Am Dienstag, 29. September 2026, ist eine 73-jährige Münchnerin gegen 14:15 Uhr am U-Bahnhof Odeonsplatz rückwärts in den Gleisbereich gestürzt. Nach bisherigem Ermittlungsstand stolperte sie aus bislang unbekannten beziehungsweise ungeklärten Gründen an einem Bahnsteig. Eine U-Bahn fuhr in diesem Moment nicht in den Bahnhof ein.

Die Frau erlitt schwere Verletzungen. Eine durch Zeugen alarmierte Rettungswagenbesatzung brachte sie in ein Krankenhaus, wo sie am Donnerstag, 1. Oktober, in einer Münchner Klinik an den Folgen des Sturzes starb. Die Münchner Verkehrspolizei ermittelt weiter. Wie die 73-Jährige aus dem Gleisbett befreit wurde oder ob sie sich selbst befreien konnte, dazu machte die Polizei zunächst keine Angaben.

Keine Unterbrechung des U-Bahn-Verkehrs

Der U-Bahn-Verkehr wurde durch den Vorfall nicht beeinträchtigt und musste nicht unterbrochen werden. Eine Gefahr durch eine einfahrende U-Bahn bestand zum Zeitpunkt des Unfalls nicht.

Polizei und Münchner Verkehrsgesellschaft weisen dennoch auf die vorhandenen Sicherheitseinrichtungen hin: Unter jeder Bahnsteigkante befindet sich auf der gesamten Bahnsteiglänge eine Sicherheitsnische. Wer ins Gleisbett gerät, kann sich dort nach Möglichkeit vor einer einfahrenden U-Bahn in Sicherheit bringen. An jedem Bahnsteig gibt es außerdem Nothaltegriffe, mit denen der Zugverkehr gestoppt werden kann. Über einen Notfallknopf lässt sich anschließend die MVG-Notfallzentrale kontaktieren.

Gleisbett niemals selbst betreten

Ein Blick über München hinaus zeigt, warum das Gleis kein Ort für schnelle Hilfe auf eigene Faust ist. Bei der Berliner U-Bahn betreten Menschen wiederholt aus Unachtsamkeit, Leichtsinn oder zum Aufheben heruntergefallener Gegenstände den Gleisbereich. Smartphones und AirPods gehören dort ebenso wenig in die eigene Hand wie irgendein anderer Gegenstand.

Das Gleisbett ist lebensgefährlich. Die Stromschiene steht im Regelbetrieb dauerhaft unter 750 Volt; schon eine kurze Berührung kann tödlich sein, auch wenn gerade kein Zug fährt. Meist verläuft die gelb markierte Stromschiene seitlich und parallel zu den Fahrschienen. Dazu kommt jederzeit die Gefahr durch einfahrende Züge. Die Warnung gilt auch für die S-Bahn.

Wer etwas ins Gleis fallen sieht, sollte zur Notruf- und Informationssäule auf dem Bahnsteig gehen. Bei nicht akuten Anliegen ist der gelbe Knopf für Informationen und Auskünfte vorgesehen; alternativ kann das Sicherheitspersonal angesprochen werden. Befindet sich eine Person im Gleisbett oder liegt ein medizinischer Notfall, eine Straftat oder eine Gefahr für den Bahnverkehr vor, muss sofort gehandelt werden: zuerst den Alarmgriff am Bahnhof betätigen, um direkten Kontakt zur Betriebsleitstelle herzustellen, oder unmittelbar das Sicherheitspersonal informieren.

Das Gleisbett darf unter keinen Umständen betreten werden. Für Gegenstände und Personen sind die Notruf- und Informationssäule beziehungsweise die Mitarbeitenden vor Ort da.