Im Bergischen Land stehen zwei große Bildungsprojekte mit ihren Zeitplänen im Mittelpunkt: der Neubau der 7. Gesamtschule in Wuppertal und die geplante Verlegung von Berufskollegs auf das Zanders-Areal in Bergisch Gladbach. Beide Vorhaben sind langfristig angelegt – und bei beiden steckt der Teufel im Detail.

In Wuppertal laufen die Arbeiten am Standort Bockmühle bereits sichtbar an. Abriss und Schadstoffsanierung sind weitgehend abgeschlossen. Jetzt werden Baugrund und Gelände vorbereitet: Massive Fundamente müssen heraus, belasteter Boden wird ausgetauscht. Das ist weniger spektakulär als ein Richtfest, aber für den späteren Hochbau entscheidend.

Wuppertal: Baustart im Sommer 2027

Der Bauantrag für die 7. Gesamtschule soll im Winter 2026/27 eingereicht werden. Der Baubeginn ist für Sommer 2027 vorgesehen. Rund 1.500 Schülerinnen und Schüler sollen die vollständige neue Schule zum Schuljahr 2030/31 nutzen können.

Eine ursprünglich erwogene Teilinbetriebnahme zum Schuljahr 2029/30 wurde verworfen. Erste Schülerinnen und Schüler werden ab 2027 zunächst in einer Containeranlage an der Spitzenstraße unterrichtet. Zum Projekt gehört außerdem eine geplante Vierfach-Sporthalle am Rauental.

Der Hochbauvertrag umfasst knapp 90 Millionen Euro. Das Gesamtbudget liegt laut Ratsbeschluss bei 157,7 Millionen Euro, davon sind 22,8 Millionen Euro für die Ausstattung vorgesehen. Zwischen Containern, Bodenaustausch und späterem Schulbetrieb liegt also ein ordentliches Stück Weg.

Zanders-Areal: Bildungscampus mit langem Vorlauf

In Bergisch Gladbach arbeiten der Kreis, die Stadt und die Zanders-Entwicklungsgesellschaft am geplanten Bildungscampus auf dem Zanders-Areal. Der erste Bauabschnitt soll Fachklassen für die beiden Berufskollegs aufnehmen. Zunächst ist der Neubau für etwa 1.000 Schülerinnen und Schüler ausgelegt; langfristig sollen beide Berufskollegs vollständig auf das Areal umziehen.

Als Termin für die Inbetriebnahme ist der 1. August 2032 vorgesehen. Einen belastbaren Kostenrahmen gibt es derzeit noch nicht. Eine Machbarkeitsstudie einschließlich Kostenrahmen und Fördermittelcheck soll bis November 2026 erstellt werden. Städtebauliche Qualitäten sollen bis Dezember 2026 festgelegt werden, eine vorläufige Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ist bis Februar 2027 vorgesehen.

Danach wird es nicht plötzlich schnell: Das Vergabeverfahren soll von September 2027 bis Dezember 2029 laufen, der erste Spatenstich ist für April 2030 geplant. Ob dieser Fahrplan hält, hängt von der Erschließung und Versorgung des Zanders-Areals ab. Gerade bei einem großen ehemaligen Industrieareal können Leitungen, Wege und Anschlüsse den Takt vorgeben.

Kosten im Schulbau genauer einordnen

Für die Einordnung solcher Vorhaben bietet der BKI Objektdaten Sonderband S1 „Schulen“ statistische Kostenkennwerte realisierter Schulbauprojekte. Betrachtet werden Neubauten, Erweiterungen, Umbauten und Modernisierungen. Erfasst sind unter anderem allgemeinbildende Schulen, berufliche Schulen sowie Förder- und Sonderschulen im Neubau. Hinzu kommen Erweiterungen, Umbauten und Modernisierungen von Schulen im Altbau.

Der Sonderband enthält 75 Objektdokumentationen mit aktuellen Kostenkennwerten, Fotos, Zeichnungen und Projektbeschreibungen. Die Kostenangaben sind nach DIN 276 und nach Leistungsbereichen aufgeschlüsselt, außerdem für Baukonstruktionen und technische Anlagen. Für Projekte wie die Gesamtschule in Wuppertal oder den Bildungscampus in Bergisch Gladbach kann das eine brauchbare Vergleichsgrundlage sein – auch wenn daraus kein fertiger Preiszettel für ein konkretes Grundstück wird.

Ergänzt wird das Angebot durch den Fachartikel „Instandhaltung, Umbau und Erweiterungen von Schulen“ von Univ.-Prof. Dr.-Ing. Wolfdietrich Kalusche und Monika Deutschmann, M.Sc. Baukosten-Regionalfaktoren für Stadt- und Landkreise ermöglichen zudem, Bundesdurchschnittswerte an das regionale Baukostenniveau anzupassen. Gerade im Bergischen Land dürfte dieser regionale Blick hilfreicher sein als ein glatter Durchschnittswert.

Die BKI-Daten sind als Buch, eBook oder Download erhältlich. Die Preisangaben beginnen bei 99 € beziehungsweise bei 92 €; die Mehrwertsteuer wird mit 7 % angegeben. Für die beiden aktuellen Schulbauprojekte bleiben zunächst dennoch andere Fragen auf dem Tisch: in Wuppertal der nächste Schritt Richtung Bauantrag, in Bergisch Gladbach Machbarkeit, Kostenrahmen und die Erschließung des Areals.