Zum Wochenstart am 28. September 2026 bleibt die Lage an den Märkten fragil. Geopolitische Risiken treffen auf wachsende Sorgen um die Rentenmärkte – eine Mischung, die auch für die Bauindustrie nicht ganz nebensächlich ist. Denn wenn Finanzierungskosten, Energiepreise und Investitionsbereitschaft gleichzeitig in Bewegung geraten, merkt man das irgendwann auf jeder Baustelle.

In Deutschland erreichte die Zahl der Wohngeld-Empfänger laut dem zugrunde liegenden Artikel ein historisches Hoch. Das passt in ein Umfeld, in dem Haushalte und Unternehmen genauer rechnen müssen. Am Devisenmarkt eröffnete EUR/USD um 6:03 Uhr bei 1,1388. Der Tiefstkurs der vergangenen 24 Handelsstunden lag im europäischen Handel bei 1,1371. Der US-Dollar notierte bei 157,77 JPY, EUR/JPY bei 179,67; EUR/CHF bewegte sich um 0,9446.

Geopolitik bleibt der große Unruheherd

Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten sind weiterhin hoch. Eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran war Anfang Juli zusammengebrochen, die Angriffe wurden zunächst wieder aufgenommen. Zuletzt beruhigte sich die Lage etwas, nennenswerte Fortschritte bei den Verhandlungen gab es jedoch nicht.

Der Brent-Ölpreis sprang infolge der Eskalation zeitweise von etwa 70 auf 100 US-Dollar je Barrel und fiel danach auf etwas über 90 US-Dollar zurück. Lagerbestände sollen auf Mehrjahrestiefs liegen, regionale Engpässe bei raffinierten Produkten wurden beobachtet. Die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen blieben bislang begrenzt – vorerst, muss man wohl sagen.

Christian Schwab, Leiter Portfolio Management, beschrieb in einer Veröffentlichung vom 4. September 2026 eine trotz der Unsicherheit widerstandsfähige Wirtschaft und stabile Finanzmärkte. Unternehmensumfragen deuteten auf eine leichte Beschleunigung des bereits soliden Wachstums hin. In den USA signalisierten die Daten überdurchschnittliches Wachstum, vor allem getragen von der privaten Nachfrage. Haushaltskonsum und Unternehmensinvestitionen entwickelten sich positiv.

Verbraucher und Unternehmen steigerten ihre Ausgaben bislang weitgehend ohne zusätzliche Kreditaufnahme. Gleichzeitig beschleunigte sich der Ausbau von KI-Infrastruktur. Der damit verbundene Kapitalbedarf könnte zum Anstieg der Anleiherenditen beigetragen haben. Ob die aufgebauten KI-Kapazitäten langfristig nachhaltig und profitabel sein werden, ist allerdings offen.

Europa wächst traditionell langsamer als die USA, unter anderem wegen seines kleineren Technologiesektors. Die Unternehmensumfragen zeigten dennoch auch hier eine solide Entwicklung. Steigende Verteidigungsausgaben könnten zusätzliche Wachstumsimpulse liefern. Chinas Wachstum verlor weiter an Dynamik, lag aber weiterhin über dem vieler Industrieländer.

Zinsen, Renditen und der Blick auf August

Die Kerninflation dürfte angesichts der robusten Konjunktur über den Zielwerten der Zentralbanken bleiben. Hoher Finanzierungsbedarf für Zukunftsinvestitionen und eine vorsichtige Geldpolitik sprechen zunächst für weiterhin erhöhte Zinsen. Die aktuell eingepreisten Zinsschritte sind moderat, unterscheiden sich aber deutlich von den noch zu Jahresbeginn erwarteten Zinssenkungen.

Die Europäische Zentralbank hat ihre Geldpolitik weiter gestrafft und könnte diesen Kurs fortsetzen. Die US-Notenbank und die Bank of England treten derzeit zurückhaltender auf. In den USA wird die geldpolitische Einschätzung zusätzlich dadurch erschwert, dass die Positionierung der neuen Fed-Führung noch unklar ist und der geldpolitische Rahmen überprüft wird.

