Aldi macht den Parkplatz zur Ladestation: So unterscheiden sich Nord und Süd beim E-Auto-Laden
Wer heute mit dem Elektroauto unterwegs ist, kennt das kleine Hoffen auf einen freien Ladepunkt: Bitte nicht gerade jetzt. 2024 fuhren laut Zulassungsbehörde bereits mehr als 1,5 Millionen Menschen in Deutschland ein Elektroauto. Das Ladenetz wächst zwar, doch eine kurzfristig verfügbare Station gibt es längst nicht überall.
Eine feste Größe im Einzelhandel ist Aldi. Aldi Süd betreibt mehr als 1.500 Ladepunkte, Aldi Nord etwa 131 aktive. Zusammen kommt Aldi damit auf mehr als 1.600 Ladepunkte an deutschen Parkplätzen. Geladen wird laut Artikel mit 100 Prozent zertifiziertem Ökostrom, teilweise direkt aus Solaranlagen auf den Filialdächern. Neuere Säulen können zwei Elektroautos gleichzeitig versorgen. Schnellladen soll innerhalb von 30 Minuten eine Reichweitenerhöhung von maximal 500 Kilometern ermöglichen.
Aldi Süd und Aldi Nord: gleicher Parkplatz, anderes System
Zwischen den beiden Aldi-Gesellschaften liegen allerdings praktische Unterschiede. Bei Aldi Süd ist keine App nötig: Die Zahlung erfolgt direkt an der Säule, häufig ist der Ladeplatz rund um die Uhr zugänglich. Aldi Nord hat deutlich weniger Ladepunkte; dort läuft die Nutzung in der Regel über die Chargemap-App oder eine Ladekarte. Auch diese Stationen sind häufig rund um die Uhr zugänglich.
Die Preise liegen bei beiden Ketten grundsätzlich zwischen 0,29 und 0,49 Euro pro Kilowattstunde. Bei Aldi Süd zeigt die App beziehungsweise die Aldi-Webseite freie und belegte Ladepunkte, den nächstgelegenen Standort, Öffnungszeiten und die maximale Ladeleistung. Aldi-Nord-Ladepunkte werden über Chargemap angezeigt. Aldi Süd verfügt laut den vorliegenden Angaben deutlich mehr Ladestandorte als Aldi Nord, das seine Ladeinfrastruktur noch ausbaut.
Technisch reicht das Angebot vom Normalladen mit bis zu 22 kW bis zum Schnellladen mit je nach Station bis zu 150 kW. Die meisten Filialen haben CCS- und Typ-2-Anschlüsse. Bei Aldi Süd sind Typ 2 und CCS vorgesehen, Wechselstromladen ist bis 22 kW möglich, Gleichstromladen sogar bis 200 kW. Bei Aldi Nord finden sich häufig Typ 2, CCS und CHAdeMO, allerdings an deutlich weniger Stationen.
So läuft der Ladevorgang ab
Bei Aldi Süd wird das Auto abgestellt und das Ladekabel eingesteckt; oft hängt es fest an der Säule. Danach hält man eine Zahlungskarte, etwa eine Girocard, an das Display. Zunächst wird ein Betrag vorgemerkt, abgerechnet wird nur die tatsächlich geladene Strommenge. Der Vorgang startet automatisch und kann jederzeit beendet werden. Anschließend wird ein Beleg erstellt. Registrierung und App? Nicht erforderlich.
Ab 12. August 2026 führt Aldi Süd feste Preise ein: 29 Cent je kWh für Normalladen per AC bis 22 kW, 44 Cent für Schnellladen per DC bis 50 kW und 47 Cent für Ultraschnellladen per DC ab 150 kW. Bezahlt werden kann direkt an der Säule mit Girocard, Kreditkarte, Google Pay oder Apple Pay. Unterstützt werden Typ 2 für AC und CCS für DC.
Zu Beginn wird ein Betrag vorautorisiert, beispielsweise 25 Euro beim Normalladen. Am Ende zählt nur der tatsächlich verbrauchte Strom. Den Beleg gibt es über eine auf der Säule angezeigte Webseite, etwa ev-beleg.de oder hyc.cash. Nach dem Ende muss die Station innerhalb von 60 Minuten freigegeben werden, sonst können Blockiergebühren anfallen. Wie hoch diese sind, steht an der jeweiligen Station.
Ein kleiner Haken bleibt: Es besteht kein Anspruch auf eine freie Säule oder eine bestimmte Ladeleistung, Unterbrechungen sind möglich. Die verfügbare Leistung wird an der Station angezeigt und ist auch über die Aldi-Süd-App oder die Standort-Webseite abrufbar. Drittanbieter-Ladekarten funktionieren ebenfalls, dann gelten allerdings deren Preise und Konditionen statt der Aldi-Tarife.
Bei Aldi Nord öffnet man die Chargemap-App, wählt die gewünschte Station aus, scannt den QR-Code an der Säule und bestätigt die Zahlung. Ende ist manuell oder automatisch, sobald die Batterie voll ist.
