Die Konzertpreise steigen, und Vanessa Mai findet: Das geht zu weit. Im Podcast „Schön laut“ mit Lola Weippert kritisierte die Sängerin die hohen Kosten für Live-Musik in Deutschland – vor allem Meet-and-Greet-Angebote, die bei einigen deutschen Acts mehr als 200 Euro kosten.

Auslöser war eine Begegnung auf ihrer Tour. Ein langjähriger Fan hatte sich mehrere Stunden im Backstage-Bereich aufgehalten. Das Sicherheitspersonal stellte fest, dass der Mann Vanessa Mai bereits seit den ersten Tagen begleitet. Als Beleg hatte er ein Foto aus dem Jahr 2016 dabei, aufgenommen während ihrer ersten Tour. Dann erklärte er, dass er sich kein Konzertticket leisten könne. Mai lud ihn noch am selben Abend zu ihrer Show ein.

59 Euro für ein reguläres Ticket

Für ihre eigenen Konzerte möchte Vanessa Mai die Preise bewusst niedrig halten. Auf ihrer „Traumfabrik“-Tour beginnen die regulären Tickets laut Podcast bei 59 Euro, das VIP-Paket kostet 132 Euro. Auch das sei nicht wenig, räumt die Sängerin ein. Im Vergleich zu anderen Künstlern sehe sie sich damit jedoch am unteren Ende.

Eine Tour müsse sich wirtschaftlich rechnen, betont Mai. Sie trete aber vor allem auf, weil sie auf Tour sein wolle. Die Begegnung mit dem Fan habe ihr erneut deutlich gemacht, dass manche Menschen lange für ein Konzert sparen müssen – oder sich den Besuch überhaupt nicht leisten können. Gerade bei Meet-and-Greet-Angeboten jenseits der 200-Euro-Marke wird die Rechnung für viele Fans schnell sehr eng.

Zwischen Schlager, Dance-Pop und Hip-Hop

Vanessa Mai ist 31 Jahre alt und blickt auf eine vielseitige Karriere zurück. Sie war Jurorin bei „Deutschland sucht den Superstar“, spielte gemeinsam mit Axel Prahl im Film „Nur mit dir zusammen“ und moderiert die Talkshow „On Mai Way“.

Parallel veröffentlicht sie regelmäßig Alben und Songs, die in den Charts erfolgreich sind. Musikalisch verbindet sie Schlager zunehmend mit Dance-Pop sowie Elementen aus R’n’B und Hip-Hop. Auf ihrem Album „Metamorphose“ von 2022 arbeitete sie mit den Rappern Sido, Civo und ART zusammen.

Die Nähe zu ihren Fans ist ihr wichtig. Das zeigte sich nicht nur im Gespräch über Eintrittspreise, sondern auch in jenem kurzen Moment hinter der Bühne: ein altes Foto, mehrere Stunden Warten und am Ende doch ein Platz im Publikum. In einer Zeit, in der ein Konzertbesuch samt Zusatzangeboten leicht zum teuren Gesamtpaket wird, wirken 59 Euro für ein reguläres Ticket fast wie eine bewusste Ansage.