Vattenfall bündelt 285 Megawatt Batterieleistung an vier deutschen Standorten
Vattenfall übernimmt die Vermarktung von vier Großbatterien mit zusammen 285 Megawatt Leistung. Entwickelt werden die Anlagen von einem unabhängigen Flexibilitätsanbieter in Deutschland. Laut dem zugrunde liegenden Bericht entsteht damit das erste physische Batterieportfolio dieser Art in Europa.
Die Speicher werden an unterschiedlichen Standorten und in verschiedenen Regelzonen Deutschlands gebaut. Vattenfall kontrolliert die Anlagen und ihren Betrieb direkt. Es geht also nicht um virtuell gebündelte Speicher, die nur auf dem Papier gemeinsam vermarktet werden. Alle vier Projekte haben den Financial Close erreicht und sind damit vollständig finanziell abgesichert.
Drei Speicher bereits im Bau
Drei der vier Batteriespeicher befinden sich bereits im Bau. Je nach Baufortschritt soll die kommerzielle Inbetriebnahme voraussichtlich ab Januar des kommenden Jahres beginnen. Aus heutiger Sicht, am 1. Oktober 2026, ist damit Januar 2027 gemeint. Die Vereinbarungen zur Nutzung der Speicher durch Vattenfall laufen bis 2036.
Im Betrieb werden die Batteriesysteme in automatisierte Handels- und Optimierungsprozesse integriert. Abhängig von den Marktbedingungen können sie an Großhandelsstrommärkten und an Regelleistungsmärkten eingesetzt werden. Das klingt trocken, ist für das Stromnetz aber ziemlich handfest: Wegen ihrer schnellen Reaktionsfähigkeit können die Speicher Frequenzschwankungen und kurzfristige Ungleichgewichte ausgleichen.
Mehr Leistung für ein beweglicheres Stromsystem
Mit dem Projekt setzt Vattenfall den Ausbau seines Batterieportfolios in Nordwesteuropa fort. In den kommenden Jahren will das Unternehmen ein Batterieportfolio mit insgesamt 1,5 Gigawatt Leistung optimieren. Das neue Vorhaben ergänzt dabei den eigenen Bestand: Rund 270 Megawatt sind bereits in Betrieb oder im Bau, weitere 254 Megawatt entstehen in Brunsbüttel.
Für den Hochbau und die Energieinfrastruktur bedeutet das: Neben Leitungen, Umspannwerken und Erzeugungsanlagen gewinnen auch Speicherflächen, technische Gebäude und die dazugehörige Betriebslogistik an Gewicht. Batterien stehen zwar meist unscheinbar in Containern oder Hallen, im Hintergrund laufen jedoch Handel, Steuerung und Netzstabilisierung gleichzeitig. Ein bisschen unspektakulär – und gerade deshalb wichtig.
Vattenfall verfolgt mit dem Ausbau das Ziel, ein größeres Angebot an Flexibilitätslösungen für ein zuverlässiges und zunehmend erneuerbares Stromsystem bereitzustellen. Wenn Wind- oder Solarstrom schwankt, können die neuen Anlagen kurzfristig reagieren, statt dass jede Abweichung sofort über andere Kraftwerke oder zusätzliche Netzeingriffe aufgefangen werden muss. Die vier Standorte werden dabei nicht zu einem virtuellen Paket zusammengeschoben, sondern als physische Anlagen in mehreren deutschen Regelzonen betrieben.