Trotz höherer Zinsen und geopolitischer Risiken blieben die Aktienmärkte stabil. Wirtschaftswachstum und Investitionen in Zukunftstechnologien stützten die Unternehmensgewinne. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran löste bislang keinen massiven Energieschock aus. Auch die Volatilität an den Anleihemärkten wurde als weniger dramatisch eingeschätzt, als vielfach dargestellt. Erwartet wird eine Fortsetzung des Wirtschaftswachstums bei moderaten Marktschwankungen.

Im August entwickelten sich die Kapitalmärkte insgesamt positiv. Globale Aktien legten trotz geopolitischer Unsicherheiten und steigender Anleiherenditen zu. Gefragt waren Grundstoffe, Informationstechnologie und Gesundheitswesen. Versorger, Immobilien und Basiskonsumgüter gerieten als zinssensitive Bereiche unter Druck. Die Aktienstrategien entwickelten sich weitgehend im Einklang mit vergleichbaren Indizes; positive Beiträge kamen insbesondere aus Finanzdienstleistungen, Industrie und Grundstoffen. Bankaktien profitierten von den gestiegenen Renditen.

Höhere Zinsen belasteten vor allem lang laufende Anleihen. Die globale Rentenstrategie erwies sich dennoch als vergleichsweise widerstandsfähig. Inflationsgeschützte Anleihen und Unternehmensanleihen verschiedener Bonitätssegmente entwickelten sich besser als nominale Staatsanleihen. Beide Segmente blieben im Portfolio vertreten.

Wertentwicklung in Euro, Stand 31.08.2026 August Seit Jahresbeginn
Globale Aktien +1,6 % +14,3 %
Europa ohne Großbritannien +0,7 % +12,7 %
USA +1,7 % +14,0 %
Schweiz −1,1 % +8,8 %
Japan +2,4 % +22,2 %
Schwellenländer Asien +2,4 % +28,3 %
Schwellenländer ohne Asien +2,2 % +2,6 %

Bei den Anleiherenditen lagen Deutschland, 10 Jahre, bei 3,32 %; die Wertentwicklung betrug im August −0,7 % und seit Jahresbeginn −1,3 %. Die USA, 10 Jahre, kamen auf 4,75 %, bei −0,7 % im August und −0,4 % seit Jahresbeginn. Für die Schweiz wurden bei zehnjährigen Anleihen 0,42 % Rendite, +0,1 % im August und −0,4 % seit Jahresbeginn ausgewiesen. Die EU, 10 Jahre, lag bei 3,52 %, mit −0,6 % im August und −0,7 % seit Jahresbeginn.

Bei den Währungen standen EUR/USD bei 1,16, mit +0,8 % im August und −1,1 % seit Jahresbeginn. EUR/GBP lagen bei 0,86, also +0,3 % im August und −1,6 % seit Jahresbeginn. EUR/CHF wurden mit 0,94 angegeben; das entsprach +0,9 % im August und +0,9 % seit Jahresbeginn.

Bei den Rohstoffen kostete Gold 3.828 €/Unze, mit +9,1 % im August und +4,1 % seit Jahresbeginn. Brent-Öl lag bei 90 €/Barrel, nach +0,4 % im August und +48,7 % seit Jahresbeginn. Erdgas wurde mit 66 € ausgewiesen; die Veränderung betrug +11,1 % im August und +136,6 % seit Jahresbeginn.

Was das für Investitionen und Bauvorhaben bedeutet

Die Märkte bewegen sich zwischen erhöhter Inflation, restriktiver Geldpolitik und geopolitischen Risiken. Die US-Wirtschaft bleibt dynamisch, in Europa zeigen sich erste Stabilisierungstendenzen. Auch die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hellte sich laut ifo-Geschäftsklimaindex zuletzt auf.

Für die kommenden Monate