Untertage-Stopp bei Windfall: Goldprojekt in Québec wartet auf Umweltgenehmigung
Beim Windfall-Goldprojekt in Québec stehen die untertägigen Bauarbeiten vorerst still. Gold Fields (NYSE/JSE: GFI), Eigentümer und Betreiber des Projekts, hat die Entwicklung unter Tage nach dem Ablauf einer Explorationsgenehmigung pausiert. Die Meldung wurde am 30. September 2026 veröffentlicht; der zugrunde liegende Bericht des „Northern Miner“ datiert aus Colorado Springs.
Windfall ist damit nicht endgültig aufgegeben. Für die Fortsetzung der Arbeiten fehlt allerdings zusätzlich eine separate Umweltgenehmigung der Provinz Québec. Einen konkreten Termin für die Wiederaufnahme nannte Gold Fields nicht. Das Projekt liegt rund 415 Kilometer nordwestlich von Québec City und soll etwa 1,9 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 2,7 Milliarden kanadische Dollar kosten.
Genehmigung ausgelaufen, Ziel für 2029 bleibt
Ende August lief die Genehmigung für umfangreiche Explorationsarbeiten aus. Eine Explorationsgenehmigung ist eine befristete Erlaubnis für Erkundungs- und vorbereitende Arbeiten. Die untertägige Entwicklung wiederum umfasst den Bau von Stollen und Schächten unter der Erdoberfläche. Genau dieser Teil ist nun betroffen.
Gold Fields wartet auf die Empfehlung des Environmental and Social Impact Review Committee an die Regierung von Québec. Sie war ursprünglich für Juni erwartet worden. CEO Mike Fraser hofft weiterhin auf eine Umweltgenehmigung bis Ende 2026. Erst dann können die unterirdischen Bauarbeiten weitergehen. Engineering-Arbeiten und die Vorbereitung von Ausschreibungen laufen derweil weiter.
Am Produktionsplan hält das Unternehmen fest: Ab 2029 soll Windfall jährlich etwa 300.000 Unzen Gold liefern. Der Zeitpuffer für weitere Verzögerungen ist durch den Baustopp allerdings kleiner geworden. Die Baukosten dürften zudem am oberen Ende der 2025 genannten Schätzung liegen. Gold Fields will zunächst die ursprüngliche Mine errichten und mögliche Erweiterungen später prüfen.
Im Juni unterzeichnete das Unternehmen ein Impact-Benefit-Abkommen mit der Cree First Nation of Waswanipi, der Cree Nation Government und dem Grand Council of the Crees. Gespräche mit Cree-Vertretern und Familien, die von der Entwicklung betroffen sind, dauern an. Fraser forderte außerdem eine engere Abstimmung zwischen Kanadas Investitionsbeschleunigung, den Provinzbehörden und den First Nations. Die Windfall-Genehmigung liegt hauptsächlich in der Zuständigkeit Québecs.
Weil Windfall bereits einem Umweltprüfungsverfahren unterlag, könnte eine wesentliche Änderung des Projekts eine erneute Genehmigungsprüfung auslösen. Das macht die Sache nicht gerade leichter. Bill C-5, der sogenannte Building Canada Act, soll in Kanada eigentlich für mehr Tempo sorgen: Behörden sollen Prüfungen parallel und koordiniert erledigen, statt sie nacheinander und doppelt durchzuführen.
Volle Kontrolle seit der Osisko-Übernahme
Gold Fields erlangte im Oktober 2024 durch die Übernahme von Osisko Mining für 2,16 Milliarden kanadische Dollar vollständiges Eigentum an Windfall. Zuvor hatte das Unternehmen im Mai 2023 für 300 Millionen kanadische Dollar zunächst 50 Prozent erworben. Die Notierung von Gold Fields an der New York Stock Exchange und der Johannesburg Stock Exchange ist eine Doppelnotierung – also die Börsennotierung eines Unternehmens an mehreren Börsenplätzen.
Auch andernorts in Québec gab es zuletzt Unterbrechungen. Agnico Eagle Mines stoppte im Juli 2026 wegen einer Gesteinsbewegung vorübergehend den Tagebau Barnat im Canadian-Malartic-Komplex. Fury Gold Mines setzte im selben Monat Bohr- und Explorationsarbeiten im Camp Eau Claire wegen eines nahe gelegenen Waldbrands aus.
Außerhalb der Provinz ging es dagegen weiter. Equinox Gold erhielt für South Railroad in Nevada einen positiven „Record of Decision“ und konnte vorbereitende Bauarbeiten beginnen. Osisko Gold Group bekam die Genehmigung für das Cariboo-Goldprojekt in British Columbia und treibt dort den Bau einer unterirdischen Mine voran. Der erste Goldguss ist für Anfang 2029 geplant.
Ghana und Northern Star sorgen zusätzlich für Druck
Parallel streitet Gold Fields mit der ghanaischen Regierung über die Verlängerung der Bergbaupachten für die Tarkwa-Mine, die im April 2027 auslaufen. Laut Fraser waren die Gespräche schwierig; eine Einigung über die Zukunft der Mine gibt es noch nicht. Gold Fields beantragte die Verlängerung im November 2025 und reichte im Juli 2026 ein kommerzielles Angebot ein. Investitionen in die Erweiterung von Tarkwa hängen vom Fortgang bei der Pachtverlängerung ab.
