Ben-Tre-Krankenhaus in Vietnam: Bau im Dreischichtbetrieb, Medizintechnik bleibt offen
Auf der Baustelle des Provinzkrankenhauses Ben Tre in Vietnam läuft der Countdown. Der Bau des Ben-Tre-General Hospital nähert sich dem Abschluss, gearbeitet wird dafür mit zusätzlichem Personal, mehr Material und zusätzlicher Ausrüstung. Drei Schichten, vier Teams – der Bauträger zieht das Tempo an, damit das Vorhaben nicht ins Stocken gerät.
Das Projekt liegt auf einer Fläche von 9,7 Hektar in der Gemeinde Binh Phu, Ben-Tre-Stadt. Geplant sind 500 stationäre Betten. Das Haus soll als medizinisches Zentrum für die Provinz Ben Tre und die angrenzenden Regionen dienen. Nach den Projektangaben ist die Fertigstellung für 2026 vorgesehen. Auf der Baustelle dürfte es entsprechend geschäftig zugehen: Maschinen, Materialtransporte, Arbeit in mehreren Schichten – viel Luft bleibt da nicht.
Baufortschritt und ein Vertrag über 566,888 Milliarden VND
Der Bauvertrag für das Provinzkrankenhaus hat einen Wert von rund 566,888 Mrd. VND. Das entspricht 64 % des Gesamtvolumens. Der Projektmanagementausschuss beziffert das Bauvertragspaket auf mehr als 904 Mrd. VND. Bislang wurden rund 524 Mrd. VND ausgezahlt, also 59 % des Vertragswerts.
Parallel werden die ergänzenden Ausschreibungsunterlagen fertiggestellt. Das Provinzvolkskomitee hat den Plan zur Anpassung des OP-Bereichs grundsätzlich genehmigt. Der Projektmanagementausschuss erwartet, die Unterlagen im Oktober 2026 für die Bewertung fertigzustellen.
Ein wichtiger Teil der technischen Ausstattung kommt von HANOINTRATECH., JSC: Das Unternehmen übernimmt die Installation des zentralen medizinischen Gassystems. Zum Auftrag gehören die Lieferung und Installation der zentralen Gasversorgung sowie Entnahmestellen in den Behandlungsstationen, auf der Intensivstation und in den Operationssälen. Hinzu kommen das Sicherheitsalarm- und das Kontrollsystem für medizinische Gase.
Die Systeme sollen internationalen Standards entsprechen und einen kontinuierlichen, sicheren und effizienten Betrieb ermöglichen. INTRATECH verweist dabei auf eigene Erfahrung in Beratung, Planung und Umsetzung von Infrastrukturprojekten im Gesundheitswesen. Nach Unternehmensangaben arbeitet es mit Krankenhäusern in Vietnam an modernen und nachhaltigen Infrastruktur- und Medizinalgassystemen. Kontakt: hanointratech@gmail.com, Hotline (+84-24) 35571555.
Medizintechnik bleibt der Bremsklotz
Beim Bau geht es voran, bei der Preisermittlung für medizinische Geräte ist die Lage deutlich zäher. Das Beschaffungspaket umfasst 144 Geräte mit einem Gesamtwert von rund 385 Mrd. VND. Für 108 Geräte stehen Modell und Referenzkonfiguration fest. Bei 36 Geräten reichen die vorliegenden Daten allerdings noch nicht für einen Marktvergleich aus.
Das langwierige Bewertungsverfahren verzögert die Auswahl der Auftragnehmer für die Medizintechnik. Deshalb muss der Zeitplan für die Veröffentlichung der Ausschreibungsunterlagen und den Abschluss des Vergabeverfahrens angepasst werden. Die geplante Lieferung und Installation der Geräte bis Ende 2027 könnte dadurch beeinträchtigt werden. Ausgerechnet dort, wo ein neues Krankenhaus seine Leistungsfähigkeit zeigen soll, wird also noch gerechnet, verglichen und nachjustiert.
