Heute ist der 22.10.2026 und die Vorfreude auf den kommenden Winter wird durch ein wichtiges Bauprojekt der Deutschen Bahn getrübt. Die Schnellfahrstrecke zwischen Nürnberg und Ingolstadt wird von Freitag, dem 30. Oktober 2026, um 22 Uhr, bis einschließlich 12. Dezember 2026 gesperrt. Das klingt erstmal nach einer langen Zeit, aber die Arbeiten sind dringend nötig.

Die Bahn hat große Pläne, um die Strecke, die seit 2006 in Betrieb ist, auf Vordermann zu bringen. Der Austausch der Schienen steht ganz oben auf der Liste, denn nach fast 20 Jahren und einer täglichen Zugfrequenz von rund 170 Zügen mit Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h wird die Abnutzung einfach zu groß. Dabei werden über 160 Kilometer neue Schienen verlegt und mehr als 10.000 Tonnen Material bewegt. Zudem erneuert die Bahn mehrere Weichen, inspiziert Tunnel und reinigt die Entwässerungsanlagen. Die Kosten für diese umfangreiche Sanierung belaufen sich auf etwa 70 Millionen Euro. Ein echtes Mammutprojekt!

Umleitungen und Ersatzbusse

Was bedeutet das für die Reisenden? Die ICE-Züge zwischen München und Berlin werden während der Sperrung über Augsburg und Donauwörth umgeleitet. Die Fahrt nach Nürnberg verlängert sich dadurch um rund 45 Minuten. Und wer von München nach Frankfurt möchte, muss die Verbindung über Ulm und Stuttgart nehmen – ein Umstieg ist dort nicht nötig, aber trotzdem ist das alles recht umständlich. Auf der Strecke von München nach Hamburg fährt nur noch alle zwei Stunden ein Zug, und die Hälfte dieser Verbindungen endet bereits in Nürnberg.

Für die Regionalreisenden sieht es noch komplizierter aus. Normalerweise nutzen viele das Deutschlandticket und fahren mit dem Regionalexpress. Jetzt müssen sie auf Ersatzbusse umsteigen, die für die Strecke zwischen Nürnberg und Ingolstadt etwa doppelt so lange benötigen wie die Züge. Die Busse halten an den Bahnhöfen Allersberg, Kinding und zusätzlich an der Johannisbrücke sowie am Marktplatz in Ingolstadt. Um sicherzustellen, dass die Reisenden ihre Anschlüsse in Nürnberg und Ingolstadt erreichen, sind die Busfahrpläne laut Bahn auf die Zugverbindungen abgestimmt.

Ein Teil des größeren Ganzen

Die Sanierung der Schnellfahrstrecke ist Teil eines größeren Infrastrukturprogramms, das die Bundesregierung und die DB InfraGO gemeinsam vorantreiben. Unter dem Namen „Generalsanierung des Hochleistungsnetzes“ oder auch Korridorsanierung bekannt, wird zwischen 2024 und voraussichtlich 2035 mehr als 4.000 Streckenkilometer grundlegend erneuert. Ziel ist es, viele Arbeiten gleichzeitig zu bündeln und die Qualität des Schienenverkehrs zu verbessern. Denn die Pünktlichkeit im Personenfernverkehr hat in den letzten Jahren stark gelitten. Von 80,9 % im Januar 2022 fiel die Pünktlichkeit bis August auf unter 60 %. Das kann man sich kaum vorstellen, oder?

Die Sanierung soll nicht nur der Mängelbeseitigung dienen, sondern auch zusätzliche Maßnahmen umfassen. Neue Überleitstellen und Weichen, dichtere Blockabstände und moderne Leit- und Sicherungstechnik sind nur einige Punkte. So soll nach der Sanierung auf dem jeweiligen Korridor mindestens fünf Jahre Baufreiheit gewährleistet werden. Ein ambitioniertes Ziel, aber irgendwie auch notwendig, um den steigenden Anforderungen des Schienenverkehrs gerecht zu werden.

Die Bahn hat angekündigt, dass trotz der Umleitung keine generell zusätzlichen Verspätungen erwartet werden, aber man schließt einzelne Verspätungen nicht aus. Ein bisschen Geduld muss man also mitbringen. Und für alle, die unsicher sind, empfiehlt die Bahn, vor Reiseantritt die aktuelle Verbindung in der DB-App zu prüfen. Ein guter Tipp!

Die kommenden Wochen wird die Schiene zwischen Nürnberg und Ingolstadt also nicht nur ein Ort der Baustelle sein, sondern auch ein Beispiel dafür, wie wichtig es ist, die Infrastruktur in Deutschland zukunftssicher zu machen. Man darf gespannt sein, wie die Bauarbeiten vorankommen und ob die Versprechen der Bahn auch gehalten werden können. Ein bisschen Optimismus kann ja nicht schaden!