Heute ist der 22.10.2026, und während das Laub von den Bäumen fällt, bleibt das Thema Wohnungsbau in Deutschland ein heißes Eisen. In unserem schönen Bayern fehlen laut aktuellen Schätzungen rund 220.000 bis 235.000 Wohnungen. Das ist eine Menge Holz! Und dennoch wird seit Jahren eher verhalten gebaut. Die Wartelisten beim Wohnbau-Selbsthilfewerk Donau-Ries (WS) quellen über, während die Zahl der tatsächlich neu geschaffenen Wohnungen kaum nennenswert wächst. Ein echtes Dilemma.

Matthias Bernecker, Geschäftsführer des WS, hat einen klaren Blick auf die Dinge. Er nennt die stark gestiegenen Baukosten, hohe Finanzierungskosten, die explodierenden Energiepreise und die zurückgegangenen staatlichen Förderungen als Hauptursachen für die Zurückhaltung beim Wohnungsbau. Es ist wirklich frustrierend, wenn man bedenkt, dass Sanierungen mittlerweile durchschnittlich über 3.100 Euro pro Quadratmeter kosten – vor zwei Jahren waren es noch 2.300 Euro! Bei Neubauten schaut die Sache noch düsterer aus; die Zinsen liegen inzwischen bei über vier Prozent.

Neubauprojekte und Sanierungen

Die Neubaukosten in der Region Augsburg sind laut dem Immobilienverband IVD auf 6.000 bis 7.000 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Ein KfW-Förderprogramm, das früher 25 Prozent Zuschuss gewährte, hat sich auf magere zehn Prozent reduziert. Für das serielle Bauen gibt es immerhin zehn Prozent Förderung – bei dieser Methode werden standardisierte Gebäudeteile industriell vorgefertigt. Ein Lichtblick in einem sonst eher trüben Bild.

In Bäumenheim steht der Abriss von drei Wohnblöcken in der Sudetenstraße an. Aktuell gibt es dort 30 Wohnungen, künftig sollen es 32 werden, und mit einem zusätzlichen Stockwerk könnten bis zu zwölf weitere Wohnungen hinzukommen. Das WS hat insgesamt 690 Wohnungen in 110 Häusern, hauptsächlich in Donauwörth, und investiert in diesem Jahr 1,5 Millionen Euro in den eigenen Bestand. Ein Wohnblock in der Donauwörther Parkstraße wurde bereits kernsaniert und mit einer Wärmepumpe ausgestattet. Bernecker ist optimistisch: Erste Erfahrungen zeigen, dass Wärmepumpen in Mehrparteienhäusern effizient genutzt werden können.

Mietpreise und Marktentwicklung

Die durchschnittliche Miete bei WS liegt bei 5,19 Euro pro Quadratmeter, was für viele ältere Wohnungen mit alten Mietverträgen typisch ist. Bei neu vermieteten, sanierten Wohnungen hingegen sind es bereits 8 bis 8,50 Euro pro Quadratmeter – ein Anstieg, der sich aus den gestiegenen Kosten ergibt. Im Vergleich dazu liegen die Durchschnittsmieten auf dem privaten Mietmarkt in Donauwörth zwischen 10 und 11,70 Euro pro Quadratmeter. Das stellt natürlich viele Mieter vor große Herausforderungen. Glücklicherweise ist eine allgemeine Mieterhöhung beim WS nicht geplant.

Die Neubauprojekte auf der grünen Wiese sind aufgrund der hohen Bau- und Finanzierungskosten momentan auf Eis gelegt. Das geplante Bauvorhaben neuer Wohnblöcke nördlich der Imhofstraße in Donauwörth wird trotzdem weiterverfolgt, auch wenn das WS zunächst auf die Entwicklung der Kosten wartet. Es bleibt also spannend!

Bedarf und Förderung

Das bayerische Bevölkerungswachstum sorgt für eine angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt. Der Freistaat erkennt den erhöhten Bedarf an neuen Wohnungen, insbesondere für Menschen, die sich nicht selbst mit Wohnraum versorgen können. Ziel ist es, dass alle in Bayern nach ihren Wünschen wohnen können – eine Herausforderung, die nicht einfach zu meistern ist. Die bayerische Regierung fördert den Bau und die Modernisierung von Wohnraum, die Bildung von Wohneigentum und bezahlbare Mietwohnungen sowie Eigenheime.

Ein Blick in die Statistiken zeigt, dass die Entwicklungen in der Wohnraumförderung, den Wohngeldausgaben sowie den Wohnungsbaugenehmigungen kontinuierlich beobachtet werden. Es bleibt abzuwarten, ob und wie sich die Situation am Wohnungsmarkt in den kommenden Jahren verbessern wird. Die Herausforderungen sind groß, aber die Bemühungen um einen attraktiven und bezahlbaren Wohnraum gehen weiter. Bleiben wir also dran – auf dass wir eines Tages vielleicht nicht mehr über zu wenig Wohnraum klagen müssen!