Der Börsenmorgen am 6. Oktober 2026 beginnt mit Rückenwind aus den USA und Asien, doch unter der Oberfläche knirscht es. Der Dax soll höher starten, nachdem er am Vortag um 0,1 Prozent auf 25.254 Punkte gestiegen war. In der Vorwoche hatte der deutsche Leitindex bereits 1,2 Prozent auf 25.231 Punkte zugelegt. An der Wall Street kletterte der Nasdaq dank großer Technologiewerte auf ein neues Rekordhoch.

Ganz unbeschwert ist die Stimmung trotzdem nicht. Hohe Renditen langfristiger US-Staatsanleihen bremsen die Anleger, die zehnjährige US-Anleihe erreichte am Montag den höchsten Stand seit April 2002. Im Tagesverlauf stehen Konjunkturdaten und Reden hochrangiger Notenbanker zur weiteren Zinsentwicklung auf dem Programm.

Asien folgt der US-Technologierally

Positive Vorgaben aus New York und der zuvor gesunkene Ölpreis stützen die Börsen in Ostasien und Australien. Der Hang-Seng-Index in Hongkong liegt 0,8 Prozent im Plus, der S&P/ASX 200 in Sydney gewinnt 0,5 Prozent. In Tokio steigt der Nikkei um 0,7 Prozent, der Topix um 0,8 Prozent. Die Börse in Shanghai bleibt bis einschließlich Mittwoch feiertagsbedingt geschlossen.

Aus der Reihe tanzt Seoul: Nach dem langen Feiertagswochenende fällt der Kospi um 1,4 Prozent. Vor allem Samsung Electronics und SK Hynix belasten den Index. LG Electronics steigen dagegen um 7,4 Prozent. Rückenwind gibt ein mehrjähriger Auftrag zur Lieferung von Kühlsystemen für US-Rechenzentren.

Technologiewerte führen die Rally an. Nach Einschätzung des Analysten Kyle Rodda lenken geringere Zinsunsicherheit und eine leichte Entspannung geopolitischer Risiken den Blick der Anleger wieder stärker auf das Gewinnwachstum von KI-Unternehmen. Die nachgebenden Ölpreise helfen zusätzlich, während die Renditen langfristiger US-Staatsanleihen nahe Mehrjahrzehntehochs liegen. Ein bisschen Zuversicht, ein bisschen Nervosität – an der Börse passt das oft problemlos nebeneinander.

Deutsche Industrie erlebt einen heftigen Rückschlag

Für die deutsche Industrie ist der Morgen deutlich weniger freundlich. Im August sanken die Auftragseingänge gegenüber dem Vormonat um 10,6 Prozent. Erwartet worden war lediglich ein Minus von 1,0 Prozent. Es war der stärkste Rückgang seit Jahresbeginn. Ohne Großaufträge hätte der Rückgang nur 0,1 Prozent betragen.

Der Hauptverursacher war der sonstige Fahrzeugbau mit Flugzeugen, Schiffen, Zügen und Militärfahrzeugen. Dort brachen die Bestellungen im August um 61,5 Prozent ein. Im Juli hatten außergewöhnlich umfangreiche Großaufträge im Schiffs-, Schienenfahrzeug- und Flugzeugbau den Auftragseingang mehr als verdoppelt. Der Absturz sieht also dramatischer aus, als es die laufende Nachfrage allein erklären würde – angenehm ist er trotzdem nicht.

Auch die Pkw-Zahlen des Verbands der Automobilindustrie zeichnen ein holpriges Bild. Im August wurden in Deutschland 229.900 Pkw produziert, 4 Prozent weniger als im August 2025. Als ein Grund gilt die veränderte Lage der Werksferien. Von Januar bis August kamen 2,65 Millionen Pkw zusammen, ebenfalls 4 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Produktionsniveau lag nach den ersten acht Monaten 16 Prozent unter dem Vorkrisenniveau von 2019.

Im August gingen 168.300 Pkw in den Export, 12 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Seit Jahresbeginn sanken die Ausfuhren um 5 Prozent auf 2,01 Millionen Fahrzeuge. Die Auftragseingänge aus dem Inland stiegen im August zwar um gut 4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, die Auslandsbestellungen fielen aber um 13 Prozent. Unterm Strich wurden 11 Prozent weniger Aufträge registriert als im August 2025.

Eine auffällige Gegenbewegung kommt aus dem Elektrobereich: Die inländischen Auftragseingänge deutscher Hersteller für batterieelektrische Pkw stiegen im August um 62 Prozent. Seit Jahresbeginn lagen die inländischen BEV-Bestellungen 64 Prozent über dem Vorjahreszeitraum.

