Karls Erlebnis-Dorf Oberhausen: Erdbeer-Döner, Currywurst und Eis aus der Porzellan-Toilette
Wer im Karls Erlebnis-Dorf Oberhausen unterwegs ist, bekommt nicht nur Fahrgeschäfte und Erdbeerprodukte, sondern auch eine ziemlich breite Auswahl gegen den Hunger. Acht Restaurants und gastronomische Stände verteilen sich über den Standort am CentrO – von Frühstück und Buffet bis zu Currywurst, Eis und einem Erdbeer-Döner. Gerade wenn die Füße nach ein paar Runden auf den Attraktionen müde werden, ist die nächste Mahlzeit meist nicht weit.
Der Standort entstand auf dem Gelände des früheren CentrO Parks und ist seit dem 22. Juli 2026 geöffnet. Oberhausen ist der erste vollständig bargeldlose Karls-Standort: Bezahlt wird per Girocard oder Kreditkarte. Wer Bargeld dabeihat, kann es vor dem Eingang in PayKarls-Gutscheinkarten umtauschen. Praktisch, aber man muss es eben wissen, bevor der Nachwuchs plötzlich vor dem Eisstand steht.
Vom Erdbeer-Döner bis zum Buffet
Am auffälligsten klingt wohl das Erdbeer-Döner-Restaurant. Ein Döner kostet 9,50 Euro, erhältlich ist er mit Hähnchen, Kalbfleisch oder vegetarisch mit Grillgemüse. Der Erdbeer-Geschmack steckt vor allem in der Soße. Zur Auswahl stehen Erdbeer-Knoblauch, Erdbeer-Kräuter und Erdbeer-Scharf – letzteres dürfte ziemlich genau die Sorte sein, bei der man erst mutig bestellt und dann kurz schweigt.
Die beiden Verkaufsstellen liegen am Eingang und beim Erdbeer-Döner-Fahrgeschäft. Geöffnet ist täglich von 11 bis 18 Uhr.
Wer lieber klassisch und in größerer Auswahl isst, landet bei Friedas Hof-Küche. Das zentrale Buffet bietet Frühstück, Mittag- und Abendessen. Bis 11 Uhr gibt es Brötchen, Aufschnitt, süße Aufstriche, „Karls Erdbeertraum“ sowie Kaffee und Tee. Später kommen unter anderem Pommes, Nudeln, Suppen und Gemüsegerichte auf den Tisch. Welches Gemüse angeboten wird, hängt von der Saison ab.
Am Nachmittag zieht der Duft von Kaffee und frischem Kuchen aus der benachbarten Holzofen-Bäckerei herüber. Abgerechnet wird nach Gewicht. Für Kinder und Erwachsene gilt derselbe Preis pro 100 Gramm. Friedas Hof-Küche öffnet täglich von 8 bis 19 Uhr.
Im Curryversum dreht sich alles um Currywurst – mit Brötchen oder Pommes. Auf der Karte stehen die klassische Currywurst, Geflügelwurst, deftige Bratwurst und Erdbeer-Bratwurst. Dazu kommen unter anderem Erdbeer-Currysoße und weitere Currysoßen. Eine Currywurst kostet etwa 4,50 Euro; geöffnet ist täglich von 11 bis 18 Uhr.
Kaffee, Mais und Grillgerichte
Das Erdbeer-Café Elisabeth setzt auf Kaffee und Erdbeer-Spezialitäten. Je nach Tagesangebot gibt es Kuchen und weitere Backwaren, wobei die Speisekarte saisonal wechseln kann. Erdbeertorte ist nur während der Erdbeerzeit erhältlich. Das Café ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet – wer genau wegen der Torte kommt, sollte also nicht blind darauf vertrauen, dass sie immer da ist.
Mais Mais Baby bietet Speisen rund um Mais und verschiedene Snacks. Der Stand eignet sich für eine kurze Pause, wenn niemand längere Zeit in einem Restaurant sitzen möchte. Welche Varianten täglich erhältlich sind, hängt vom aktuellen Angebot ab. Geöffnet ist von 11 bis 18 Uhr.
Deftiger geht es am Tregger-Grill zu. Dort gibt es Burger, Pommes, Salate, Hähnchen- und weitere Grillgerichte. Die Speisekarte variiert je nach Standort. Auch dieser Grill ist täglich von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
Raupi Nimmersatt richtet sich vor allem an Familien. Auf den Tellern landen herzhafte Gerichte wie Chicken Wings und Pommes, daneben süße Speisen mit Erdbeernote. Zum Trinken gibt es unter anderem Cappuccino, Espresso und Erdbeer-Brause. Die Öffnungszeiten: täglich von 11 bis 18 Uhr.
Für den Abschluss, oder für den Start, je nachdem wie konsequent man Essen plant, steht Pipi-Kaka-Eis bereit. Eine Portion kostet 5 Euro und wird in einer kleinen, wiederverwendbaren Porzellan-Toilette serviert, die Besucher mitnehmen dürfen. Zur Wahl stehen Vanille, Schokolade und Erdbeere, dazu Toppings wie bunte Streusel. Geöffnet ist täglich von 11 bis 18 Uhr.
