Wer in diesen Tagen Rechnungen öffnet, merkt schnell: Es wird nicht nur an einer Stelle teurer. Energie, Mobilität, Versicherungen und andere laufende Ausgaben belasten Haushalte stärker als noch vor einigen Jahren. Die Verbraucherpreise lagen im August laut Destatis 2,9 Prozent über dem Vorjahresmonat, wichtigster Preistreiber war Energie. Auch die Gas- und Strom-Großhandelspreise sind deutlich gestiegen – bei den Haushalten kommt das meist mit Verzögerung an.

Für Eigentümer und Mieter rund um Baupreise heißt das: Der Blick auf Heizung, Nebenkosten und laufende Verträge lohnt sich gerade jetzt. Manche Erhöhung lässt sich nicht verhindern. Andere Kosten entstehen schlicht, weil alte Verträge weiterlaufen oder Abschläge zu niedrig angesetzt sind.

Gas, Strom und Heizöl: Die Heizsaison wird teurer

Etwa die Hälfte der Wohnungen in Deutschland wird mit Gas beheizt. Derzeit treiben Lieferausfälle und Blockaden im Umfeld der Straße von Hormus, seit Juli nahezu verdoppelte europäische Großhandelspreise und niedrige Speicherstände vor Beginn der Heizperiode die Preise. Das Bundeswirtschaftsministerium sieht keine Mangellage, der Gasspeicherverband INES warnt jedoch vor möglichen Engpässen im kommenden Winter.

Laut Verivox steigt der durchschnittliche Haushaltsgaspreis von 11,14 Cent je Kilowattstunde im Jahr 2025 auf 12,52 Cent im Jahr 2026 – rund zwölf Prozent. Für ein Einfamilienhaus mit 20.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch bedeutet das etwa 280 Euro Mehrkosten. Neukundentarife sind seit Februar um rund ein Drittel gestiegen; zum Jahreswechsel könnten weitere Erhöhungen von 10 bis 20 Prozent folgen.

Wer einen Vertrag hat, sollte Preis, Laufzeit, Preisgarantie und Kündigungsfrist prüfen. Bei Preiserhöhungen besteht häufig innerhalb von 14 Tagen ein Sonderkündigungsrecht. Beim Vergleich zählen Grundgebühr, Grundpreis, Arbeitspreis und Preisgarantie mehr als der monatliche Abschlag. Sinnvoll sind Laufzeiten von höchstens zwölf Monaten, kurze Verlängerungen und maximal ein Monat Kündigungsfrist. Den Gasanbieter können grundsätzlich nur Hauseigentümer wechseln; Mieter können einen Wechsel beim Vermieter anregen.

Ein paar Handgriffe helfen ebenfalls: niedrigere Raumtemperaturen, eine optimierte Heizkurve, abgedichtete Fenster und Türen, moderne Thermostate und richtiges Lüften. Das klingt unspektakulär, kann sich auf der Jahresabrechnung aber bemerkbar machen.

Beim Strom ist Deutschland laut einer Verivox-Auswertung das teuerste G20-Land. Der Durchschnittspreis liegt bei 35,6 Cent je Kilowattstunde, im G20-Durchschnitt bei 16,3 Cent. Mehr als 60 Prozent des deutschen Strompreises entfallen auf Steuern, Umlagen, Abgaben und Netzentgelte. Der durchschnittliche Strom-Großhandelspreis lag im September bei rund 147 Euro je Megawattstunde – etwa 75 Prozent über dem Vorjahreswert.

Haushalte zahlen laut Verivox im Schnitt rund 32,29 Cent je Kilowattstunde, knapp zwei Cent weniger als vor einem Jahr. Festpreistarife sind bisher relativ stabil; RWE erwartet mittelfristig stabile Endkundenpreise. Bei dynamischen Tarifen lassen sich stromintensive Geräte in günstigere Tageszeiten verschieben. Trotzdem sollten Verträge, Preisgarantien und Abschläge genau angeschaut werden. Wer monatlich zu wenig zahlt, erlebt die Differenz später gesammelt als Nachzahlung.

Heizöl kostet 2026 rund 50 Prozent mehr als im vergangenen Herbst. Als Ursache gilt vor allem die geopolitische Lage samt Blockade der Straße von Hormus. Viele Haushalte haben auf fallende Preise gehofft und mit der Bestellung gewartet. Für den Herbst wird deshalb eine hohe Nachfrage erwartet. Besser ist, nicht auf einen starken Preisrutsch zu spekulieren, rechtzeitig vor der Heizsaison zu bestellen und größere Mengen gegebenenfalls auf mehrere Lieferungen zu verteilen. Weniger Verbrauch hilft auch hier – selbst wenn der Tankgeruch beim Befüllen irgendwie zum Herbst gehört.

Auto, Sprit und Versicherung im Kostencheck

Benzin und Diesel verteuerten sich im August im Jahresvergleich um fast 28 Prozent und erreichten Rekordstände. Ab 1. Oktober soll ein befristeter Tankrabatt gelten: Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel sinkt um etwa 14 Cent je Liter. Einschließlich Mehrwertsteuer ergibt sich laut Bundesregierung eine Entlastung von bis zu 17 Cent je Liter. Die Regelung soll voraussichtlich bis Ende Dezember laufen. Ab spätestens Januar 2027 ist ein Spritpreisdeckel mit gesetzlich festgelegtem Höchstpreis geplant.

