Heute, am 4.10.2026, kostet das Tanken in Deutschland wieder etwas weniger. Seit dem 1. Oktober gilt ein neuer Tankrabatt, die Preise für Benzin und Diesel sind daraufhin gesunken. Für Privatpersonen ebenso wie für Unternehmen bedeutet das eine finanzielle Entlastung. Je Fahrzeug können monatlich einige Dutzend Euro übrig bleiben – abhängig davon, wie viel gefahren wird und wie der Fahrstil ausfällt.

Ganz uneigennützig ist die Maßnahme allerdings nicht. Ein Kommentar der Süddeutschen Zeitung ordnet den Tankrabatt vor allem als Versuch ein, die öffentliche Stimmung zu beeinflussen, und weniger als reine finanzielle Unterstützung. Die Regierung habe mit der Senkung der Benzinkosten auf populistische Forderungen reagiert. Der Autor hält diesen Versuch zwar für vertretbar, plädiert aber dafür, ihn nicht noch einmal einzusetzen. Der Titel des Kommentars stellt angesichts der Maßnahme sogar infrage, ob man jetzt noch ein neues Verbrennerfahrzeug kaufen sollte.

Was hinter der Preissenkung steckt

Bund und Länder hatten sich wegen der hohen Spritpreise auf Tankrabatt und Spritpreisdeckel geeinigt. Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen sollen dadurch insgesamt um rund 2,5 Milliarden Euro entlastet werden. Der Bund senkt die Energiesteuer auf Benzin und Diesel vom 1. Oktober bis Ende 2026 um 14 Cent je Liter. Einschließlich Umsatzsteuer ergibt sich eine Entlastung von rund 17 Cent pro Liter.

Eine vergleichbare Senkung hatte bereits von Anfang Mai bis Ende Juni gegolten. Die Länder sollen sich nun mit 1,25 Milliarden Euro über einen Umsatzsteuerfestbetrag beteiligen. Für mittelständische Unternehmen soll die Steuersenkung ebenfalls spürbar sein, wie der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder (CDU) hervorhob. An der Zapfsäule merkt man den Unterschied trotzdem nicht immer eins zu eins – Preise bewegen sich, und zwar gern schneller als ein Einkaufswagen mit kaputtem Rad.

Die Monopolkommission veröffentlichte vom 20. Mai bis 12. Juni 2026 täglich aktualisierte Auswertungen zur Entwicklung der Kraftstoffpreise nach Einführung des Tankrabatts. Grundlage waren jeweils die Preise des Vortags. Verglichen wurde die Preisentwicklung in Deutschland, Frankreich und Großbritannien; außerdem zeigten die Grafiken, in welchem Umfang die Steuersenkung an Verbraucher weitergegeben wurde.

Die Auswertungen wurden fortlaufend ergänzt und machten dadurch die Entwicklung im Zeitverlauf beobachtbar. Orange Darstellungen zeigten die Weitergabe der Steuersenkung, graue Linien markierten die Zeit vor Kriegsausbruch und die Einführung der 12-Uhr-Regel. Zusammengenommen sollten die Grafiken sichtbar machen, welche Faktoren die Kraftstoffpreise in Deutschland beeinflussten.

Preisdeckel und weitere Pläne

Spätestens am 1. Januar 2027 soll zusätzlich ein Spritpreisdeckel eingeführt werden; ein früherer Starttermin ist noch offen. Als Vorbilder gelten Regelungen in Luxemburg und Belgien. Der geplante Höchstpreis soll sich unter anderem an den Ölpreisen, an Transport- und Vertriebskosten sowie an einer Händlermarge orientieren. Damit sollen die Versorgungssicherheit gewährleistet und missbräuchliche Preisaufschläge verhindert werden.

Die SPD fordert den Preisdeckel seit längerer Zeit, während Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) ihn abgelehnt hatte. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) bezeichnete die Entlastung angesichts angespannter Haushalte als erheblich. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) erklärte, die Bundesregierung wolle überhöhte Preise an Tankstellen und Krisengewinne der Mineralölkonzerne begrenzen.

Vor der Einigung hatten Merz und Koordinatoren der SPD- und CDU-geführten Länder verhandelt. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) kündigte zusätzlich eine Übergewinnsteuer an, über die sich die Ölkonzerne beteiligen sollen. Für besonders betroffene Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen sollen weitere gezielte Maßnahmen geprüft werden. Außerdem sollen die Voraussetzungen für einen einkommensbezogenen Direktauszahlungsmechanismus geschaffen werden.

Die Bundesregierung unterstützt Gespräche auf EU-Ebene über Maßnahmen gegenüber der Mineralölwirtschaft nach dem Vorbild des EU-Energiekrisenbeitrags von 2022. Auch dort geht es um eine mögliche Übergewinnsteuer. An den Zapfsäulen bleibt derweil die Lage angespannt: Die Kraftstoffpreise waren wegen der Krise im Nahen Osten auf Rekordstände gestiegen. Diesel kostete am Donnerstag laut ADAC bundesweit durchschnittlich 2,471 Euro pro Liter – rund zwei Cent mehr als am Vortag. Super E10 wurde nach mehreren Rekorden leicht günstiger und lag durchschnittlich bei 2,308 Euro pro Liter.