Am Dienstag, 6. Oktober 2026, sind die Heizölpreise in allen 16 Bundesländern gesunken. Im Bundesdurchschnitt kostet Heizöl rund 161 Euro je 100 Liter – etwa 4 Euro weniger als am Montag. Für viele Haushalte kommt der Rückgang gerade recht, auch wenn der große Ansturm bislang ausbleibt.

Am kräftigsten ging es in Bremen nach unten: Dort verbilligte sich Heizöl um knapp 5 Euro je 100 Liter. Hamburg folgte mit gut 4 Euro. Am wenigsten bewegte sich der Preis im Saarland – dort waren es gut 1 Euro je 100 Liter. Die günstigsten Länder bleiben Bremen mit etwa 156 Euro und Hamburg mit etwa 157 Euro je 100 Liter. Am oberen Ende liegen Hessen mit gut 165 Euro sowie Rheinland-Pfalz mit etwa 164 Euro. Zwischen dem teuersten und dem günstigsten Bundesland liegen damit derzeit rund 9 Euro je 100 Liter.

Norden günstiger, Rheinschiene unter Druck

Im Norden ist Heizöl weiterhin günstiger als im Südwesten entlang der Rheinschiene. Dort erschwert Niedrigwasser die Transporte. Das klingt zunächst nach einem Detail für Logistiker, schlägt sich aber direkt in der Rechnung für Kundinnen und Kunden nieder.

Trotz des Preisrückgangs bleibt die Nachfrage verhalten. Laut Heizöl24 wollen 93 Prozent der Kunden den Kauf auf später verschieben. Nur 7 Prozent halten einen sofortigen Kauf trotz der hohen Preise für sinnvoll. Ende September hatten noch 27 Prozent zu einem umgehenden Kauf geraten. Viele hoffen also auf weitere Preisrückgänge und bessere Einkaufsmöglichkeiten.

Gleichzeitig beobachten Heizölkunden den Markt laut Heizöl24 sehr aufmerksam. Viele müssen vor Beginn der Heizsaison noch bestellen, warten aber auf einen weiteren Nachlass. Die Lieferfristen haben sich deshalb auf 25 Tage verlängert; Ende September waren es noch 22 Tage. Das deutet auf eine höhere Zahl von Aufträgen bei den Händlern hin. Nach Angaben von Tecson werden überwiegend Mengen zwischen 1.000 und 2.000 Litern je Bestellung geordert. Anfang Oktober besteht bei der Heizölbevorratung für die neue Heizperiode weiterhin Nachholbedarf.

Rohöl und Gasöl drücken auf den Heizölpreis

Begünstigt wird der Preisrückgang durch niedrigere Ölpreise. Brent-Rohöl verbilligte sich den dritten Handelstag in Folge und näherte sich 98 US-Dollar je Barrel. Als Grund gelten Hinweise auf eine Erholung der Rohölexporte aus dem Nahen Osten. Saudi-Arabien meldete Transporte über die Ost-West-Pipeline von 5,8 Millionen Barrel. Reuters berichtete, dass diese Transportroute nicht unterbrochen worden sei. In der letzten Septemberwoche lagen die Rohölexporte aus dem Nahen Osten an vier Tagen über dem Niveau vor Kriegsbeginn.

Auch politisch kam Bewegung in den Markt: Die G7-Staaten beschlossen am Freitag, 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl aus Notreserven freizugeben und auf Exportbeschränkungen für Energie zu verzichten. Saudi-Arabien senkte wegen des verbesserten Angebots außerdem die Preise für seine wichtigste Rohölsorte für Abnehmer in Asien.

Ganz ruhig ist die Lage dennoch nicht. Die Ukraine greift weiterhin russische Ölanlagen an. Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums ist inzwischen mehr als die Hälfte der russischen Rohölverarbeitungskapazität außer Betrieb. Die Preise für Gasöl, ein Vorprodukt für Diesel und Heizöl, sanken allerdings stärker als die Rohölpreise: um 3,6 Prozent auf etwa 1.350 US-Dollar je Tonne.

Wer warten kann, hat mehr Spielraum

Heizölkunden können den Markt über längere Zeit beobachten. Die HeizOel24-Datenbank enthält tägliche Heizöl-Preisnotierungen der vergangenen 20 Jahre; die Daten werden zu Monatsdurchschnittspreisen zusammengefasst und ausgewertet. Historisch waren Januar und Februar häufig die günstigsten Monate für den Heizölkauf. Von Jahr zu Jahr fällt die Preisentwicklung jedoch unterschiedlich aus. Mithilfe einer Jahresauswahl lassen sich verschiedene Zeiträume vergleichen.

Unterjährige Preisschwankungen eröffnen Verbrauchern die Möglichkeit, günstigere Marktphasen für den Einkauf zu nutzen. Heizöl lässt sich – anders als leitungsgebundene Energie wie Erdgas, Fernwärme und Strom – unabhängig vom unmittelbaren Verbrauch kaufen und lagern. Bei leitungsgebundener Energie wird während des Verbrauchs bezahlt. Wer einen Tank hat, kann also ein wenig taktieren; wer fast leer ist, hat diese Freiheit natürlich nur noch auf dem Papier.