Zwei neue Krankenhäuser, ein Anspruch: Medizinische Versorgung ohne Kompromisse
In Ba Ria ist der Grundstein für die Erweiterung des Ba-Ria-Allgemeinen Krankenhauses gelegt worden. Mehr als 739 Milliarden VND fließen in das Bauprojekt, das die medizinische Versorgung von Frauen und Kindern deutlich ausweiten soll. Für ein Krankenhaus, dessen bestehende Infrastruktur wegen steigender Patientenzahlen längst an ihre Grenzen stößt, ist das kein kleiner Schritt.
Geplant ist ein Gebäude mit einem Untergeschoss und acht oberirdischen Geschossen. Die Grundfläche beträgt 3.275 Quadratmeter. Im Mittelpunkt steht die stationäre Behandlung von Kindern und Jugendlichen: Dafür sind 300 Betten vorgesehen. Die Bauzeit soll 630 Tage dauern, die Fertigstellung ist für Ende 2028 geplant.
Mehr Platz für Geburtshilfe und Pädiatrie
Das neue Haus wird eine Notaufnahme, Untersuchungs- und Behandlungsräume, Operationssäle sowie Kreißsäle und Bereiche für die Wochenbettpflege aufnehmen. Dazu kommen Stationen für die allgemeine Behandlung, Räume für die Neugeborenenreanimation und Funktionsräume für Patienten und medizinisches Personal.
Auch spezialisierte Einrichtungen gehören zum Konzept: eine Muttermilchbank, ein Zentrum für künstliche Befruchtung (IVF), ein Mutter-Kind-Zentrum sowie Einrichtungen für die postpartale und notfallmäßige Reanimation von Kindern. Verbindungsbrücken sollen die Gebäudeteile verknüpfen. Zusätzlich sind ein zentrales Gaswerk, ein Generatorhaus und eine Abfallsammelanlage vorgesehen.
Das Ba-Ria-Allgemeine Krankenhaus ist ein Krankenhaus der Stufe II. Es übernimmt eine zentrale Rolle bei der Versorgung der Bevölkerung im Südosten von Ho-Chi-Minh-Stadt und in den umliegenden Gebieten. Mit der sozioökonomischen Entwicklung ist dort auch der Bedarf an medizinischen Untersuchungen und Behandlungen gewachsen – besonders in der Geburtshilfe und Pädiatrie. Mehr Patienten, mehr Druck, weniger Luft im bestehenden Gebäude.
Krankenhausdirektor Dr. Tran Ngoc Trieu erklärte, nach der Fertigstellung solle die Überbelegung zurückgehen. Gleichzeitig soll sich die Versorgungsqualität verbessern und eine sichere sowie angenehme Umgebung für die Patienten entstehen. Während der Bauarbeiten will die Krankenhausleitung eng mit dem Projektmanagement, den Beratungsstellen und den Bauunternehmen zusammenarbeiten. Fachliche Probleme sollen rasch gelöst werden, damit die Qualität des Projekts nicht auf der Strecke bleibt. Nach der Inbetriebnahme sollen Anlagen und Ausrüstung sicher und effizient verwaltet und genutzt werden.
Eine neue Krankenabteilung hinter Gefängnismauern
Am 2. Juli 2026 fand in Stadelheim die Bauabschlussfeier für die neue Krankenabteilung der Justizvollzugsanstalt (JVA) München statt. Der Neubau soll im Sommer 2026 bezogen werden und die medizinische Versorgung von Gefangenen im südbayerischen Raum verbessern. Vorgesehen sind Leistungen in der Allgemeinmedizin, der ambulanten Psychiatrie sowie beim Drogen- und Alkoholentzug.
Das freistehende Gebäude hat drei Stockwerke, 4.600 Quadratmeter Nutzfläche und 94 Haftplätze. Eine Infektionsabteilung ist für Gefangene aus dem gesamten südbayerischen Raum mit hoch ansteckenden Krankheiten gedacht. In der sogenannten Vario-Station können künftig männliche und weibliche Gefangene versorgt werden; sie verfügt über 14 Haftplätze.
Gebaut wurde während des laufenden JVA-Betriebs und unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. An Planung und Umsetzung waren unter anderem das Staatliche Bauamt München I, Architekten, Planer und beteiligte Firmen beteiligt. Die Architektur musste die besonderen Sicherheitsanforderungen des Justizvollzugs berücksichtigen – also medizinische Abläufe ermöglichen, ohne die Sicherheitslogik eines Gefängnisses aus dem Takt zu bringen.
Die Gesamtkosten des Neubaus betragen 65,2 Millionen Euro. Die Krankenabteilung ist Teil der Sanierung der JVA München. Als nächster Schritt ist ein neues Unterkunftsgebäude mit einer dritten psychiatrischen Abteilung für den bayerischen Justizvollzug geplant. Bis dieses Gebäude fertig ist, soll die Abteilung vorübergehend in einem bestehenden Gebäude eingerichtet werden und 2027 zur Verfügung stehen. Die neue psychiatrische Abteilung in Stadelheim gehört zu einem Fünf-Säulen-Konzept zur Verbesserung der psychiatrischen Versorgung von Gefangenen in Bayern.
Gesundheitsversorgung als Menschenrecht
Wie medizinische Räume gebaut und betrieben werden, ist dabei mehr als eine Frage von Quadratmetern, Betten und Technik. Am 21. Januar 2026 veröffentlichte der Anti-Folter-Ausschuss des Europarats (CPT) aktualisierte Standards zur Gesundheitsversorgung in Gefängnissen. Gefangene sollen demnach ein gleichwertiges Versorgungsniveau wie Menschen in Freiheit erhalten.
Das CPT versteht Gesundheitsversorgung als wesentlichen Bestandteil des Menschenrechtsschutzes und der Prävention von Folter und Misshandlung. Empfohlen wird eine unabhängige medizinische Versorgung, die fachlich an das öffentliche Gesundheitswesen angebunden ist. Außerdem soll innerhalb von 24 Stunden nach der Inhaftierung eine systematische medizinische Eingangsuntersuchung stattfinden.
Gefordert wird ebenso ein niedrigschwelliger und kostenfreier Zugang zu ärztlicher, psychischer und suchtmedizinischer Behandlung. Für vulnerable Gruppen, darunter Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen, sollen besondere Schutzmaßnahmen gelten. Prävention und Suizidprophylaxe, die Dokumentation und Meldung von Misshandlungen, die strikte Wahrung der Vertraulichkeit und die Einholung einer informierten Einwilligung werden ebenfalls hervorgehoben.
Der vollständige Bericht ist auf Englisch verfügbar. In Ba Ria werden derweil Beton, Leitungen und Versorgungswege ganz praktisch ihren Platz bekommen müssen – damit aus den Plänen bis Ende 2028 tatsächlich ein funktionierendes Haus für Kinder, Jugendliche, Mütter und Neugeborene wird.
