Der Brennstoffmarkt für Hackschnitzel hat im dritten Quartal 2026 spürbar angezogen. Hackschnitzel der Qualitätsklasse A1 kosteten bei einer Abnahme von 80 Schüttraummetern (SRM) im bundesweiten Durchschnitt 38,90 Euro netto je SRM. Gegenüber dem Vorquartal entspricht das einem Plus von rund 13 Prozent.

Die Preisangabe gilt für lose geschüttete Hackschnitzel, eine Lieferung im Umkreis von 50 Kilometern und Nettopreise. Umgerechnet wurden außerdem 4,76 Cent je Kilowattstunde sowie 238,17 Euro je Tonne atro ausgewiesen. Trotz des Anstiegs lagen A1-Hackschnitzel damit weiterhin deutlich unter fossilen Energieträgern: rund 68 Prozent unter Heizöl und etwa 50 Prozent unter Erdgas.

Weniger Sägerestholz, mehr Nachfrage

Hinter der Entwicklung steckt kein plötzlich leerer Wald. Rundholz wurde in den vergangenen Monaten sogar günstiger, während sich Sägenebenprodukte deutlich verteuerten. Gerade diese Nebenprodukte sind die wichtigste Rohstoffquelle für Hackschnitzel und Pellets.

Der Grund liegt in der schwachen Baukonjunktur. Die Nachfrage nach Schnittholz blieb 2026 gering, viele Sägewerke drosselten deshalb ihre Produktion. Wird weniger Holz eingeschnitten, fällt automatisch weniger Sägerestholz an – unabhängig davon, wie viel Holz im Wald vorhanden ist. „Das aktuelle Rundholzaufkommen lässt kaum Rückschlüsse auf die verfügbare Restholzmenge für die Brennstoffproduktion zu“, sagt DEPI-Geschäftsführer Martin Bentele. Entscheidend sei, wie viel Holz tatsächlich in den Sägewerken verarbeitet werde; wegen der schwachen Schnittholznachfrage sei das deutlich weniger.

Zusätzliche Produktionskosten belasteten den Markt. Die Nachfrage nach Rundholz blieb verhalten, gleichzeitig nahm jene nach der energetischen Nutzung von Holz gegen Ende des Sommers merklich zu. Ein etwas widersprüchliches Bild also: weniger Aktivität in den Sägewerken, aber mehr Interesse am Brennstoff.

Preisangaben mit unterschiedlichen Maßstäben

Der DEPI-Hackschnitzelpreis wird vierteljährlich erhoben. Hackschnitzelproduzenten können ihre Verkaufspreise freiwillig melden; der Erhebungszeitraum endet jeweils am 15. des dritten Monats eines Quartals. Veröffentlicht wird der deutsche durchschnittliche Nettopreis je SRM und Qualitätsklasse.

Die Klassen orientieren sich an den ENplus-Klassen. A1 steht für einen Wassergehalt von höchstens 15 Prozent, höchstens 1,5 Prozent Asche und höchstens 5 Prozent Feinanteil. Bei A2 liegt der Wassergehalt zwischen 20 und 35 Prozent, der Aschegehalt bei höchstens 2,5 Prozent und der Feinanteil bei höchstens 8 Prozent. Die Klasse B weist mindestens 35 Prozent Wasser, höchstens 5 Prozent Asche und höchstens 10 Prozent Feinanteil auf.

Die Vergleichswerte von C.A.R.M.E.N. e.V. beruhen auf einer anderen Abgrenzung. Der Verein erhebt seit 2003 vierteljährlich Daten zur Preisentwicklung von Waldhackschnitzeln. Teilnehmen können gewerbliche Anbieter und Verbraucher in Deutschland; pro Umfrage gehen etwa 60 detaillierte Rückmeldungen ein. Die Tabellen- und Grafikwerte sind Bruttopreise – bis einschließlich 2022 mit 19 Prozent Mehrwertsteuer, ab 2023 mit 7 Prozent. Nettowerte lassen sich in der jeweiligen Tabellenzeile anzeigen.

Für Hackschnitzel mit 35 Prozent Wassergehalt gilt dort eine Lieferung von 80 SRM im Umkreis von 20 Kilometern, bei 20 Prozent Wassergehalt eine Menge von 30 SRM ebenfalls im Umkreis von 20 Kilometern.

Der Norden bleibt teurer

Im dritten Quartal 2026 lag der C.A.R.M.E.N.-Gesamtmittelwert bei 102,82 Euro je Tonne brutto beziehungsweise 96,09 Euro netto für Hackschnitzel mit 35 Prozent Wassergehalt. Bei 20 Prozent Wassergehalt wurden 153,95 Euro brutto beziehungsweise 143,88 Euro netto erreicht.

