Die Schweiz und Deutschland wollen ihre Zusammenarbeit in Forschung und Innovation ausbauen. Bei einem bilateralen Treffen in Bern unterzeichneten beide Länder am 30. September 2026 eine entsprechende Absichtserklärung. Heute, am 3. Oktober 2026, ist die Vereinbarung damit erst wenige Tage alt – politisches Papier, aber mit ziemlich konkreten Plänen dahinter.

Es war die 17. bilaterale Zusammenkunft zwischen dem Schweizer Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) und dem deutschen Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Die Schweizer Delegation leitete Staatssekretärin Martina Hirayama, die deutsche Staatssekretär Marcus Pleyer. Auf der Tagesordnung standen aktuelle Entwicklungen in Forschung und Innovation ebenso wie neue Formen der Zusammenarbeit. Auch Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Institutionen aus beiden Ländern nahmen an dem Treffen teil.

Ein Rahmen für gemeinsame Projekte

Die unterzeichnete Absichtserklärung – ein sogenanntes Memorandum of Understanding, kurz MoU – soll einen verlässlichen Rahmen für die nächsten Schritte schaffen. Vorgesehen sind ein intensiverer Austausch zwischen Forschenden und Institutionen, gemeinsame Aktivitäten sowie die Entwicklung und Umsetzung konkreter Projekte. Es geht also nicht bloß um freundliche Gespräche bei Kaffee und Sitzungsunterlagen, sondern um mehr Bewegung zwischen Laboren, Hochschulen und weiteren Einrichtungen.

Inhaltliche Schwerpunkte bilden Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Robotik. Gerade für den Bereich Bau und Digitalisierung können solche Verbindungen interessant werden: Forschung, digitale Planung, automatisierte Prozesse und nachhaltige Lösungen überschneiden sich zunehmend. Die Vereinbarung soll bestehende Verbindungen weiterentwickeln und zusätzliche Kooperationsmöglichkeiten eröffnen.

Viele Verbindungen gibt es längst

Deutschland ist laut SBFI das wichtigste Partnerland der Schweiz in Bildung, Forschung und Innovation. Die Zahlen zeigen, dass die neue Erklärung auf einem bereits dicht geknüpften Netz aufbaut. Im Rahmen von Horizon Europe wurden zwischen 2021 und 2027 bislang knapp 1300 deutsch-schweizerische Projektkooperationen finanziert.

Auch der Schweizerische Nationalfonds hat seit 2020 mehr als 4600 Projekte mit Partnern aus Deutschland unterstützt. Über die Forschungsinitiative EUREKA wurden seit 1985 mehr als 200 Projekte mit Beteiligung beider Länder umgesetzt. Da kommt einiges zusammen – und vermutlich manche Verbindung, die längst älter ist als die jüngste gemeinsame Absichtserklärung.

Langjährige Zusammenarbeit besteht außerdem in der Berufsbildung. Seit 1937 gibt es ein Abkommen zur gegenseitigen Anerkennung beruflicher Abschlüsse. Dieses Abkommen wurde 2021 aktualisiert und auf weitere Bereiche ausgeweitet. Für Fachkräfte und Institutionen ist das keine Nebensache: Anerkannte Abschlüsse erleichtern den Austausch über die Grenze hinweg und schaffen eine praktische Grundlage für weitere Kooperationen.

Für Forschung, Innovation und die Praxis

Das Treffen in Bern verbindet damit mehrere Ebenen: politische Abstimmung, institutionelle Kontakte und die Aussicht auf konkrete Vorhaben. Zwischen Forschung und Anwendung liegt zwar oft noch ein gutes Stück Arbeit – manchmal auch mehr Papier als einem lieb ist. Doch die vereinbarten Themen reichen von künstlicher Intelligenz und Digitalisierung bis zu Nachhaltigkeit und Robotik, also genau in Felder, die viele Branchen derzeit verändern.

Im Bereich Bau Digitalisierung wird sich zeigen, welche zusätzlichen Kooperationsmöglichkeiten aus dem MoU entstehen. Fest steht zunächst der gemeinsame Rahmen, den die Schweiz und Deutschland am 30. September 2026 vereinbart haben. Die nächsten Projekte, Aktivitäten und Kontakte müssen nun daraus wachsen.