Elektroautos rücken beim Preis näher an Verbrenner

Beim Autokauf schrumpft der Preisabstand. Ein Vergleich der 25 meistverkauften Elektro- und Verbrennermodelle in Deutschland zeigt: Elektroautos waren im September durchschnittlich 2.124 Euro teurer als Verbrenner. Gegenüber August verringerte sich die Differenz um 125 Euro.

Die Entwicklung ist nicht geradlinig. Im Dezember 2025 betrug der Aufpreis 1.328 Euro, im Juli 2026 waren es 2.363 Euro. Im Oktober 2024 lag der Unterschied noch bei mehr als 6.500 Euro, zu Beginn der Elektromobilität teilweise bei 15.000 Euro. Staatliche Förderung und hohe Kraftstoffpreise hatten Elektroautos nach Einschätzung des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer bis Juli attraktiver gemacht.

Gleichzeitig steigen die Rabatte. Auf die 25 meistverkauften Elektroautos wurden im September durchschnittlich 17,9 Prozent Nachlass gewährt, nach 17,4 Prozent im August. Neue und günstigere Modelle verschärfen den Wettbewerb. Der VW ID. Polo und weitere neue Elektroautos des VW-Konzerns erhöhen laut Dudenhöffer den Preisdruck auf ältere elektrische Kleinwagen; in den kommenden Monaten dürfte sich dieser Trend verstärken.

Verglichen werden Transaktionspreise, also Listenpreise abzüglich der online und über Vermittler ermittelten Rabatte. Zusätzlich fließen Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes ein. Die staatliche Kaufprämie ist nicht berücksichtigt.

Bei den Neuzulassungen zeigt sich zugleich ein kräftiger Elektro-Schub. Im August wurden 212.600 Pkw neu zugelassen, 3 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Genau ausgewiesen sind es 212.563 Fahrzeuge. Von Januar bis August stiegen die Neuzulassungen um 5 Prozent auf 1,97 Millionen Pkw, exakt 1.965.024. Das Niveau lag damit noch rund 21 Prozent unter dem Stand von 2019.

Der Anteil privater Neuzulassungen am Pkw-Gesamtmarkt stieg auf 40,5 Prozent und überschritt damit erstmals seit 2020 wieder die Marke von 40 Prozent. Deutsche Marken einschließlich Konzernmarken kamen im August auf 136.093 Neuzulassungen, 6 Prozent weniger. Ausländische Marken legten um 21 Prozent auf 76.470 Fahrzeuge zu.

Elektrifizierte Fahrzeuge – BEV, PHEV und FCEV – legten im August um 49 Prozent auf 94.300 Neuzulassungen zu; exakt waren es 94.336. Ihr Anteil an den Gesamtzulassungen erreichte 44 Prozent. Das ist der höchste Wert seit der Reduzierung des Umweltbonus Ende 2022 und der zweithöchste Wert überhaupt. Batterieelektrische Pkw stiegen um 75 Prozent auf 68.900 Fahrzeuge, genau 68.930. Plug-in-Hybride wuchsen um 6 Prozent auf 25.400, exakt 25.406.

Von Januar bis August wurden 735.400 Elektro-Pkw zugelassen, 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Darunter waren 515.500 BEV, ein Plus von 53 Prozent, sowie 219.800 PHEV, 16 Prozent mehr. Die präzisen KBA-Zahlen lauten 735.364 Elektrofahrzeuge, 515.545 BEV und 219.808 PHEV. Deutsche Marken einschließlich Konzernmarken kamen in diesem Zeitraum auf 1.326.191 Neuzulassungen, 1 Prozent mehr; ausländische Marken auf 638.833, 13 Prozent mehr.

Was die Antriebszahlen wirklich zeigen

Nach amtlichen KBA-Daten mit Datenstand August 2026 entfielen im Monatsmarkt 32,4 Prozent auf BEV, also 68.930 Neuzulassungen. Diesel kamen auf 22.516 Fahrzeuge beziehungsweise 10,6 Prozent. Hybridfahrzeuge insgesamt erreichten 84.603 Neuzulassungen und 39,8 Prozent. Darin enthalten sind 59.197 Hybride ohne Plug-in, 27,8 Prozent, und 25.406 Plug-in-Hybride, 12,0 Prozent.

Die Hybridwerte dürfen nicht addiert werden, weil „Hybrid gesamt“ die Plug-in-Hybride bereits enthält. Die Marktanteile beziehen sich außerdem auf die Pkw-Neuzulassungen des jeweiligen Monats, nicht auf den gesamten Fahrzeugbestand in Deutschland. Das klingt nach einer Kleinigkeit, macht in