Eine Verschärfung des Streits schloss Fraser nicht aus. Gold Fields sehe klare Rechte, bei der Verlängerung berücksichtigt zu werden, erklärte er. Viel Spielraum für gemütliches Abwarten bleibt also nicht.
Daneben hält Gold Fields an seinem Übernahmevorschlag für Northern Star Resources fest. Das Unternehmen ist bereit, bei fortgeschrittenen Gesprächen das Verhältnis von Aktien- und Barzahlung zu ändern, sagte Fraser – eine Erhöhung des Gesamtpreises sagte er jedoch nicht zu. Das Angebot umfasst 0,3125 Gold-Fields-Aktien plus 7,25 australische Dollar in bar je Northern-Star-Aktie.
Der implizite Wert sank von 27 australischen Dollar je Aktie am 11. September auf 25,19 australische Dollar am 25. September, weil die Gold-Fields-Aktie nachgab. Der Verwaltungsrat von Northern Star lehnte das bedingte, unverbindliche Angebot einstimmig ab. Northern Star erklärte, der Vorschlag bewerte die Vermögenswerte zu niedrig und erhöhe wegen der überwiegenden Zahlung in Gold-Fields-Aktien die Länder- und Betriebsrisiken.
Gold Fields legte das Angebot vor, um Gespräche zu ermöglichen, nachdem informelle Annäherungen keinen Fortschritt gebracht hatten. Ein neu eingestiegener aktivistischer Aktionär und Veränderungen im Northern-Star-Verwaltungsrat trugen laut Fraser zu diesem Schritt bei. Unter den Gold-Fields-Aktionären gibt es betriebliche Erwartungen, aber auch die Sorge vor einer Überzahlung. Sollte die Transaktion den Wert für die eigenen Aktionäre mindern, würde Gold Fields sie abbrechen.
Langfristig schätzt das Unternehmen mögliche Synergien auf 4 bis 5 Milliarden US-Dollar. Etwa die Hälfte soll aus Steuervorteilen kommen, ein Viertel aus betrieblichen Veränderungen und der Rest aus Einsparungen bei Beschaffung und Verwaltung. Bestätigt sind diese Schätzungen durch eine detaillierte Due-Diligence-Prüfung noch nicht.
Wachstum, Cashflow und ein kanadischer Beschleuniger
Die zurechenbare Jahresproduktion der südafrikanischen South-Deep-Mine soll bis 2030 von 297.000 Unzen im Vorjahr um 20 Prozent auf etwa 356.000 Unzen steigen. Nach dem Produktionsstart im Gebiet South of Wrench im Jahr 2031 sind weitere 20 Prozent geplant – dann wären rund 430.000 Unzen möglich.
Nach einem erfolgreichen Abschluss der Northern-Star-Transaktion will Gold Fields Vermögenswerte im Wert von mindestens 4 Milliarden US-Dollar verkaufen. Potenzielle Käufer haben laut Fraser bereits Interesse bekundet, konkrete Vermögenswerte nannte er nicht. Die Transaktion würde Gold Fields außerdem Zugang zu einer australischen Börsennotierung und zu Anlegern verschaffen, die lokal gehandelte Aktien bevorzugen.
Im ersten Halbjahr 2026 erzielte Gold Fields einen bereinigten freien Cashflow von 2,2 Milliarden US-Dollar. Die Produktion des bestehenden Portfolios soll bis 2031 auf etwa 3 Millionen Unzen jährlich steigen. Fraser betonte deshalb, Gold Fields müsse Northern Star nicht um jeden Preis übernehmen.
Am Mittwoch fiel die Gold-Fields-Aktie um 1 Prozent auf 36,10 US-Dollar. Die Marktkapitalisierung lag bei etwa 32 Milliarden US-Dollar. In den vergangenen zwölf Monaten bewegte sich die Aktie zwischen 31,11 und 61,64 US-Dollar.
Kanada versucht derweil, die langen Wege durch die Genehmigungsbehörden zu verkürzen. Die Regierung hat dafür das zentrale Major Projects Office (MPO) eingerichtet und den Building Canada Act (Bill C-5) in Kraft gesetzt. Abhängigkeiten von den USA und China sollen sinken, die Versorgung mit kritischen Mineralien für die Energiewende sicherer werden. Auch Großprojekte für Flüssiggas, Bergbau und Infrastruktur sollen schneller auf den Weg kommen.
Unter der Zuständigkeit des MPO stehen zunächst unter anderem Ksi Lisims LNG in British Columbia, ein LNG-Exportprojekt für Lieferungen nach Asien und Europa, Crawford Nickel in Ontario, eines der größten Nickelprojekte Nordamerikas, die Sisson Mine in New Brunswick für Wolfram und Molybdän, Matawinie Graphite in Québec, Nukkiksautiit Hydro Project in Nunavut sowie die North Coast Transmission Line in British Columbia.
Die Canada Infrastructure Bank unterstützt
