Die USA verschärfen am 1. Oktober 2026 ihre Sanktionen gegen den Iran. Für die internationale Bau- und Bahnbranche ist das keine Randnotiz: Das US-Finanzministerium kündigte am Donnerstag Strafmaßnahmen gegen die größten iranischen Autohersteller Iran Khodro (IKCO) und Saipa an. Ebenfalls betroffen sind Unternehmen aus der iranischen Bahnbranche sowie der Metallindustrie, darunter der Stahlhersteller Hepco.

Auch ein Unternehmen mit Sitz in Deutschland wurde mit Sanktionen belegt. Die Vermögenswerte der betroffenen Firmen in den USA werden eingefroren, Geschäfte mit ihnen sind untersagt. Für Firmen, die an Bahnprojekten, Fahrzeugen oder Stahl beteiligt sind, wird damit jeder Kontakt zum Iran noch heikler.

Neue Risiken für Bahn- und Stahlgeschäfte

Die Maßnahmen treffen einen Bereich, in dem Lieferketten ohnehin selten geradlinig verlaufen. Ein Bauteil, ein Stahlauftrag oder ein Vertrag mit einem iranischen Partner kann Verbindungen zu mehreren Ländern haben. Nun kommt die Sorge hinzu, dass nicht nur direkte Geschäfte, sondern auch indirekte Kontakte Folgen haben könnten.

US-Finanzminister Scott Bessent kündigte eine Verschärfung der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran und dessen Handelspartner an. Alle Länder, die weiterhin Geschäfte mit dem Iran machten, sollten mit neuen Strafmaßnahmen belegt werden, erklärte er. Zu den wichtigsten Handelspartnern des Iran zählen China, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei; ausdrücklich nannte Bessent diese Staaten jedoch nicht.

Im Visier stehen digitale Vermögenswerte, Technologie, Gold, Luftfahrt und Schifffahrt. Ziel sei es, potenzielle Einnahmequellen der iranischen Revolutionsgarde zu unterbinden. Bessent bezeichnete die geplanten Sekundärsanktionen als „wirtschaftlichen D-Day“ und als letzte Warnung an andere Staaten, ihre Verbindungen zum Iran zu beenden.

Fast 60 weitere Betroffene

Das US-Finanzministerium verhängte zudem Sanktionen gegen fast 60 Unternehmen, Einzelpersonen und Schiffe. Institutionen, die im Auftrag des Iran Geldwäsche ermöglichten, würden vom US-Dollar-System ausgeschlossen. Für Ende der Woche kündigte Bessent weitere Sanktionen gegen ein Finanzinstitut an. Wann genau die neuen Maßnahmen umgesetzt werden, ist noch unklar.

Die Ankündigung erfolgte fast sechs Monate nach Beginn des US-Krieges gegen den Iran. Seit Wochen gibt es laut dem Bericht keine sichtbaren diplomatischen Ergebnisse zwischen den USA und dem Iran. Gleichzeitig bleibt die Straße von Hormus gesperrt – mit Folgen weit über die Region hinaus: Weltweit trägt die Blockade zu hohen Energiepreisen bei.

Für den Bahnbau bedeutet das vor allem mehr Vorsicht bei Finanzierung, Materialbeschaffung und Partnerprüfungen. Stahl und Fahrzeuge sind keine abstrakten Waren, wenn dahinter Unternehmen stehen, deren Vermögen eingefroren und deren Geschäfte untersagt wurden. Da schaut man lieber zweimal hin, bevor ein Auftrag auf dem Papier sauber aussieht, aber im Hintergrund zum Problem wird.

Teheran setzt auf einen „Zweijahresplan“

Das iranische Wirtschaftsministerium kündigte an, die Sanktionen mit einem „Zweijahresplan“ zu bewältigen. Wirtschaftsminister Ali Madanisadeh sagte im iranischen Staatsfernsehen, die Regierung sei auf das Szenario vorbereitet.

Madanisadeh bezeichnete die US-Ankündigung als „neue Niederlage“ für Washington. Die USA hätten wiederholt versucht, die Entschlossenheit der iranischen Bevölkerung und Führung zu testen, erklärte er, seien damit aber jedes Mal gescheitert. Wie belastbar dieser Plan angesichts der gesperrten Straße von Hormus, der hohen Energiepreise und des wachsenden Drucks auf Handelspartner ist, bleibt offen.