Niveau von vor zwei Jahren liegt.
Interhyp, als Spezialist für Baufinanzierung, hilft seit Jahren vielen Menschen, ihre Immobilien zu finanzieren. Mehr als 2,1 Millionen Menschen haben bereits von deren Expertise profitiert. Die Beratung ist unverbindlich und ohne zusätzliche Gebühren – eine Erleichterung in diesen unsicheren Zeiten. Wer jetzt plant, sich mit einem Immobilienkauf auseinanderzusetzen, sollte sich gut informieren und die Entwicklungen genau im Auge behalten.
