Seit Dienstag, 11. August 2026, um 3 Uhr ist die Zugstrecke zwischen Magdeburg und Halberstadt gesperrt. Anlass sind kurzfristig angesetzte Brückenarbeiten. Nach den ursprünglichen Angaben soll die Sperrung bis einschließlich 27. September dauern – für Reisende heißt das: umsteigen, warten, improvisieren.

Im Normalfall fahren die Züge zunächst nur zwischen Magdeburg und Dodendorf in der Börde. Nach etwa fünf Minuten müssen Fahrgäste dort in Busse wechseln. Zusätzlich verkehren stündlich Direktbusse ohne Zwischenhalt zwischen Magdeburg und Halberstadt. Sie sind rund 30 Minuten länger unterwegs. Wer nach Nienhagen will, muss zunächst Halberstadt ansteuern und dort in einen stündlichen Pendelbus umsteigen.

Schwieriger Auftakt am ersten Tag

Wie holprig der Start verlief, zeigte ein Test des MDR am Dienstagmorgen. Der Zug um 5:42 Uhr ab Magdeburg nach Dodendorf fiel aus. Rund 20 weitere Reisende standen ebenfalls da; nach 20 Minuten wurde die Verbindung offiziell gestrichen. Der Reporter nahm anschließend einen Linienbus nach Dodendorf. Dort warteten weder Ersatzbusse nach Halberstadt noch Züge aus Magdeburg.

Auch in der Gegenrichtung harrten Fahrgäste vergeblich aus. In Dodendorf warteten sie auf Züge nach Magdeburg, die nicht kamen. Nach MDR-Angaben funktionierte der angekündigte Ersatzverkehr am ersten Tag offenbar noch nicht vollständig. Eine Anfrage des MDR an die Deutsche Bahn blieb zunächst unbeantwortet. Die genauen Fahrzeiten waren in den Bahn-Apps zunächst ebenfalls nicht abrufbar; sie sollten am Mittwoch eingespielt werden.

Neue Bauplanung, neue Fahrpläne

Die Deutsche Bahn beschreibt die Sperrung inzwischen genauer: Seit 11. August ist der Abschnitt zwischen Dodendorf und Halberstadt wegen der Brückenarbeiten dicht. Voraussichtlich dauert das bis zum Betriebsbeginn am 22. September 2026. Danach bleibt der Abschnitt Oschersleben–Halberstadt voraussichtlich bis zum 27. September gesperrt. Grund für die Verlegung der Sperrung von Oschersleben–Halberstadt nach Dodendorf–Halberstadt sind kurzfristige Änderungen an der Baulogistik.

Betroffen sind die Linien RE11, RE21, RE31, RB43 und HBX. Der Schienenersatzverkehr sieht stündliche Busse zwischen Dodendorf und Halberstadt vor. Sie halten an allen Unterwegsbahnhöfen – außer in Nienhagen. Die Züge zwischen Dodendorf und Magdeburg fahren weiter. Außerdem gibt es stündliche Expressbusse zwischen Magdeburg und Halberstadt über die B 81, ohne Zwischenhalt. Nienhagen wird per Kleinbus mit Halberstadt verbunden.

Die nötige Anpassung der Zug- und Busfahrpläne führte am 11. August zu Problemen beim Ersatzverkehr und bei der Fahrgastinformation. Auch die Aktualisierung der Fahrplandaten in den Auskunftsmedien verzögerte sich. In der Nacht zum 12. August sollten die Systeme aktualisiert werden; ab diesem Tag sollten alle Fahrten des angepassten Ersatzverkehrs stattfinden. Ob das dann tatsächlich rundlief, war in den vorliegenden Angaben noch nicht dokumentiert.

Hinter der Sperrung steckt ein Neubau in Groß Quenstedt im Landkreis Harz. Die DB InfraGO erneuert dort die Eisenbahnüberführung über den Irrlandgraben. Die bestehende Brücke hat das Ende ihrer technischen Nutzungsdauer erreicht. Der Neubau soll die Leistungsfähigkeit der Eisenbahninfrastruktur langfristig sichern – heute aber müssen Reisende erst einmal mit Bussteigen und Ersatzfahrplänen zurechtkommen.

Ein Baustein in einem sehr vollen Baustellenjahr

Die Arbeiten zwischen Magdeburg und Halberstadt stehen nicht für sich allein. Die Deutsche Bahn modernisiert das deutsche Schienennetz; damit verbunden sind Großbaustellen, Streckensperrungen und Fahrplanänderungen. Mehr als 40 wichtige Teilstrecken sollen bis 2036 monatelang gesperrt und grundlegend saniert werden. Die Generalsanierung dauert voraussichtlich mindestens fünf Jahre länger als ursprünglich geplant. Für Millionen Fahrgäste sind langfristige Einschränkungen im Fernverkehr zu erwarten.

