In Alzey werden Brücken nicht nur überquert, sondern geplant, gebaut und modernisiert. Bei Eiffage Infra-Südwest arbeiten am Standort rund 690 Menschen. Das Unternehmen ist auf Brückenbau und Brückenmodernisierung spezialisiert, übernimmt aber ebenso weitere Bauprojekte.

Die Aufträge führen die Mannschaft durch Rheinhessen und weit darüber hinaus. Eiffage arbeitet an Großprojekten in der Region und ist bundesweit vernetzt. An der Autobahnausfahrt Frankenthal-Nord sind Baustellenleiter Jeton Memishi und Polier Christian Borger im Einsatz. Die Alzeyer Hochbauabteilung baut dort an einer Brücke der A6. Auch an der Modernisierung der Nibelungenbrücke war das Unternehmen beteiligt.

Die A6 bleibt unter Verkehr

Die Überführung der L523 zwischen Frankenthal und Bobenheim-Roxheim stammt aus dem Jahr 1938. Seither musste sie deutlich höhere Verkehrslasten aufnehmen, als ursprünglich vorgesehen war. Vor allem der stark gestiegene Schwerlastverkehr setzte dem Bauwerk zu. Dazu kamen Anprallschäden, weil die Durchfahrtshöhe für heutige Anforderungen zu gering war.

Altersbedingter Verschleiß und die Schäden machten einen Ersatzneubau erforderlich. Einfach sperren war allerdings keine Option: Die A6 liegt in einer wirtschaftlich bedeutenden Region mit dem Chemiestandort BASF und einem wichtigen Logistikzentrum. Der Verkehr sollte während der Bauarbeiten möglichst wenig beeinträchtigt werden.

Das alte Bauwerk erlaubte keine Verkehrsführung im sogenannten 4:0-Betrieb. Deshalb wurde eine Behelfsbrücke errichtet. So konnten während der Bauzeit alle Fahrstreifen der A6 offengehalten werden – zwischen Lastwagenkolonnen, Baustellenlärm und dem üblichen Autobahntempo.

Über die südliche Teilbrücke läuft derzeit der Verkehr. Anders als das alte Bauwerk kann sie vier Fahrstreifen aufnehmen. Bei künftigen Instandsetzungen der Fahrbahndecke lässt sich dadurch auf einem Teilbauwerk arbeiten, ohne die Fahrstreifen auf der A6 reduzieren zu müssen.

Der nächste Schritt im Frühjahr

Am 24. und 25. April 2026 wird die nördliche Behelfsbrücke demontiert und abtransportiert. Danach soll als nächstes die nördliche Teilbrücke zurückgebaut werden. Für die Beteiligten bedeutet das: wieder ein großer Abschnitt, viele einzelne Handgriffe und vermutlich kein Mangel an Warnwesten.

Dass solche Arbeiten nicht nebenbei entstehen, zeigt auch der Blick in die Alzeyer Belegschaft. Eiffage bildet dort 62 junge Fachkräfte aus. Zwischen Bauplänen, Beton und laufendem Verkehr wird also bereits an der nächsten Generation von Brückenbauern gearbeitet.

Brückenbau als bundesweite Aufgabe

Wie umfangreich die Aufgaben an den Verkehrswegen sind, dokumentiert das Bundesverkehrsministerium mit der 31. Ausgabe der Reihe „Brücken und Tunnel der Bundesfernstraßen“, dem Jahresheft 2024. Vorgestellt werden neun Brücken und ein Tunnel aus ganz Deutschland. Die Bauwerke gehören zu Autobahnen und Bundesstraßen.

Im Mittelpunkt steht die Erhaltung bestehender Bauwerke, einschließlich Ersatzneubauten. Die Projekte reichen von komplexen bis zu innovativen Brücken- und Tunnelbauwerken. Beschrieben werden die Leistungen aller Beteiligten – von der Planung über den Bau bis zur Überwachung. Was auf der Straße nach Beton, Stahl und Umleitung aussieht, ist hinter den Kulissen ein ziemlich großer Ablauf.

Die Geschichte der Dokumentationsreihe reicht zurück: Die Bände von 1994 bis 2000 erschienen beim Verkehrsblatt-Verlag in Dortmund. Von 2001 bis 2009 veröffentlichte sie die Bundesanzeiger Verlag GmbH in Köln. Die Ausgaben von 2010 bis 2024 gab das heutige Bundesministerium für Digitales und Verkehr, kurz BMDV, direkt heraus.

Der Beitrag über Eiffage Infra-Südwest erschien am 25. September 2026. Autor ist Karl Bast. Und während darüber geschrieben wird, rollen auf der A6 weiter die Fahrzeuge über die Übergangslösung – Richtung Frankenthal, Bobenheim-Roxheim und irgendwohin, wo die nächste Brücke wartet.