Tây Ninh baut gegen Wohnungsnot: 14.396 Sozialwohnungen und eine Green Lane für schnellere Genehmigungen
In der vietnamesischen Provinz Tây Ninh geht es 2026 um weit mehr als neue Gebäude. Familien mit wenig Geld sollen ein sicheres Dach bekommen, während für Arbeiter und Arbeitsmigranten in den wachsenden Industriegebieten tausende Sozialwohnungen entstehen. Dafür werden Milliarden mobilisiert, Bauverfahren beschleunigt und manche Genehmigungsschritte kurzerhand auf die Überholspur gesetzt.
Das Programm „Haus der Solidarität 2026“ unterstützt den Neubau von Wohnungen mit bis zu 90 Millionen VND je Einheit. Für Reparaturen stehen bis zu 40 Millionen VND pro Wohnung bereit. Die Vorhaben sollen vor dem 31. Dezember 2026 abgeschlossen sein. Provinzbehörden riefen Behörden, Organisationen, Unternehmen, Wohltätige und die Bevölkerung auf, eigene Ressourcen beizusteuern.
Mehr als 59 Milliarden VND für benachteiligte Familien
Organisationen, Einzelpersonen und Unternehmen sagten zusammen mehr als 59 Milliarden VND Unterstützung zu. Das Organisationskomitee überreichte symbolische Tafeln für den Bau und die Reparatur von Solidaritätshäusern an betroffene Gemeinden. Mehreren Familien wurden außerdem finanzielle Mittel für den Hausbau bereitgestellt.
Im Mittelpunkt stehen benachteiligte Menschen, die sicheren und stabilen Wohnraum brauchen. Die Hilfe soll ihre Lebensbedingungen verbessern und zugleich eine Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung der Familien sowie für eine nachhaltige Armutsbekämpfung schaffen. Durch die Vernetzung gesellschaftlicher Ressourcen sollen die vorgesehenen Begünstigten tatsächlich erreicht werden – transparent, offen und mit wirksam eingesetzten Mitteln.
Gefordert ist dabei auch mehr Verantwortung von Parteikomitees, Behörden und der Vaterländischen Front auf allen Ebenen. Das Volkskomitee der Provinz Tây Ninh zeichnete 15 Kollektive und Einzelpersonen für ihre Beiträge aus. Das Komitee der Vaterländischen Front Vietnams der Provinz Tây Ninh überreichte den teilnehmenden Einheiten Dankesschreiben.
Sozialwohnungen für eine schnell wachsende Provinz
Der Bedarf entsteht nicht zufällig. Industrialisierung und Urbanisierung schreiten voran, zugleich kommen immer mehr Arbeitsmigranten in die Industrieparks und Städte. Für den Zeitraum 2025 bis 2030 hat die Regierung Tây Ninh den Bau von 80.240 Sozialwohnungen vorgegeben.
Für 2026 lautet das Ziel 13.500 fertiggestellte Wohnungen. Zusammen mit 896 Einheiten, die aus dem Jahr 2025 übertragen wurden, ergibt sich ein Gesamtziel von 14.396 Wohnungen. Die Provinz plant heuer 28 Sozialwohnungsprojekte auf knapp 123 Hektar mit mehr als 30.700 Wohnungen. Wenn alles nach Plan läuft, könnten 15.159 Wohnungen fertig werden – 5,3 Prozent mehr als das Regierungsziel.
Sieben Projekte haben bereits begonnen. Sie umfassen knapp 49 Hektar und 8.584 Wohnungen; davon sollen 2026 insgesamt 5.267 Einheiten fertiggestellt werden. Zusätzlich sind für dieses Jahr 21 weitere Sozialwohnungsprojekte mit mehr als 22.100 Wohnungen vorgesehen. Für elf weitere Vorhaben mit zusammen über 39.600 Wohnungen beschleunigt die Provinz derzeit die Investitionsgenehmigungen.
Eines der wichtigen Projekte liegt im neuen Stadtgebiet Hậu Nghĩa in Đức Hòa. Auf mehr als 7,1 Hektar sollen 1.467 Wohnungen entstehen. Gedacht ist die Anlage für Beschäftigte, junge Familien und Menschen mit niedrigem Einkommen. Gemeinschaftseinrichtungen und grundlegende Dienstleistungen gehören ebenfalls zur Planung. Nguyễn Minh Dũng, stellvertretender Generaldirektor der MIK Group, erwartet, dass das Projekt den Wohnungsmangel für Beschäftigte in Industriegebieten lindert und die Lebensbedingungen verbessert.
Die „Green Lane“ für schnellere Verfahren
Damit das Bautempo nicht an Aktenstapeln hängen bleibt, führt Tây Ninh einen speziellen „Green Lane“-Mechanismus ein. Verfahren zu Investitionen, Landzuteilung, Planung, Bau und Umweltgenehmigungen sollen parallel statt nacheinander bearbeitet werden. Die Bearbeitungszeiten und Kosten für die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben könnten dadurch gegenüber den bisherigen Verfahren um mindestens 50 Prozent sinken.
