In Hamburg geht die Eisenbahnüberführung an der Holstenstraße in die nächste entscheidende Runde. Die Deutsche Bahn bereitet ihre Wiederinbetriebnahme vor. Von Ende Oktober bis Anfang November werden dafür sechs Hilfsbrücken nacheinander in die Eisenbahnüberführung und das zugehörige Kreuzungsbauwerk eingesetzt. Während des Einhubs wird es eng: Zeitweise müssen einzelne Fahrspuren der Holstenstraße gesperrt werden.

Die DB InfraGO hat Anfang 2026 mit der Instandsetzung begonnen. Die bisherigen Stahlbetonbrücken sind inzwischen zurückgebaut. Rund 165 Meter lang waren die Bauwerke zusammen, etwa 1.850 Tonnen brachten sie auf die Waage. Die zwölf Tonnen schweren Portalriegel sitzen bereits, während an den tragenden Pfeilern weitergearbeitet wird. Auf diesen Pfeilern sollen die Hilfsbrücken später aufliegen.

Sechs Brücken auf Zeit

Nach dem Einbau folgt die Arbeit, die man von oben kaum sieht, für den späteren Bahnbetrieb aber entscheidend ist: Gleise, Schwellen und Schotter werden montiert, dazu Stromschienen sowie Leit- und Sicherungstechnik. Die Stromschienen versorgen die S-Bahn-Züge mit Energie. Die Leit- und Sicherungstechnik steuert die Züge und sorgt dafür, dass der Betrieb sicher ablaufen kann.

Ab dem Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2026 soll die S-Bahn aus Aumühle und Bergedorf wieder als Linie S2 über Dammtor nach Altona fahren. Die während der Sperrung verwendete Linienbezeichnung S7 fällt dann weg. Alle Bergedorfer S-Bahnen fahren wieder als S2 – ein kleines Detail auf dem Fahrplan, im Alltag für Pendlerinnen und Pendler aber durchaus spürbar.

Straßen bleiben abschnittsweise dicht

Rund um die Baustelle müssen sich Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger weiterhin auf Umwege einstellen. Der Rechtsabbieger von der Stresemannstraße bleibt bis 1. Februar 2027, 5 Uhr, gesperrt. Die Holstenstraße stadtauswärts in Richtung Kieler Straße ist vom 6. Oktober, 5 Uhr, bis 8. Oktober, 22 Uhr, nicht passierbar.

Eine vollständige Sperrung der Holstenstraße folgt vom 22. Oktober, 5 Uhr, bis 2. November, 5 Uhr. Zusätzlich werden während des Einhubs und weiterer Bauarbeiten zeitweise einzelne Fahrspuren geschlossen. Gerade wenn schwere Brückenteile über der Straße bewegt werden, ist da kein Platz für Experimente – und schon gar nicht für schnellen Feierabendverkehr.

Vorgeschichte der Bauphase

Bereits am 2. Mai 2024 hatte die DB InfraGO AG die zweite Bauphase angekündigt. Im Mai 2024 wurden die alten S-Bahn-Brücken ausgebaut und vorübergehend durch Hilfsbrücken ersetzt. Diese Konstruktion ermöglicht es, den Brückenunterbau zu erneuern, während der Bahnbetrieb weiterlaufen kann.

Nach der Fertigstellung des Unterbaus sollen die Hilfsbrücken wieder ausgebaut und neue Brückenelemente eingesetzt werden. Der Einbau dieser neuen Elemente war voraussichtlich für Ende 2025 vorgesehen. Für den Ausbau der alten Brücken und den Einbau der Hilfsbrücken waren wegen der schweren Lasten zeitweise vollständige Sperrungen des Straßenverkehrs unter den Brücken notwendig.

Schon vom Donnerstag, 16. Mai 2024, bis Donnerstag, 30. Mai 2024, war die Durchfahrt unter den Brücken nicht möglich. Auto-, Rad- und Fußverkehr wurden vollständig umgeleitet. Zeitweise standen lärmintensive Arbeiten an, außerdem kam es zu Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr. Nun geht es, Stand 29. September 2026, mit dem Einhub der sechs Hilfsbrücken und den anschließenden Montagearbeiten weiter.