Chemnitztal Maler GmbH: Neustart nach der Insolvenz mit 38 gesicherten Arbeitsplätzen
Bei der Chemnitztal Maler GmbH in Chemnitz ist nach der Insolvenz ein Neustart gelungen. Maxie Kirbach, Nancy Faust und Silvio Just arbeiten unter einem neuen Firmennamen weiter. Von den zuvor 46 Arbeitsplätzen sind 38 gesichert. Und obwohl das Verfahren gerade erst für viel Unruhe gesorgt hat, plant das Unternehmen bereits wieder Wachstum.
Auslöser der Krise war die finanzielle Schieflage Mitte Juni 2026. Geschäftsführer Ringo Schuster stellte damals einen Insolvenzantrag. Als Gründe gelten die rückläufige Bautätigkeit und steigende Kosten – eine Mischung, die gerade kleinere Unternehmen der Branche ordentlich unter Druck setzt.
Insolvenzverfahren in Chemnitz eröffnet
Das Amtsgericht Chemnitz eröffnete am 31.07.2026 um 09:02 Uhr das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Chemnitztal Maler GmbH, Chemnitztalstraße 130, 09114 Chemnitz, HRB 8183. Geschäftszweig der Schuldnerin sind Malerarbeiten und Wärmedämmung.
Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Reinhard Klose bestellt. Er ist in der Leipziger Straße 58, 09113 Chemnitz, erreichbar. Telefonisch lautet die Nummer 0371 444610, per Telefax 0371 4446111. E-Mail: klose@floether-wissing.de. Die Website ist www.sanierungskultur.de.
Klose übernimmt die Zustellungen nach § 30 Abs. 2 InsO; die Zustellung an die Schuldnerin ist davon ausgenommen. Insolvenzgläubiger müssen ihre Forderungen schriftlich in zweifacher Ausfertigung bis 01.09.2026 beim Insolvenzverwalter anmelden. Gläubiger sind außerdem verpflichtet, bestehende Sicherungsrechte an beweglichen Sachen oder Rechten der Schuldnerin unverzüglich mitzuteilen. Anzugeben sind der Sicherungsgegenstand, die Art und der Entstehungsgrund des Sicherungsrechts sowie die gesicherte Forderung. Wer diese Mitteilung schuldhaft unterlässt oder verzögert, haftet für daraus entstehende Schäden.
Schuldner der Chemnitztal Maler GmbH dürfen Zahlungen nur noch an den Insolvenzverwalter leisten. Elektronische Zustellungen können Gläubiger akzeptieren, sofern sie elektronische Dokumente über sichere Übermittlungswege nach § 130a ZPO empfangen können.
Gläubigerversammlung im Oktober
Der Berichtstermin, die Gläubigerversammlung und der Prüfungstermin für die angemeldeten Forderungen finden am Dienstag, 13.10.2026, um 11:00 Uhr statt. Tagungsort ist Sitzungssaal 3.011 im Hauptgebäude, Gerichtsstraße 2, 09112 Chemnitz.
Auf der Tagesordnung stehen unter anderem die Beibehaltung oder Wahl eines neuen Insolvenzverwalters, die Bestätigung oder Wahl eines Gläubigerausschusses und der weitere Fortgang des Insolvenzverfahrens. Ebenfalls entschieden werden kann über Eigenverwaltung und zustimmungsbedürftige Rechtsgeschäfte, die Erstellung beziehungsweise Beauftragung eines Insolvenzplans, Rechtshandlungen von besonderer Bedeutung sowie Rechnungslegung und die Verwahrung von Wertgegenständen.
Ist die Gläubigerversammlung beschlussunfähig, gilt die Zustimmung zu Rechtshandlungen von besonderer Bedeutung nach § 160 InsO als erteilt.
Bis zur ersten Gläubigerversammlung wurde vorläufig ein Gläubigerausschuss eingesetzt. Ihm gehören die MEGA eG an, vertreten durch Regionalvertriebsleiter Ost Andreas Diessner, Wollkämmereistraße 6, 04357 Leipzig, außerdem Thomas Wolf, Dr.-Külz-Straße 39, 08393 Meerane, sowie die Peschke Baumanagement & Projektsteuerung GmbH, vertreten durch Geschäftsführer Jörg Peschke, Münchner Platz 2, 01187 Dresden.
Personenbezogene Veröffentlichungen im Insolvenzverfahren werden spätestens sechs Monate nach Aufhebung oder rechtskräftiger Einstellung des Verfahrens gelöscht. Alle übrigen gerichtlichen Veröffentlichungen nach der Insolvenzordnung verschwinden einen Monat nach dem ersten Veröffentlichungstag.