Bei laufenden Projekten sollen Investoren zusätzliche Ressourcen mobilisieren und moderne Bautechnologien einsetzen. Bei noch nicht begonnenen Vorhaben will die Provinz Grundstücks-, Planungs-, Entwurfsprüfungs- und Baugenehmigungsverfahren rascher abschließen. Hindernisse sollen weg, Projektentwickler Unterstützung bekommen. Klingt trocken, entscheidet aber darüber, ob auf dem Plan ein Wohnblock steht oder auf der Baustelle tatsächlich Kräne arbeiten.
Für die Jahre 2027 bis 2030 sind weitere Fertigstellungsziele vorgesehen: 15.762 Wohnungen im Jahr 2027, 16.749 im Jahr 2028, 18.780 im Jahr 2029 und 18.938 im Jahr 2030. Nach Angaben der Provinz liegen diese Jahresziele jeweils über den Vorgaben der Regierung.
Beschleunigung allein genügt den Behörden allerdings nicht. Sozialwohnungen sollen Standards erreichen, die mit kommerziellen Wohnprojekten vergleichbar sind, zugleich aber bezahlbar bleiben. Entwickler sollen abgestimmte technische und soziale Infrastruktur schaffen: Verkehrsanbindungen, Gesundheitsversorgung, Schulen und Gemeinschaftseinrichtungen.
Auch die digitale Verwaltung von Wohnraum soll ausgebaut werden. Verstärkte Kontrollen sollen sicherstellen, dass Sozialwohnungen nur an berechtigte Personen verkauft oder vermietet werden. Die Projekte und Verwaltungsreformen richten sich damit nicht nur auf die Erfüllung von Quoten, sondern auch auf genügend Wohnraum für die Beschäftigten einer wachsenden Industrie.
Wohnen als Teil der Sozialpolitik
Der Druck ist landesweit spürbar. Durch schnelle Urbanisierung und starke Binnenmigration steigt in den Städten der Bedarf an Wohnungen für Geringverdiener und Arbeiter. Das Angebot an Sozialwohnungen und günstigen Mietwohnungen bleibt begrenzt. Schwierigkeiten bei Grundstücken, Investitionsverfahren und Krediten bremsen den sozialen Wohnungsbau – selbst dort, wo der Bedarf längst auf der Straße steht.
Das Recht auf legalen Wohnraum ist in der vietnamesischen Verfassung und im Wohnraumgesetz verankert. Wohnraumversorgung gilt dabei als Ausdruck einer menschenorientierten staatlichen Entwicklung, nicht bloß als Verwaltungsaufgabe. Vietnam ordnet den Wohnungsbau zunehmend der Sozialpolitik und der nationalen Entwicklungsstrategie zu.
Bei einer Sitzung zur Entwicklung von Mietwohnungen in Hanoi erklärte Premierminister Le Minh Hung am 25. Mai 2026, der Staat müsse rechtliche Rahmenbedingungen sowie Finanz- und Kreditinstrumente schaffen. Der Markt solle sich transparent und stabil entwickeln, Unternehmen sollten sich mit angemessenen Gewinnen beteiligen können und die Bevölkerung Zugang zu stabilem, sicherem und bezahlbarem Wohnraum erhalten.
Der Staat soll den Markt steuern, ohne ihn zu ersetzen, und die Interessen von Unternehmen und Bürgern ausgleichen. So soll verhindert werden, dass der Immobilienmarkt vor allem von Spekulation oder der Nachfrage einkommensstarker Gruppen bestimmt wird. Mietwohnungen werden in Vietnam erstmals als langfristiger strategischer Bereich definiert – auch für Menschen, die ein eigenes Zuhause nicht sofort kaufen können.
Geplant beziehungsweise eingeleitet sind ein nationaler Wohnungsfonds, zusätzliche Flächen für Sozialwohnungen, der Ausbau von Wohnheimen für Arbeiter und vereinfachte Investitionsverfahren. Bei einer Sitzung mit der Parteileitung der Regierung zur Umsetzung der Parteirichtlinie über sozialen Wohnungsbau erklärte KPV-Generalsekretär und Staatspräsident To Lam, Wohnraum müsse Bestandteil der nationalen Stadtentwicklungsstrategie sein.
Wohngebiete sollen gemeinsam mit technischer Infrastruktur und sozialen Dienstleistungen geplant werden. Der Staat soll Flächen bereitstellen, finanzielle Unterstützung leisten und Verwaltungsverfahren vereinfachen. Mietwohnungen sollen zu einer strategischen Säule werden, damit die Bevölkerung Zugang zu stabilem, sicherem und bezahlbarem Wohnraum erhält.
In Tây Ninh sieht man, wie diese Linie auf Provinzebene aussieht: Geld für Reparaturen, neue Solidaritätshäuser, große Wohnanlagen, parallele Genehmigungen und der Versuch, zwischen Tempo, Qualität und Leistbarkeit nicht den Faden zu verlieren. Draußen auf den Baustellen bleibt es trotzdem bei Staub, Hitze und dem Geräusch der Maschinen. Der 31. Dezember 2026 ist als Frist gesetzt.