Bis dahin hilft der kleine Alltagstrick mehr als man denkt: Preise per App vergleichen, Autobahntankstellen möglichst meiden und kurz vor 12 Uhr tanken, weil Preiserhöhungen seit April nur einmal täglich um 12 Uhr möglich sind. Vorausschauendes Fahren, der Verzicht auf kurze Strecken, ein ausgeschalteter Motor im Leerlauf, weniger Gewicht, korrekter Reifendruck und ein gewartetes Auto drücken den Verbrauch ebenfalls.

Bei der Kfz-Versicherung drohen höhere Beiträge. Gründe sind neue Regional- und Typklassen, gestiegene Reparaturkosten, komplexere Fahrzeugtechnik und höhere Schadenssummen. Die aktuelle Beitragsrechnung sollte deshalb neben der des Vorjahres liegen. Änderungen bei Regional- oder Typklasse fallen dann eher auf.

Sparpotenzial steckt in Voll- oder Teilkasko, Selbstbeteiligung, Werkstattbindung, Schutzbrief und Rabattschutz. Auch Fahrerkreis, Kilometerleistung und der angegebene Stellplatz können den Preis verändern. Bei älteren Fahrzeugen kann sich der Wechsel von Voll- zu Teilkasko lohnen.

Senioren zahlen laut einer Untersuchung ab 65 Jahren häufig mehr. In einem Modellfall stieg der Beitrag zwischen 62 und 75 Jahren um fast 60 Prozent; mit 81 kostete derselbe Schutz im Durchschnitt mehr als doppelt so viel wie mit 52. Zwischen dem günstigsten und dem teuersten Angebot für einen 81-jährigen Modellkunden lagen mehr als 600 Euro pro Jahr. Die reguläre Kündigungsfrist ist meist der 30. November. Bei Beitragserhöhungen ohne Leistungsverbesserung besteht häufig ein Sonderkündigungsrecht.

Miete, Lebensmittel und der Blick auf die Abrechnung

Dienstleistungen verteuerten sich im Jahresvergleich um 2,8 Prozent, Nettokaltmieten stiegen um 1,9 Prozent. Bei den Nebenkosten schlagen besonders Energie-, Wasser- und Müllgebühren durch. Eine Nebenkostenabrechnung sollte daher nicht einfach abgeheftet werden. Stimmen Verbrauch, Zeitraum und Vorauszahlungen? Bei deutlich gestiegenen Energiekosten können Abschläge angepasst werden. Bei Unklarheiten helfen Mietervereine oder Verbraucherzentralen.

Bei Lebensmitteln hat sich die Inflation zwar verlangsamt: Im August waren sie durchschnittlich 0,1 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Gegenüber 2020 liegen die Preise allerdings 36,7 Prozent höher. Höhere Energiekosten, die politische Lage, Arbeitskräftemangel und Klimafolgen wirken hier zusammen.

Eigenmarken, saisonale Produkte und flexible Einkaufsentscheidungen schonen das Budget. Noch mehr bringt es, weniger wegzuwerfen. Laut Umweltbundesamt landen in Deutschland jährlich 74,5 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf im Müll. Einkaufsplanung, richtige Lagerung und ein prüfender Blick auf das Mindesthaltbarkeitsdatum können das ändern – manchmal liegt der Joghurt eben doch noch völlig in Ordnung hinten im Kühlschrank.

Ein regelmäßiger Fixkosten-Check kann mehrere hundert Euro im Jahr freilegen. Auf die Liste gehören Strom-, Gas- und Heizölverträge, Abschläge und Energieverbrauch, Spritkosten und Kfz-Versicherung, Miete und Nebenkostenabrechnungen sowie Telekommunikation, Streaming, Vereinsbeiträge, Fitnessstudio und andere Abos.

Besonders häufig lohnt sich der Blick bei Haushalten in der Grundversorgung, bei alten Mobilfunk- oder Internetverträgen und bei Versicherungen, die längst nicht mehr zur Lebenssituation passen. Der Abschlagsrechner der Verbraucherzentrale hilft bei Strom-, Gas- und Fernwärmeabschlägen. Liegt der Abschlag deutlich unter dem Verbrauch und den aktuellen Preisen, kann die Jahresnachzahlung unangenehm groß werden. Ein kleiner monatlicher Betrag als Reserve nimmt dieser Rechnung zumindest den Schrecken.

Gerade rund um Haus, Wohnung und Baustelle verschwimmen laufende Kosten schnell mit den Ausgaben für Reparaturen, Wartung oder Modernisierung. Umso nützlicher ist ein fester Termin – etwa einmal im Quartal –, an dem Verträge, Zählerstände, Versicherungen und Abrechnungen gemeinsam auf den Tisch kommen. Dann bleibt eher sichtbar, ob wirklich der Verbrauch gestiegen ist oder nur ein alter Tarif still und leise teurer geworden ist.