Für das Projekt wurden 2026 mehr als 925 Mrd. VND bereitgestellt. Bis zum 1. Oktober waren etwa 150 Mrd. VND ausgezahlt – 16,2 % des Jahresplans. Weil die Mittel für die medizinische Ausrüstung 2026 voraussichtlich nicht mehr ausgezahlt werden können, schlägt der Projektmanagementausschuss vor, den Investitionsplan 2026 um 541 Mrd. VND zu reduzieren: 454 Mrd. VND aus Entwicklungshilfe und 87 Mrd. VND aus Eigenmitteln.
Die Anpassung soll dem tatsächlichen Projektfortschritt entsprechen. Das Projektmanagementgremium arbeitet mit den zuständigen Behörden und Abteilungen daran, die Probleme bei der Preisermittlung und der Fertigstellung der Ausschreibungsunterlagen zu lösen. Klingt trocken, entscheidet aber darüber, wann die Geräte tatsächlich im Krankenhaus ankommen.
Ein Krankenhaus im größeren Netz
Das Vorhaben passt in Vietnams Plan für einen modernen, integrierten und patientenzentrierten Krankenhausverbund für den Zeitraum 2025 bis 2030. Vorgesehen sind eine regionale Organisation der Versorgung, mehr spezialisierte klinische Leistungen, eine stärkere Primärversorgung sowie Investitionen in Infrastruktur, Medizintechnik und Personal. Auch der Privatsektor und öffentlich-private Partnerschaften, kurz PPP, sollen stärker beteiligt werden.
Die Ziele sind hoch: bessere Versorgungsqualität, gerechterer Zugang, effizientere Abläufe, nachhaltige Gesundheitsentwicklung sowie mehr soziale und wirtschaftliche Teilhabe. Nach Beschluss 201/QD-TTg von 2024 soll jede Region mindestens ein Allgemeinkrankenhaus mit definiertem Einzugsgebiet haben. Fachzentren sollen in diese Häuser integriert werden; welche Fachkliniken gebraucht werden, soll sich an Krankheitslast, Bevölkerungszahl und sozioökonomischen Bedingungen orientieren.
Das betrifft etwa Tuberkulosezentren in Provinzen mit hoher Tuberkulosebelastung oder Krebszentren in Regionen mit hoher Krebsinzidenz. Gleichzeitig soll der Ausbau der Primärversorgung in ländlichen, bergigen und benachteiligten Gebieten die Überlastung tertiärer Einrichtungen verringern. Nach Resolution 139/NQ-CP von 2017 werden in besonders unterversorgten Gebieten Investitionen in kommunale Gesundheitsstationen, Bezirkskliniken und Bezirk-Krankenhäuser priorisiert.
Die Bettenplanung sieht 33 Betten je 10.000 Einwohner für 2025, 35 für 2030 und langfristig 45 Betten je 10.000 Einwohner für 2050 vor. Dabei sollen Bevölkerungsalterung, demografische Veränderungen und Urbanisierung berücksichtigt werden. Bettenskapazitäten, Personalstrukturen und Ausstattungsbestände müssten regelmäßig angepasst werden – Papierarbeit, die am Ende aber über echte Behandlungsmöglichkeiten entscheidet.
Recht, Digitalisierung und die nächsten Etappen
Rechtlich gilt seit dem 1. Januar 2024 das Gesetz über medizinische Untersuchung und Behandlung Nr. 15/2023/QH15. Es regelt ambulante, mobile und telemedizinische Versorgung ebenso wie die präklinische Notfallversorgung. Die Zuständigkeit für Lizenzen wurde auf die Gesundheitsbehörden der Provinzen übertragen. Öffentliche Einrichtungen erhalten mehr finanzielle Autonomie, müssen Behandlungspreise veröffentlichen und grundlegende Qualitätsstandards anwenden beziehungsweise höhere Standards anstreben.
