Heute ist der 22.10.2026. Die Situation bei der Deutschen Bahn ist alles andere als rosig. Verspätungen wie nie zuvor – die Zahlen sprechen für sich. Laut Unternehmensangaben sind die Verspätungen infolge einer maroden Infrastruktur im Jahr 2026 um satte 40 Prozent gestiegen. Das hat man sich wohl anders vorgestellt. Der Vorstandsvorsitzende von DB InfraGO, Philipp Nagl, macht extreme Wetterbedingungen dafür verantwortlich. Ein sehr kalter Winter und ein extrem heißer Sommer haben der Infrastruktur ganz schön zugesetzt. Man könnte sagen, die Deutsche Bahn hat ganz schön zu kämpfen.

Die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr ist im Januar auf gerade einmal etwas über 52 Prozent gefallen. Ein ICE oder IC gilt bereits als pünktlich, wenn er weniger als sechs Minuten Verspätung hat – und das ist schon eine ziemlich großzügige Definition. Interessanterweise gab es im Frühjahr zwar zunächst eine Verbesserung der Werte, aber ab Juni ging es wieder bergab. Momentan liegt die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr durchgehend unter 55 Prozent. Das ist alles andere als erfreulich.

Die aktuellen Zahlen im Detail

Im September 2026 lag die betriebliche Pünktlichkeit im DB-Fernverkehr bei 52,4 Prozent. Wenn man das mit den 55,3 Prozent im September 2025 vergleicht, wird das ganze Ausmaß der Misere deutlich. Die Reisendenpünktlichkeit, also die Ankunft der Fahrgäste am Zielbahnhof, ist mit 58,7 Prozent auch nicht viel besser. Das macht deutlich, dass die Deutsche Bahn noch einen langen Weg vor sich hat. Im Regionalverkehr sieht es zwar etwas besser aus – hier lag die betriebliche Pünktlichkeit bei 88,2 Prozent und war damit einen Prozentpunkt über dem Vorjahreswert. Aber die meisten Reisenden, etwa 95 Prozent, sind mit Regionalzügen unterwegs.

Die Ursachen für die Probleme sind vielschichtig. Das Schienennetz ist nicht nur durch Wetterextreme geschädigt, sondern es gibt auch einen massiven Reparaturstau. Anlagen gehen schneller kaputt, als sie repariert werden können. In den ersten neun Monaten des Jahres 2026 stiegen die Verspätungsfälle durch gestörte Infrastruktur im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 40 Prozent. Schuld daran sind nicht nur defekte Weichen und Signale, sondern auch Störungen an Bahnübergängen und Oberleitungen. Das führt natürlich zu Geschwindigkeitsreduzierungen und macht die Situation noch schlimmer.

Sanierungsarbeiten und Herausforderungen

Die Deutsche Bahn hat in diesem Jahr rekordverdächtige Investitionen in Höhe von mehreren Milliarden Euro in ein umfangreiches Sanierungsprogramm gesteckt. Es gibt rund 28.000 Baustellen – das ist eine Menge Holz! Ab Oktober beginnen umfangreiche Sanierungsarbeiten auf der Strecke zwischen Berlin und Wolfsburg, wo die Züge aufgrund des schlechten Streckenzustands bereits langsamer fahren mussten. Auf der umfassend sanierten Riedbahn gab es im Jahr 2026 bislang keine Verspätungen wegen Langsamfahrstellen. Das klingt vielversprechend, aber auch hier gibt es weiterhin Störungen an Weichen und Signalen, die sich nur langsam verbessern.

Die extreme Wetterlage hat die Reparaturarbeiten zusätzlich erschwert. Frost und Schnee haben zu Jahresbeginn viele Sanierungen verhindert, während die Hitze im Sommer für Umleitungen und Verspätungen sorgte. Im Grunde genommen ist das Bahnnetz nicht für die heutigen Höchsttemperaturen ausgelegt. Reparaturen bei extremer Kälte oder anhaltender Hitze sind technisch oft nicht möglich, was die Lage noch verschärft.

Die Bahn-Chefin Evelyn Palla erklärte bereits, dass kurzfristig keine deutlichen Verbesserungen zu erwarten seien. Ihr erstes Ziel? Den Abwärtstrend bei der Pünktlichkeit stoppen. Doch das bleibt vorerst ein unerfüllter Wunsch. Es bleibt abzuwarten, ob die Investitionen und die zahlreichen Baustellen die erhoffte Wende bringen können – oder ob wir noch lange mit diesen Problemen leben müssen.