Schon 2026 ist der Kalender dicht: In Dresden wird vom 9. Februar bis 6. November ein neues Kreuzungsbauwerk am Hauptbahnhof gebaut. IC-Züge von und nach Chemnitz werden zwischen Dresden-Neustadt und Freiberg umgeleitet, der Halt Dresden Hauptbahnhof entfällt. Berlin folgt vom 14. Juni bis 12. Dezember in zwei Phasen, vom 14. Juni bis 1. Oktober sowie vom 2. Oktober bis 12. Dezember. Fernzüge halten am Berliner Hauptbahnhof dann nur im unterirdischen Teil, einige ICE-Verbindungen fallen aus.

In der ersten Berliner Phase fahren mindestens stündliche ICE-Züge zwischen Berlin und NRW, allerdings ohne Halt am Ostbahnhof. Die Verbindung Berlin–Frankfurt über Kassel bleibt ebenfalls stündlich bestehen, auch sie lässt den Ostbahnhof aus. Züge nach Polen fahren zweistündlich über Berlin-Gesundbrunnen, ohne Halt am Hauptbahnhof und am Ostbahnhof. In der zweiten Phase werden ICE-Züge zwischen NRW und Berlin über Braunschweig umgeleitet, die Fahrzeit verlängert sich um 60–80 Minuten. Berlin-Spandau und Ostbahnhof entfallen als Halte. Direkte Verbindungen Berlin–Frankfurt über Kassel gibt es dann nicht; über Erfurt fährt Ersatzverkehr mindestens stündlich. Die Polen-Verbindungen bleiben zweistündlich und nutzen Berlin-Gesundbrunnen.

Auf der Strecke Regensburg–Passau läuft vom 14. Juni bis 13. Dezember eine Generalsanierung. Zwischen Regensburg, Passau und Wels verkehren monatelang keine Fernverkehrszüge. Die Halte Passau, Plattling und Straubing entfallen vollständig, in Regensburg bleibt nur ein eingeschränktes Angebot. Umleitungen führen über Salzburg, Simbach am Inn und Mühldorf. Zahlreiche Züge zwischen Nürnberg beziehungsweise Regensburg und Wien fallen aus. Ersatzbusse mit Reservierungspflicht fahren auf der Relation Passau–Nürnberg bis 31. Juli und auf Passau–Regensburg ab 1. August. Das Angebot München–Wien über Salzburg und Simbach wird ausgeweitet, Züge zwischen München, Nürnberg und Wien brauchen bis zu 15 Minuten länger.

Zwischen Köln und Wiesbaden werden vom 10. Juli bis 12. Dezember zwischen Troisdorf und Wiesbaden Gleise, Weichen, Oberleitungen, Brücken und mehrere Bahnhöfe erneuert. Güterzüge werden unter anderem über die linke Rheinstrecke umgeleitet. Zwischen Köln, Bonn, Koblenz und Mainz bleibt nur ein ICE pro Richtung und Stunde, weitere Fernzüge fallen teilweise aus. Remagen und Andernach werden nur vereinzelt bedient.

Brückenarbeiten am Knoten Erfurt vom 31. Juli bis 30. September drücken das Fernverkehrsangebot zwischen Berlin, Erfurt, Nürnberg, Augsburg und München. Auf Berlin–Erfurt–Nürnberg–München fahren etwa drei Viertel der regulären Züge; je Richtung sind es drei Züge in zwei Stunden. Die ICE-Linie 18 fährt nur zwischen Hamburg-Altona und Berlin. Büchen, Ludwigslust und Wittenberge werden ersatzweise alle zwei Stunden von anderen Fernzügen bedient. Zwischen Nürnberg und München fahren Ersatzzüge mit Halt in Donauwörth, Augsburg und München-Pasing. Wer von oder nach Berlin unterwegs ist, braucht möglicherweise einen zusätzlichen Umstieg in Nürnberg.

Auch Magdeburg bekommt im Herbst noch eine weitere Baustelle zu spüren. Vom 4. bis 30. September führen Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik auf der Strecke Magdeburg–Berlin zu Umleitungen und Teilausfällen. Bei mehreren ICE- und IC-Verbindungen entfallen Halte in Brandenburg, Potsdam und Berlin-Wannsee, teilweise sind auch Magdeburg, Braunschweig und Berlin-Charlottenburg betroffen. IC-Züge von und nach Norddeich Mole werden zunächst über Stendal und Berlin-Spandau umgeleitet, die Fahrzeit verlängert sich um rund 25 Minuten. Ab 19. beziehungsweise 20. September beginnen oder enden einzelne IC-Züge bereits in Magdeburg. Das ICE-Zugpaar Berlin–Köln wird überwiegend zwischen Potsdam und Braunschweig umgeleitet.

Vom 7. bis 26. September stehen Weichen- und Oberleitungsarbeiten zwischen Hannover und Göttingen an. Mehrere Fernverkehrsverbindungen fallen aus, die ICE-Linien 3 und 4 entfallen auf ihrem gesamten Laufweg. Zwischen Hamburg beziehungsweise Hannover und Frankfurt oder München bestehen weiterhin mindestens stündliche Verbindungen. Auf Kassel–Gießen–Frankfurt fahren nur einzelne Fernzüge. ICE-Linie 26 verkehrt nur zwischen Bremen und Hannover; dadurch entfallen unter anderem Halte in Göttingen, Kassel-Wilhelmsh