Das Gesetz behandelt außerdem Aus- und Weiterbildung, berufliche Prüfungen, die Beteiligung nichtstaatlicher Akteure und notwendige Durchführungsbestimmungen. Dekret 96/2023/ND-CP legt Verwaltungsebenen, Finanzierungsmechanismen und Zuständigkeiten bei der Organisation von Gesundheitsleistungen fest. Resolution 20-NQ/TW von 2017 fordert langfristig eine stärkere Beteiligung gesellschaftlicher Akteure und eine breitere Gesundheitsfinanzierung.
Für die Digitalisierung ist die nationale Strategie bis 2025 mit Perspektive 2030 wichtig, festgelegt im Beschluss 749/QD-TTg von 2020. Sie unterstützt elektronische Gesundheitsakten, KI-Diagnostik und digitales Krankenhausmanagement. Provinz- und Bezirkskrankenhäuser sollen mehr finanzielle und organisatorische Autonomie erhalten. Nichtöffentliche Investitionen sollen über PPPs, die Privatisierung beziehungsweise Umwandlung staatlicher Einrichtungen und Joint Ventures gefördert werden.
Geplant sind nationale Qualitätskriterien für Krankenhäuser, verbunden mit Ausbildung, Personalgewinnung und beruflichem Management. Elektronische Gesundheitsakten, elektronische Patientenakten, Online-Terminvergabe und epidemiologische Überwachung sollen landesweit ausgebaut werden.
In der Umsetzungsphase 2025–2027 sollen Einrichtungen renoviert und standardisiert werden, damit regionale und lokale Versorgung mit Digitalisierung zusammenwächst. Die Ausbildung in fortgeschrittenen Fachgebieten und die kontinuierliche berufliche Weiterbildung sollen ausgeweitet werden. Pro Region soll mindestens ein zonales Allgemeinkrankenhaus eingerichtet oder aufgewertet werden; provinziale Fachkrankenhäuser sollen komplexe Leistungen stärker vor Ort erbringen können.
Für 2028–2030 sind nationale Plattformen für elektronische Patientenakten, Krankenhausmanagement und integrierte Datensysteme vorgesehen. Hochauflösende Bildgebung, robotergestützte Chirurgie und moderne Diagnostik sollen ausgebaut werden. Das soll unnötige Überweisungen verringern und Behandlungsergebnisse verbessern. In großen Städten sind zusätzliche Bettenkapazitäten und Satellitenstandorte geplant, außerdem mehrere technisch hochentwickelte Fachkrankenhäuser nach regionalen Vergleichsstandards.
Die Schwierigkeiten sind allerdings bekannt: Staatliche Gesundheitsbudgets reichen nur begrenzt für Modernisierung, Digitalisierung und medizinische Geräte. In ländlichen und abgelegenen Gebieten fehlen Fachärzte und qualifizierte Pflegekräfte. Zwischen gut ausgestatteten städtischen Häusern und unterversorgten ländlichen sowie bergigen Regionen bestehen deutliche Unterschiede. Genau diese Defizite überlasten die höheren Versorgungsebenen.
Als Gegenmittel gelten PPPs, die privates Kapital, Technologie und Managementwissen mobilisieren sollen. Stipendien, verpflichtende Ausbildungsprogramme und bessere Arbeitsbedingungen sollen Personal in unterversorgte Gebiete bringen und dort halten. KI, Big-Data-Analysen und integrierte Informationssysteme sollen Abläufe verbessern, Bürokratie verringern und die Effizienz steigern.
Bis 2030 nennt die Planung 35 Krankenhausbetten, 19 Ärzte, 4,0 Apotheker und 33 Pflegekräfte je 10.000 Einwohner als Zielwerte. Private Betten sollen 15 % der Gesamtkapazität ausmachen. Primärversorgung und Satellitenkrankenhäuser sollen zentrale Kliniken entlasten; mehr Geräte, zusätzliches Personal und digitales Management sollen die Versorgung auf lokaler Ebene verbessern. Für Ben Tre heißt das zunächst: weiterbauen, die Ausschreibungen für die 36 noch nicht ausreichend bewerteten Geräte klären – und auf der Baustelle Schicht für Schicht dranbleiben.
