Am Bahnhof Altenburg ist nach einer umfassenden Modernisierung wieder mehr Platz für Komfort, Orientierung und einen möglichst unkomplizierten Zugang. Die Deutsche Bahn hat die Arbeiten abgeschlossen. Bund und Deutsche Bahn investierten dafür insgesamt rund 420.000 Euro.

Altenburg bleibt damit ein wichtiger Knotenpunkt im S-Bahn- und Regionalverkehr. Täglich nutzen mehr als 3.000 Ein- und Aussteiger die Station. Geöffnet wurde der Bahnhof bereits 1842 mit der Bahnstrecke Leipzig–Hof – nun ist sein Erscheinungsbild deutlich aufgewertet worden.

Barrierefrei zu den Bahnsteigen

Im nördlichen Zugangsbereich entstand eine neue Rampe. Außerdem gibt es einen neuen Aufzug zu Bahnsteig 1. Der Aufzug zu den Bahnsteigen 2 und 3 wurde umfassend modernisiert. Im Zuge der Umgestaltung der Gleisanlagen kam Bahnsteig 4 neu hinzu.

Auch die Bahnsteigdächer an Bahnsteig 1 sowie an den Bahnsteigen 2 und 3 wurden erneuert. Für Reisende bedeutet das mehr Schutz und weniger Hindernisse auf dem Weg zum Zug – gerade bei Gepäck, Kinderwagen oder eingeschränkter Mobilität keine Nebensache.

Mehr Sitzbänke laden zum Warten ein, zusätzliche Fahrradabstellplätze schaffen Ordnung am Bahnhof. Verglaste Wetterschutzhäuser sollen den Aufenthalt angenehmer machen, wenn der Wind pfeift oder der Regen quer über den Bahnsteig zieht. Die Wegeleitung wurde vollständig erneuert.

Neue Anzeigen, alte Figur

Bei der Fahrgastinformation setzt die Station nun auf größere Anzeigen und einen zusätzlichen Zugzielmonitor. Verspätungen, Gleiswechsel und Abfahrten sollen damit besser ins Blickfeld rücken – ein kurzer Blick genügt, statt erst einmal die halbe Halle abzusuchen.

In der Personenunterführung wurden die Wandflächen saniert und mit Graffitischutzboards im Altenburger Skatkarten-Design versehen. Eine lokale Note, die nicht nach austauschbarer Bahnhofsausstattung aussieht. Gleichzeitig kehrte die restaurierte Figur „Malcher“ an ihren ursprünglichen Standort im Bahnhof zurück.

Vorgestellt wurden die abgeschlossenen Arbeiten unter anderem von Ute Stuhr, Leiterin des Bahnhofsmanagements Chemnitz, und Altenburgs Oberbürgermeister André Neumann. Neumann verwies dabei auch auf bevorstehende Veranstaltungen wie die Eröffnung der Spieleerlebniswelt und die Landesgartenschau. Beide könnten zusätzliche Besucher nach Altenburg bringen.

Das Empfangsgebäude befindet sich in privatem Eigentum. Neumann äußerte die Hoffnung, dass dort künftig ebenfalls investiert wird. Der Bahnhof selbst ist außerdem von weiteren Arbeiten im Zusammenhang mit dem Ausbau der Sachsen-Franken-Magistrale betroffen.

Altenburg im größeren Bahnhofsprogramm

Die Modernisierung passt in einen größeren politischen Rahmen. Das BahnhofskonzeptPlus des Bundesministeriums für Verkehr zielt auf attraktivere Personenbahnhöfe und mehr Barrierefreiheit. Bis 2030 umfasst das Gesamtprogramm ein Finanzierungsvolumen von rund 5 Milliarden Euro. Damit sollen mehr als 3.000 Verkehrsstationen und Empfangsgebäude der Eisenbahnen des Bundes modernisiert werden.

Ein Bestandteil ist das „1.000-Bahnhöfe-Programm“. Es setzt einen Auftrag aus dem Koalitionsvertrag der 19. Legislaturperiode um und soll bis 2030 fortgeführt werden. Für die Förderung kleiner Bahnhöfe sollen Länder, Kommunen und die Deutsche Bahn als Partner gewonnen werden. Dabei geht es nicht nur um die Bahnsteige: Das Förderprogramm bezieht auch Bahnanlagen und das Bahnhofsumfeld ein.

Drei Investitionsschwerpunkte stehen im Mittelpunkt. Erstens soll der Planungsvorrat zur Barrierefreiheit umgesetzt werden – also jene baulichen Projekte, die bis 2018 im Zukunftsinvestitionsprogramm ZIP vorbereitet wurden. Zweitens soll die Barrierefreiheit an kleinen Verkehrsstationen mit mehr als 1.000 bis zu 4.000 Reisenden täglich schneller hergestellt werden. Drittens geht es um die Attraktivitätssteigerung kleiner und mittlerer Bahnhöfe, besonders dort, wo Empfangsgebäude instandhaltungsbedürftig sind.

Zum BahnhofskonzeptPlus gehören außerdem das „Sofortprogramm für attraktive Bahnhöfe“ und die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung III. Im Rahmen des Konjunkturprogramms wurden 2020 und 2021 Maßnahmen zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Sauberkeit an Verkehrsstationen umgesetzt. Nach der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung III sollen abgängige Bahnanlagen in Empfangsgebäuden und Verkehrsstationen durch Anlagen auf dem aktuellen Stand der Technik und der Barrierefreiheit ersetzt werden. Ausgewählte besonders niedrige Bahnsteige sollten bis 2024 angehoben werden, damit ein stufenfreier Zugang möglich wird.