Heute ist der 20.10.2026. In Mittelherwigsdorf bei Zittau tut sich was! Am vergangenen Wochenende wurden mehr als 20 Meter lange Fertigteilträger für die neue Brücke eingebaut. Das klingt vielleicht nicht nach viel – aber hey, das ist ein entscheidender Schritt, um die Bauarbeiten voranzutreiben. Damit rückt die Freigabe für den Verkehr, die noch in diesem Jahr geplant ist, in greifbare Nähe. Und das ist echt wichtig, denn die alte Überführung über die Eisenbahnstrecke Zittau–Dresden war im letzten Jahr wegen akuter Einsturzgefahr gesperrt worden.

Die Bauarbeiten haben im Juni begonnen und die Kosten für den Neubau belaufen sich auf etwa 4,8 Millionen Euro, wie der Landkreis Görlitz mitteilt. Es geht jetzt weiter mit der Abdichtung der Brücke und anschließend den Straßenbauarbeiten. Die Vorfreude auf eine sichere Verbindung zwischen Mittelherwigsdorf und Hainewalde wächst!

Ein Blick in die Vergangenheit

Doch die Geschichte dieser Brücke ist kein Zuckerschlecken. Ein Gutachten zur Standsicherheit hatte die Brücke an der K 8655 in Mittelherwigsdorf bereits im letzten Jahr als gefährlich eingestuft. So wurde die Brücke am 28. Juli 2025 nicht nur für Autos, sondern auch für Fußgänger und Radfahrer gesperrt. Eine temporäre Behelfsbrücke für Fußgänger soll schnellstmöglich errichtet werden, um die Lage zu entschärfen. Man fragt sich, wie es so weit kommen konnte. Der Landkreis hat die Sperrung in Abstimmung mit den Fachstellen und der Gemeinde beschlossen – und das war wohl die einzige richtige Maßnahme.

Die Situation wird noch komplizierter, denn die Gutachtenergebnisse betreffen auch den Bahnverkehr. Die Deutsche Bahn hat angekündigt, dass der Zugverkehr eingestellt wird und stattdessen ein Schienenersatzverkehr eingerichtet wird. Bis zum geplanten Rückbau der Brücke, der spätestens im November abgeschlossen sein soll, müssen die Fahrgäste auf andere Verkehrsmittel umsteigen.

Das große Ganze

Während hier in Sachsen die Brückenprojekte voranschreiten, sieht die Situation in anderen Städten Deutschlands oft ganz anders aus. Die Sondierer der schwarz-roten Koalition planen zwar milliardenschwere Investitionen zur Modernisierung der Infrastruktur, aber wie man sieht, laufen viele Brückenprojekte wegen langwieriger Planungs- und Genehmigungsverfahren ins Stocken. Ein Beispiel ist die Carola-Brücke in Dresden, wo nach dem Einsturz im September 2024 viele Monate vergangen sind, ohne dass der Rückbau richtig in die Gänge kommt. Das ist frustrierend, und man fragt sich, ob wir in Deutschland immer noch im Stau stecken – und das nicht nur auf den Straßen.

Die Unterschiede zu anderen Ländern sind frappierend. In China werden Brücken innerhalb weniger Tage abgerissen und neu gebaut, während wir hier für die gleichen Schritte Jahre benötigen. Es ist klar, dass Experten wie Heinrich Bökamp von der Bundesingenieurkammer mehr Tempo in den Planungs- und Genehmigungsverfahren fordern. Schließlich gibt’s nicht nur die Brücke in Mittelherwigsdorf – auch andere Brücken in unserem Land stehen auf der Kippe. Ein schneller Ersatzneubau könnte also nicht nur die Infrastruktur retten, sondern auch dazu beitragen, dass wir uns nicht ständig über marode Brücken ärgern müssen.