Zwischen Norden und Süden klaffte dabei eine deutliche Lücke. Im Süden reichte die Spanne von 25,55 Euro je Tonne bei 35 Prozent Wassergehalt bis 157,22 Euro; bei 20 Prozent Wasser lagen Minimum und Maximum bei 38,59 beziehungsweise 202,61 Euro. Die Mittelwerte betrugen 87,77 Euro bei 35 Prozent und 138,42 Euro bei 20 Prozent Wassergehalt.

Im Norden wurden 77,80 bis 210,79 Euro je Tonne bei 35 Prozent Wassergehalt gemeldet. Bei 20 Prozent reichte die Bandbreite von 99,14 bis 263,02 Euro. Der nördliche Mittelwert lag bei 147,96 beziehungsweise 195,34 Euro. Über alle Regionen hinweg betrugen die Minima 25,55 und 38,59 Euro, die Maxima 210,79 und 263,02 Euro.

Im zweiten Quartal 2026 hatte der Gesamtmittelwert noch bei 108,46 Euro je Tonne für 35 Prozent und 158,94 Euro für 20 Prozent Wassergehalt gelegen. Die Zeitreihe umfasst Quartalsdaten von 2008 bis zum dritten Quartal 2026, jeweils für Gesamtdeutschland sowie Norden und Süden. Zusätzlich werden Minimum und Maximum beider Wassergehaltsstufen ausgewiesen.

Ein Blick zurück zeigt, wie bewegt der Markt war: 2021 lagen die Gesamtmittelwerte überwiegend bei etwa 73 bis 76 Euro je Tonne für 35 Prozent Wassergehalt und 101 bis 127 Euro für 20 Prozent. 2022 zogen die Werte deutlich an; im vierten Quartal wurden 119,00 beziehungsweise 175,86 Euro erreicht. 2023 lagen die Gesamtwerte zwischen 96,30 und 106,14 Euro sowie zwischen 139,24 und 161,20 Euro. 2024 bewegten sie sich zwischen 93,19 und 98,09 Euro beziehungsweise 133,47 und 154,37 Euro. 2025 waren es 98,23 bis 103,97 Euro sowie 145,76 bis 151,09 Euro. 2026 folgten im ersten Quartal 105,93 und 149,27 Euro, im zweiten 108,46 und 158,94 Euro und im dritten Quartal 102,82 und 153,95 Euro.

Lieferanten, Jahreswerte und ein Blick auf die Normen

Als teilnehmende Lieferanten führt C.A.R.M.E.N. e.V. PreZero Holz GmbH in Bückeburg, die FBG Forstbetriebsgemeinschaft Neustadt/WN Nord w.V. in Windischeschenbach, biotherm Services GmbH in Hagenow, HEFD GbR in Gras-Ellenbach, die WBV Waldbesitzervereinigung Landshut e.V. in Landshut, Bockelmann Holz GmbH in Lüneburg, Hans Kinze GmbH Forst- und Rodungsbau in Hemer, die FBG Forstbetriebsgemeinschaft Oberallgäu e.V. in Immenstadt, die WBV Waldbesitzervereinigung Wasserburg-Haag w.V. in Amerang, Broß Holz GmbH & Co. KG in Obersontheim, die Bäuerliche Hackschnitzelliefergemeinschaft mbH in Riegsee, B.E.N. BiomasseEnergieNetzwerk eG in Ulm, die WBV Waldbesitzervereinigung Bamberg e.V. in Scheßlitz, HÄLBICH Dienstleistungs GmbH in Eiselfing, die WBV Waldbesitzervereinigung Schongau eG in Peiting, die WBV Waldbauernvereinigung Lamer Winkel w.V. in Lam, Behringer Landschaftspflege und Holzenergie in Kirchardt sowie FoWi Holzeinschlag- und Holzhandelsunternehmen GmbH + Co. KG in Wiegersen auf. Die Anbieter können nach Postleitzahlbereichen gefiltert werden.

Bei 35 Prozent Wassergehalt lag der Jahresmittelwert 2025 bei 100,45 Euro je Tonne bundesweit, im Norden bei 136,13 Euro und im Süden bei 92,18 Euro. 2024 waren es 95,06, 129,17 und 93,01 Euro; 2023 101,76, 107,66 und 100,51 Euro. Bei 20 Prozent Wassergehalt wurden 2025 bundesweit 148,90 Euro, im Norden 189,28 Euro und im Süden 138,96 Euro erreicht. Die Vergleichswerte für 2024 lagen bei 144,45, 207,95 und 140,05 Euro, für 2023 bei 149,54, 164,01 und 147,15 Euro