Was das Laden kostet
Bis 2022 war das Laden bei Aldi kostenlos. Heute berechnet Aldi Süd für Normalladen 0,29 Euro/kWh, fürs Schnellladen je nach Station 0,39 bis 0,47 Euro/kWh. Bei Aldi Nord liegen die Preise je nach Anbieter meist zwischen 0,29 und 0,47 Euro/kWh. Vertragsbindung und Grundgebühr gibt es nicht. Wer eine Ladekarte eines Drittanbieters nutzt, kann allerdings deutlich mehr bezahlen.
Der zugrunde liegende Artikel bezeichnet Aldi-Laden als 14 Cent pro Kilowattstunde günstiger als typischen Haushaltsstrom. Im Vergleich werden für Aldi Süd 0,29 bis 0,47 Euro/kWh, Schnellladen bis 200 kW und keine Registrierung genannt. Aldi Nord liegt ebenfalls bei 0,29 bis 0,47 Euro/kWh, das Schnellladen ist begrenzt und eine App erforderlich.
| Anbieter | Preis und Ladeleistung | Registrierung |
|---|---|---|
| Lidl | 0,29–0,48 Euro/kWh, Schnellladen bis 150 kW | Nein |
| Kaufland | Normalladen 0,29–0,40 Euro/kWh, Schnellladen 0,48–0,65 Euro/kWh, bis 159 kW | Nein |
| IKEA | Kostenloses Laden, begrenzte Schnellladeoptionen | Nein |
IKEA ist in diesem Vergleich derzeit der einzige Anbieter mit kostenlosem Laden. Bei Aldi Süd führen Displays durch den Vorgang, viele Stationen sind auch außerhalb der Geschäftszeiten geöffnet. Laden ist dadurch häufig rund um die Uhr möglich, auch sonntags — praktisch, wenn der Einkauf längst erledigt ist und die Batterie noch nicht.
Der große Rahmen: öffentliches Laden im Jahr 2026
Deutschland verfügt laut Bundesnetzagentur, Stand April 2026, über mehr als 149.000 Normalladepunkte und über 51.200 Schnellladepunkte. Trotzdem unterscheiden sich Bedienung und Bezahlung je nach Betreiber kräftig: Aktiviert wird per Ladekarte oder App, bezahlt direkt mit dem Smartphone oder später per E-Mail beziehungsweise Post.
Der Preis pro Kilowattstunde hängt vom Anbieter, Tarifmodell und Ladetyp ab. Es gibt Tarife mit und ohne Grundgebühr, unterschiedliche Preise für AC-, DC- und Hochleistungsladen sowie zusätzliche Minuten- oder Blockiergebühren nach einer bestimmten Standzeit. Vertragstarife an Partnerstationen sind meist günstiger als spontanes Ad-hoc-Laden ohne Vertrag. Laut ADAC kann dieses Ad-hoc-Laden bis zu 62 Prozent teurer sein als ein vertragsbasierter Tarif ohne Grundgebühr. An Autobahnen können statt etwa 52 Cent bis zu 84 Cent pro kWh anfallen.
Seit dem starken Anstieg der Stromkosten im Jahr 2022 haben fast alle Anbieter ihre Ladestrompreise deutlich angehoben, manche Tarife wurden um nahezu ein Drittel teurer. Unter 50 Cent pro kWh kostet öffentliches Laden unterwegs nur selten; die gesunkenen Strompreise kommen bei den Verbrauchern bislang verzögert an. Der ADAC vergleicht unter anderem Tarife von ADAC, Aral, Elli, EnBW, E.ON, Ionity und Shell.
Der Betreiber einer Ladesäule ist übrigens nicht immer das Unternehmen, das den Ladevorgang abrechnet. E-Roaming öffnet den Zugang zu Ladepunkten verschiedener Betreiber, teilweise auch im Ausland, und bündelt die Abrechnung. Ein Anbieter kann eigene regionale Säulen betreiben und zugleich deutschlandweit oder international als Roaming-Anbieter auftreten.
Teslas Supercharger-Netz mit mehr als 3.900 Ladepunkten in Deutschland ist im ADAC-Vergleich nicht enthalten. Es steht auch Fahrzeugen anderer Marken offen. Die Preise richten sich nach Standort und Tageszeit, mit Spitzen- und Nebentarifen; aktuelle Beträge stehen in der Tesla-App oder auf den Displays der Stationen. Eine Supercharging-Mitgliedschaft kostet 9,99 Euro monatlich und senkt die Ladepreise, Tesla-Fahrer zahlen automatisch weniger.
Ionity, Fastned, Electra und Atlante kooperieren seit Juli 2025 zunächst unter dem Namen „Spark Alliance“, inzwischen als „Charge League“. Registrierte Nutzer erhalten Zugang zu mehr als 1.700 Stationen mit über 11.000 Ladepunkten in 25 Ländern. Für häufiges Laden außerhalb der eigenen Region, auf langen Strecken oder im Ausland kann ein oder können mehrere E-Roaming-Verträge den Alltag mit weniger Apps und Ladekarten deutlich entwirren.</p
