Balearen-Immobilien: Weniger ausländische Käufer, aber Rekordpreise pro Quadratmeter
Auf den Balearen werden deutlich weniger Immobilien an Ausländer verkauft. Im ersten Halbjahr 2026 sank die Zahl der Käufe gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15,4 Prozent. 2.390 Wohnungen und Häuser wechselten an ausländische Käufer den Besitzer. Gleichzeitig kletterten die Preise weiter nach oben – eine Kombination, die auf Mallorca und den Nachbarinseln inzwischen ziemlich deutlich zu spüren ist.
Im Schnitt zahlten ausländische Käufer auf den Balearen 5.344 Euro pro Quadratmeter, 9,3 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025. Damit lagen die Inseln klar an der Spitze Spaniens. Landesweit betrug der Durchschnittspreis 2.644 Euro pro Quadratmeter, auf den Balearen also mehr als doppelt so viel. Die Preisangaben stammen aus den Daten der spanischen Grundbuchämter, die gemeinsam mit dem Bericht des Notariats veröffentlicht wurden.
Weniger Nachfrage, höhere Preise
Auch der gesamte Immobilienmarkt der Balearen verlor an Tempo: Insgesamt wurden dort 13,8 Prozent weniger Immobilien verkauft als im ersten Halbjahr 2025. Bei den ausländischen Kunden fiel das Minus mit 15,4 Prozent noch kräftiger aus. Spanienweit gingen die Käufe durch Ausländer um 13 Prozent auf 62.327 zurück – der stärkste Rückgang seit 2020.
Der Anteil ausländischer Käufer an allen Immobiliengeschäften schrumpfte damit weiter. 2026 lag er bei 18,3 Prozent, nach 19,2 Prozent im Jahr 2025 und 20,3 Prozent im Jahr 2024. Auf Mallorca entwickeln sich Preise und Nachfrage also gegenläufig: Die Immobilien werden teurer, während sich ausländische Interessenten zunehmend zurückziehen.
Regional war der Rückgang nur in Kantabrien mit minus 20,5 Prozent, auf den Kanarischen Inseln mit minus 20,3 Prozent und in der Region Madrid mit minus 19,7 Prozent ähnlich stark oder stärker. In der Region Valencia sanken die Käufe ebenfalls um 15,4 Prozent. Die Balearen gehören damit weiterhin zu den teuersten Immobilienstandorten Spaniens.
Deutsche auf den Balearen vorn, Marokkaner in Spanien insgesamt
Auf den Balearen bilden Deutsche die größte Gruppe ausländischer Immobilienkäufer. Italiener stellten dort 16,8 Prozent der Käufe durch ausländische Kunden, Briten 8,1 Prozent. Spanienweit hat sich das Bild allerdings verändert: Erstmals kauften Marokkaner mehr Immobilien als Briten. Marokkanische Staatsbürger kamen auf 4.960 Käufe beziehungsweise 8,0 Prozent, die Briten auf 4.541 beziehungsweise 7,3 Prozent.
Dahinter folgten Italiener mit 4.109 Käufen und 6,6 Prozent, Rumänen mit 3.974 beziehungsweise 6,4 Prozent sowie Deutsche mit 3.907 Käufen und 6,3 Prozent. Ein kleiner statistischer Wendepunkt – und einer, der zeigt, wie breit der Markt inzwischen aufgestellt ist.
Nur bei Venezolanern und Kolumbianern nahm die Zahl der Käufe zu: Bei Venezolanern betrug der Zuwachs 10,2 Prozent, bei Kolumbianern 7,4 Prozent. Die stärksten Rückgänge nach Nationalität gab es bei Russen mit minus 26,2 Prozent, Chinesen mit minus 26,1 Prozent und US-Amerikanern mit minus 22,0 Prozent. Es folgten Bulgaren mit minus 21,6 Prozent, Belgier mit minus 21,3 Prozent und Briten mit minus 21,0 Prozent.
Residenten bleiben die größere Käufergruppe
Am stärksten brach die Nachfrage von Ausländern ein, die nicht dauerhaft in Spanien leben. Ihre Käufe gingen landesweit um 18 Prozent auf 22.940 zurück – der niedrigste Stand seit dem ersten Halbjahr 2021. Ihr Anteil an allen ausländischen Käufen lag bei knapp 37 Prozent.
Ausländische Käufer mit Wohnsitz in Spanien tätigten dagegen 63,2 Prozent aller ausländischen Immobilienkäufe. Auch in dieser Gruppe gab es weniger Transaktionen: Die Zahl sank um 9,7 Prozent auf 39.387 Immobilien.
Der Rückgang setzte nach der Abschaffung der Golden Visa ein. Diese hatte vermögenden Nicht-EU-Bürgern über größere Investitionen, unter anderem in Immobilien, eine spanische Aufenthaltserlaubnis ermöglicht. Gerade bei internationalen Käufern ohne dauerhaften Wohnsitz dürfte das eine Rolle spielen, auch wenn der Markt natürlich nicht nur an einem einzigen Hebel hängt.
Deutlicher Preisabstand zwischen den Käufergruppen
Nichtansässige ausländische Käufer zahlten durchschnittlich 3.493 Euro pro Quadratmeter, 11,8 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025. Ausländische Residenten kamen auf 2.102 Euro pro Quadratmeter, ein Plus von 9,8 Prozent. Spanische Käufer zahlten im Mittel 1.971 Euro, 8,7 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Der Abstand zwischen ausländischen Käufern mit und ohne Wohnsitz in Spanien wuchs damit auf den Rekordwert von 1.391 Euro pro Quadratmeter. Das ist kein kleiner Unterschied, sondern schnell ein Betrag, der bei einer größeren Wohnung richtig ins Gewicht fällt.
Am tiefsten griffen US-Amerikaner in die Tasche: Sie zahlten durchschnittlich 3.948 Euro pro Quadratmeter. Es folgten Schweden mit 3.839 Euro, Deutsche mit 3.763 Euro, Schweizer mit 3.760 Euro und Norweger mit 3.588 Euro.
Am anderen Ende der Skala lagen Marokkaner mit 801 Euro pro Quadratmeter. Rumänen zahlten durchschnittlich 1.439 Euro, Ecuadorianer 1.531 Euro und Kolumbianer 1.604 Euro. Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Durchschnittswert liegen damit mehr als 3.000 Euro pro Quadratmeter.
Während auf den Inseln die Sonne auf aufgeheizte Terrassen brennt und die Preise weiterziehen, wird der Kreis der Käufer kleiner. Die Zahlen aus dem Grundbuch wirken da fast wie ein leises Knirschen im Gebälk: kein Stillstand, aber eine merkliche Verschiebung.