Die Branche bleibt angespannt
Der Fall aus dem Chemnitztal passt in ein schwieriges Bild für die deutsche Bauwirtschaft. 2026 bremsen ein schwacher Wohnungsbau, hohe Zinsen, gestiegene Baukosten und fehlende Aufträge viele Betriebe aus. 2025 wurden in Deutschland 24.064 Unternehmensinsolvenzen gezählt, 10,3 Prozent mehr als 2024 und der höchste Stand seit 2014, als 24.085 Fälle registriert wurden.
Im ersten Halbjahr 2026 meldeten sich laut Creditreform 12.900 Unternehmen insolvent. Das waren 7,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und zugleich der höchste Halbjahreswert seit 2013. Schon im ersten Halbjahr 2025 hatten 11.900 Unternehmen Insolvenz angemeldet, 9,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum; im Baugewerbe stieg die Zahl damals um 1,7 Prozent.
Auf 10.000 Unternehmen kamen 2025 im Baugewerbe 104 Insolvenzen, in der Gesamtwirtschaft 69. Verkehr und Lagerei lagen bei 133, das Gastgewerbe bei 108. Von Januar bis Mai 2026 wurden im Baugewerbe 44,0 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen registriert, gegenüber 29,8 in der Gesamtwirtschaft. 2024 hatte das Baugewerbe bei diesem Vergleich 95,3 Fälle erreicht, der gesamtwirtschaftliche Durchschnitt lag bei 63,5.
Der IWH-Insolvenztrend verzeichnete im Frühjahr 2025 im Baugewerbe den höchsten Wert seit Beginn der monatlichen Erhebung 2020. Für 2025 weist das IWH rund 17.600 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften aus – der höchste Stand seit 2005. Im Juli 2026 waren es 1.689 Fälle, sieben Prozent mehr als im Juli 2025.
Die offene Rechnung ist groß: Die geschätzten Gläubigerforderungen aus allen Unternehmensinsolvenzen beliefen sich 2025 auf rund 47,9 Milliarden Euro. Regional läuft die Entwicklung unterschiedlich. Fällt ein größerer Bauträger oder Generalunternehmer aus, können die Folgen bis zu den Subunternehmen durchschlagen.
Weniger Wohnungen, weniger Luft für Betriebe
2025 wurden rund 206.600 Wohnungen fertiggestellt – 18,0 Prozent weniger als 2024, also 45.400 Wohnungen weniger. Es war der niedrigste Wert seit 2012. Bereits 2024 war die Zahl der Fertigstellungen um 14,4 Prozent auf rund 251.900 Wohnungen gesunken. Bei den Genehmigungen sah es zunächst ähnlich mager aus: 2024 wurden 215.900 Wohnungen genehmigt, 16,8 Prozent weniger als 2023 und der niedrigste Wert seit 2010.
Im ersten Halbjahr 2026 wurden allerdings 126.300 Wohnungen genehmigt, 15,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das ist ein Hoffnungsschimmer, aber kein schneller Dreh am großen Rad. Baugenehmigungen gelten als Frühindikator für künftige Bauaufträge; zwischen Genehmigung und Auftrag können mehrere Monate liegen.
Der Umsatz im Wohnungsbau sank 2025 real um rund 1,5 Prozent. Damit ging das reale Bauvolumen das fünfte Jahr in Folge zurück. Im Juli 2026 lag die Stornoquote im Wohnungsbau bei 11,4 Prozent, 43,7 Prozent der Unternehmen meldeten Auftragsmangel. Der Geschäftsklimaindex im Wohnungsbau stand bei minus 31,0 Punkten. 2025 berichteten zeitweise 11 Prozent der Wohnungsbauunternehmen von stornierten Projekten, nahezu jedes zweite Unternehmen klagte über fehlende Aufträge.
Auch die Umfragen aus dem übrigen Baugewerbe sind ernüchternd: 24 Prozent der Bauunternehmen bewerteten ihr Auftragsvolumen als nicht ausreichend, im Hochbau waren es 34 Prozent. In Baden-Württemberg war das Baugewerbe 2025 die Branche mit den meisten Insolvenzanträgen – 459 Anträge, 4,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Handel kam auf 384 Anträge.
Die eigene Auswertung der im Branchenbericht genannten Datenbank zählt ausschließlich eröffnete Unternehmensinsolvenzen im Baugewerbe. Privatinsolvenzen, Einzelunternehmer und Nachlassverfahren sind nicht enthalten. Danach stiegen die Fälle von 268 im Jahr 2020 auf 358 im Jahr 2021, 409 im Jahr 2022, 581 im Jahr 2023, 716 im Jahr 2024 und 894 im Jahr 2025. Sechs Jahre in Folge ging es nach oben.
Bis Anfang September 2026 wurden dort 700 eröff
