Da Nang gibt zwei Grundstücke mit zusammen 23.828,6 Quadratmetern für Pilotprojekte im gewerblichen Wohnungsbau frei. Die Genehmigung beruht auf Vereinbarungen oder bereits bestehenden Landnutzungsrechten. Die Flächen werden vollständig als Wohnbauland ausgewiesen; Reisfelder sowie Schutz-, Sonder- und Produktionswälder sind nicht betroffen.

Auf der Pilotliste stehen das „Luxury Apartment Complex Diamond Square“ und das „Luxury Apartment Complex and Sapphire Coast Shopping Center“. Für den Wohnungsbau kommt das zu einem Zeitpunkt, an dem Da Nang wirtschaftlich deutlich breiter aufgestellt werden soll: Neben dem Tourismus will die Stadt Hightech, Industrie und Finanzdienstleistungen ausbauen. Der Bauboom bei Hotels war nach 2019 durch eine Antikorruptionskampagne und die Corona-Pandemie von 2020 bis 2022 ausgebremst worden. Viele Vorhaben blieben liegen, seit 2024 werden alte Projekte wieder aufgenommen und neue gestartet.

Zwei Wohnungsbauprojekte auf der Pilotliste

Das „Luxury Apartment Complex Diamond Square“ entsteht an der 84 Hung Vuong Street im Stadtbezirk Hai Chau. Investor ist die Kinh Bac Investment Company Limited – Da Nang. Das Grundstück umfasst 11.170,6 Quadratmeter, das Investitionsvolumen beträgt 5,159 Milliarden VND. Geplant ist die Umsetzung vom 2. Quartal 2026 bis zum 4. Quartal 2030.

Das zweite Vorhaben trägt den Namen „Luxury Apartment Complex and Sapphire Coast Shopping Center“. Die Sapphire Coast Joint Stock Company ist der Investor. Gebaut werden soll in Zone C des Villenviertels Xuan Thieu–Nam O im Stadtbezirk Lien Chieu, auf 8.719,7 Quadratmetern. Das Investitionsvolumen liegt bei 2,2 Billionen VND. Die geplante Umsetzungsdauer beträgt 36 Monate ab Erteilung der Investitionsgenehmigung.

Der Volksrat von Da Nang stimmte grundsätzlich zu, Zone C des Villenviertels Xuan Thieu–Nam O in die Liste der Gebiete für gewerblichen Wohnungsbau im Zeitraum 2021–2030 aufzunehmen. Grundlage ist die jüngste Anpassung des städtischen Wohnungsbauprogramms. Das Stadtvolkskomitee soll die beiden Projekte organisieren und durchführen – im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben zu Land, Investitionen, Planung, Bau, Wohnungsbau und Umwelt.

Zuständige Behörden sollen außerdem die Bevölkerungsziele überprüfen, Hindernisse beseitigen und Investoren bei Verwaltungsverfahren unterstützen. Das klingt trocken, ist in der Praxis aber oft der Teil, an dem Projekte entweder Fahrt aufnehmen oder monatelang festhängen.

Wohnungen, Büros und neue Verkehrsachsen

Der Zeitpunkt passt zur Entwicklung des Da-Nanger Immobilienmarkts. Im ersten Halbjahr 2026 sorgten Wirtschaftswachstum, Infrastrukturprojekte, steigende Touristenzahlen und höheres Investorenvertrauen für mehr Bewegung. Neben dem Tourismus entstehen Chancen bei Wohnungen, Gewerbe, Industrieimmobilien und Hotels.

In 15 aktiven Eigentumswohnungsprojekten waren 9.157 Einheiten auf dem Markt, 4.701 davon wurden im ersten Halbjahr verkauft. Die Verkaufsquote lag bei 51,3 Prozent. Der durchschnittliche Primärmarktpreis betrug etwa 3.600 US-Dollar pro Quadratmeter. In Cam Le wurden 95,91 Prozent verkauft, in Hai Chau 58,75 Prozent. Hochpreisige Projekte in etablierten Lagen blieben gefragt. Für 2026 werden rund 2.725 neue Einheiten erwartet, für 2027 mehr als 7.000.

Auch die Grundstücksknappheit und erwartete Infrastrukturverbesserungen stützen die Nachfrage. Vinhomes Hai Van Bay brachte in der ersten Phase mehr als 3.000 niedriggeschossige Wohneinheiten auf den Markt. Gleichzeitig nimmt die Nachfrage nach kombinierten „Live + Stay“-Immobilien in Da Nang und Hoi An zu – also nach Objekten, die Wohnen und Aufenthalt verbinden.

Der Bürobestand liegt bei 169.559 Quadratmetern, die Gesamtbelegungsquote bei 84,5 Prozent. Technologie, Logistik und professionelle Dienstleistungen treiben die Nachfrage. Im Einzelhandel wächst das Angebot unter anderem durch die Eröffnung der AEON Mall Da Nang im TTC Plaza. Neue Industrieprojekte in Lien Chieu, Hoa Vang und Cam Le schaffen zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten.