Was Besucher mitbringen dürfen
Eigene Speisen sind im Park grundsätzlich nicht erlaubt. Ausnahmen gibt es für Wasserflaschen bis 0,5 Liter, Babynahrung, Fläschchen, Kekse und Reiswaffeln für kleine Kinder. Allergiker dürfen eigene Lebensmittel mit ärztlicher Bescheinigung mitbringen. Der Park kann Taschenkontrollen durchführen. Das ist der Punkt, den man besser vor dem Besuch liest als vor dem Eingang – dort ist der Rucksack meist schon gepackt.
Ein Standort in einem größeren System
Hinter dem Erlebnis-Dorf steht die Karls Tourismus GmbH mit Sitz in Rövershagen in Mecklenburg-Vorpommern. Das Unternehmen wurde 2005 gegründet, gehört der Familie Dahl und wird von Robert Dahl, Ulrike Dahl und Stephanie Dahl geführt. Karls beschäftigt 1.300 Festangestellte und 4.500 Saisonkräfte. Die Branche: ländliche Freizeitparks und Landwirtschaft. Für 2025 wird ein Umsatz von 205 Millionen Euro genannt.
Unter dem Namen „Karls Erlebnis-Dorf“ betreibt das Unternehmen landwirtschaftlich thematisierte Freizeitparks sowie weitere Standorte in mehreren deutschen Bundesländern. Dazu gehören außerdem das Rittergut von Barby in Loburg und Karls Pier 7 in Rostock-Warnemünde. Die Erlebnis-Dörfer verbinden ganzjährig Hofladen, Manufakturen, Gastronomie und Freizeitpark. Verkauft werden Lebensmittel und Produkte aus eigener Herstellung, besonders rund um die Erdbeere; hergestellt werden unter anderem Kaffee, Seife, Bonbons, Eiscreme, Schokolade, Marmelade und Brot.
Rutschen, Achterbahn, Erlebnisaquarium, Tobeland, Traktorfahrten und Eisskulpturenausstellungen gehören ebenfalls zum Angebot. In Rövershagen steht zudem eine Sammlung mit mehr als 50.000 Kaffeekannen, die als größte der Welt bezeichnet wird. Ein bisschen skurril, ja – aber genau solche Dinge bleiben im Kopf.
Die Geschichte reicht zurück bis zu Karl Dahl, der ab 1921 einen Hof bei Rostock bewirtschaftete und die Erzeugnisse auf Wochenmärkten verkaufte. Vor 1933 war er NSDAP-Blockwart, ab 1938 Ortsgruppenleiter in Bentwisch. Auf dem Hof wurden drei Zwangsarbeiter eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg zog die Familie nach Warnsdorf bei Lübeck.
Karl Dahls Sohn Karl-Heinz führte den landwirtschaftlichen Betrieb fort und spezialisierte sich auf Erdbeeren. Zunächst belieferte der Hof die Schwartauer Werke. Nachdem die Lieferverträge 1989 wegen günstigerer Importe aus Osteuropa gekündigt worden waren, plante Karl-Heinz Dahl den Direktverkauf. Dafür ließ er 15 Verkaufsbuden in Erdbeerform bauen. Als Vorbild dienten Verkaufsstände eines Tennisturniers in Wimbledon.
Robert Dahl eröffnete schließlich in Rövershagen-Purkshof bei Rostock einen Erdbeerhof an der B 105. Neben Erdbeeren wurden Kaffee und Kuchen, Würstchen und regionale Produkte verkauft. Der Hof entwickelte sich zu einem der größten Bauernmärkte Deutschlands. Seit 2001 trägt der Standort den Namen „Karls Erlebnis-Dorf“, 2005 folgte die Gründung der Karls Tourismus GmbH. Das elterliche Startkapital betrug Anfang der 1990er Jahre 576.000 D-Mark; im ersten regulären Geschäftsjahr wurden umgerechnet rund 440.000 Euro Umsatz erzielt.
Die Standorte kamen Schritt für Schritt hinzu: Rövershagen bei Rostock 1993, Zirkow auf Rügen 2012, Elstal bei Berlin und Warnsdorf bei Lübeck 2014, Koserow auf Usedom 2016, das Rittergut mit Barbycafé in Loburg 2018, Döbeln in Mittelsachsen im März 2024, Loxstedt im Landkreis Cuxhaven am 15. Mai 2025 und Oberhausen am CentrO am 22. Juli 2026. Pier 7 in Rostock-Warnemünde gehört ebenfalls zum Unternehmen. Frühere Manufakturen-Märkte in Berlin-Friedrichshagen, Berlin-Mitte und Döbeln waren 2025 geschlossen. Weitere geplante oder diskutierte Standorte werden für Bayern, Berlin, Schleswig-Holstein, Sachsen, die USA und Wernigerode erwähnt.
Für die Erdbeerproduktion bewirtschaftet Karls in Mecklenburg-Vorpommern rund 300 Hektar Erdbeerfelder. Die Ernte