Nach der Gebietsreform stieg die Bevölkerung Danangs durch die Erweiterung um die Provinz Quang Nam im Jahr 2025 auf fast 3 Millionen. Mit Hoi An kam ein bedeutender Tourismusstandort hinzu, Chu Lai ist ein wichtiger Industriestandort. Kärcher erweitert in Chu Lai sein Werk für Reinigungsgeräte, Thaco montiert dort fünf BMW-Modelle.

Parallel sind große Verkehrsprojekte geplant. Eine Straßenbahn soll den Flughafen mit der Strandpromenade verbinden, eine Metro Da Nang mit Hoi An. Beide Vorhaben dienen als Pilotprojekte für ein späteres Verkehrsnetz. Die Metro soll künftig auch den aus dem Zentrum verlegten Bahnhof und die geplante Hochgeschwindigkeitsstrecke Hanoi–Ho-Chi-Minh-Stadt anbinden.

Der Ausbau des Flughafens Danang umfasst die Erweiterung des Passagierterminals von rund 15 Millionen Passagieren 2025 auf 20 Millionen jährlich. Zusätzlich ist ein Frachtterminal mit einer Kapazität von 100.000 Tonnen pro Jahr geplant. Der Flughafen Chu Lai soll ebenfalls ausgebaut werden, ergänzt um Büros, Wohnungen und Industrieparks. Beim Ausbau des Terminals T2 in Danang soll die jährliche Passagierkapazität auf etwa 6 Millionen steigen.

Hightech, Hafen und die neue Küstenkulisse

Der Software-Park 1 im Stadtzentrum ist vollständig belegt; unter anderem entwickelt Ubisoft dort Computerspiele. Anfang 2025 wurde der Software-Park 2 eröffnet, der Software- und Halbleiterdesign-Unternehmen aufnehmen soll. FPT erzielt nach eigenen Angaben rund 70 Prozent seiner Softwareexporteinnahmen in Danang, betreibt dort eine Universität und baut ein Halbleiterentwicklungszentrum.

Derzeit sind 14 Halbleiterdesign-Firmen mit rund 600 Ingenieuren in der Stadt ansässig. Bis 2030 soll die Zahl der Fachkräfte auf rund 5.000 steigen: 2.000 im Chipdesign sowie 3.000 in Verpackung und Testen. Für Verpackung und Testen gibt es in der Region bislang keine Betriebe. Danang will bis 2030 mindestens ein Unternehmen der Halbleiterfertigung ansiedeln. Ein 22-stöckiger Büroturm auf dem Gelände des Software-Parks 2 ist bereits im Bau.

Ende 2025 erhielt Danang gemeinsam mit Ho-Chi-Minh-Stadt den Status eines internationalen Finanzzentrums. Danang soll sich auf nachhaltige Finanzierungen und Fintech konzentrieren. Das ist eine neue Spur neben Strand, Resort und Feuerwerk – und vielleicht diejenige, die am meisten Geduld braucht.

Am Han-Fluss will Sungroup einen älteren Vergnügungspark in ein Büro-, Wohn- und Freizeitviertel mit einem 69-stöckigen Hochhaus verwandeln. Viettel errichtet auf der gegenüberliegenden Flussseite zwei Bürotürme nach Entwürfen des deutschen Büros gmp. Sungroup baut außerdem eine Arena für das jährliche Feuerwerksfestival sowie Hotels. Die Touristenzahlen lagen 2025 wieder deutlich über dem Niveau von 2019.

Eine ausgebaggerte Verbindung zwischen Danang und Hoi An soll künftig Bootsverkehr ermöglichen. Zunächst sind neue Anlegestellen auf dem schiffbaren Teil des Han-Flusses vorgesehen. Die touristische Hotelzone zieht sich überwiegend über einen 30 Kilometer langen Strand bis Hoi An. In einer nördlichen Bucht sollen fünf künstliche Inseln mit Hotels und Bürogebäuden entstehen.

Der bestehende Hafen liegt auf einer Halbinsel und ist durch den Stadtverkehr schwer erreichbar. Deshalb entsteht am Westrand der Bucht von Danang ein neuer Hafen. Die Basisinfrastruktur ist bereits vorhanden; auch Kreuzfahrtschiffe und Yachten sollen dort anlegen können. Ein Investor für einen Containerterminal wird ausgewählt. Hinter dem Hafen ist entlang der Nord-Süd-Autobahn eine Freihandelszone geplant.

Zu den ausgewählten Großprojekten zählen künstliche Inseln in der Bucht mit Landgewinnung auf 1.428 Hektar für Hotels, Büros und Wohnungen, veranschlagt mit 8 Milliarden US-Dollar. Die Chu-Lai-Flughafenstadt soll für 6,7 Milliarden US-Dollar Wohn- und Büroimmobilien sowie Industrieparks erhalten. Für den Metro- und Straßenbahnausbau sind in der ersten Phase 5 Milliarden US-Dollar vorgesehen, der Pilotbetrieb soll bis 2030 beginnen.

Der Ausbau des Flughafens Chu Lai wird mit 3,3 Milliarden US-Dollar angesetzt; bis 2030 sollen dort 10 Millionen Passagiere und 1,5 Millionen Ton