Heute, am 28.09.2026, lohnt sich beim Pelletkauf ein genauer Blick. Die Preise in Deutschland bewegen sich derzeit weniger dynamisch als die Heizölpreise, doch ruhig ist der Markt keineswegs. Wer nur noch wenig oder gar keine Pellets im Lager hat, sollte laut aktueller Einschätzung zumindest eine kleine Menge bestellen. Geliefert wird meist in größeren Mengen direkt nach Hause – Anbieter, Lieferzeit und Nebenkosten können deshalb ordentlich ins Gewicht fallen.

Die genannten Tonnenpreise für lose Ware stammen von „Heizpellets24“ und werden regelmäßig aktualisiert. Für den 28. September liegt in der übermittelten Fassung allerdings kein konkreter Tabellenwert vor. Für September 2026 werden die Regionen bei einer Bestellmenge von sechs Tonnen grob in Nord/Ost, Mitte und Süd eingeteilt: Im Süden Deutschlands sind Pellets derzeit am teuersten. In der Mitte liegen die Preise niedriger, im Norden knapp darüber. Das sind allgemeine Richtwerte, keine Garantie für das Angebot vor der eigenen Haustür. Vergleiche über „energienutzer.de“ oder „Heizpellets24“ können sich daher auszahlen.

Vom Krisenpreis zur neuen Unruhe

Im Vorjahr kostete eine Tonne Pellets etwa 110 Euro weniger als aktuell. Nach dem Höchststand von knapp über 400 Euro im Februar 2026 sanken die Preise zunächst wieder. Seit Mitte Juni ziehen sie erneut deutlich an. Pellets galten lange als vergleichsweise stabiler Brennstoff; seit 2021 und 2022 reagieren sie aber spürbarer auf Krisen, Lieferketten und hektische Vorratskäufe.

Der Blick zurück zeigt, wie heftig das ausschlagen kann: 2022 lag der Jahresdurchschnitt bei 519 Euro je Tonne. Energiekrise, Lieferkettenprobleme und Vorratskäufe trieben den Preis nach oben. Danach ging es auf 390 Euro je Tonne im Jahr 2023 und 289 Euro 2024 zurück. 2025 lag der Durchschnitt wieder bei 343 Euro. Zum Vergleich: 2015 kostete die Tonne im Jahresmittel 242 Euro, 2016 waren es 231 Euro, 2017 240 Euro, 2018 247 Euro, 2019 251 Euro, 2020 237 Euro und 2021 241 Euro.

Jahr Durchschnittspreis Heizwertpreis
2015 242 €/t 4,84 ct/kWh
2016 231 €/t 4,62 ct/kWh
2017 240 €/t 4,80 ct/kWh
2018 247 €/t 4,94 ct/kWh
2019 251 €/t 5,02 ct/kWh
2020 237 €/t 4,74 ct/kWh
2021 241 €/t 4,82 ct/kWh
2022 519 €/t 10,38 ct/kWh
2023 390 €/t 7,80 ct/kWh
2024 289 €/t 5,78 ct/kWh
2025 343 €/t 6,86 ct/kWh

Für 2026 meldete der bundesweite Endkundenpreis bei sechs Tonnen im Januar 405,33 Euro je Tonne, entsprechend etwa 8,11 Cent je Kilowattstunde. Im Februar waren es 422,73 Euro je Tonne beziehungsweise rund 8,45 Cent je Kilowattstunde auf Heizwertbasis. Im Januar lagen Pellets damit unter Erdgas mit 10,60 ct/kWh und Heizöl mit 8,98 ct/kWh; Pellets kosteten 8,11 ct/kWh.

Sommer günstiger, Herbst wieder teurer

Typischerweise sind Pellets im Spätwinter und Frühjahr teurer. Frühsommer und Sommer bringen häufig günstigere Angebote, ab Herbst ziehen die Preise wieder an. Die Monatswerte für 2025 zeigen das ziemlich anschaulich: Januar 306,35 Euro je Tonne, Februar 363,21, März 380,20, April 343,14, Mai 315,89, Juni 302,45, Juli 302,69, August 310,82, September 335,04, Oktober 366,25, November 392,62 und Dezember 397,46 Euro.

Sommerkäufe können das Preisrisiko gegenüber einem Winterkauf verringern. Praktisch heißt das: Lager nicht erst auffüllen, wenn draußen der erste Frost in die Finger beißt. Liefermengen sollten so geplant werden, dass im Kältepeak kein Nachkauf nötig wird. Wer vorsichtiger vorgehen möchte, kann Teilmengen über das Jahr verteilen, etwa im Verhältnis 60/40. Bei Winterbestellungen gehören Lieferzeit, Einblaspauschalen und Mindestabnahme schriftlich festgehalten.

Für Preisvergleiche muss man allerdings wissen, was überhaupt verglichen wird. Übliche Pelletindizes beziehen sich auf lose ENplus-A1-Ware, geliefert im Umkreis von 50 Kilometern, inklusive Nebenkosten und Mehrwertsteuer. Daneben existieren Netto-Preise für Lieferverträge, die eher gewerblich oder kommunal verwendet werden. Brutto-Endkundenpreis und Netto-Liefervertragspreis sind also nicht dasselbe. Als Rechengröße gelten meist 1 Tonne Pellets gleich 5.000 Kilowattstunden Heizwert; die Formel lautet: ct/kWh = €/t ÷ 5.000.

Was den Preis bewegt – vom Sägewerk bis zum Einblasstutzen

Die regionalen Unterschiede haben mehrere Ursachen: Holzverarbeitung, verfügbare Restholzmengen sowie Produktions- und Transportbedingungen. Zu den wichtigsten Einflussfaktoren zählen die Verfügbarkeit und die Kosten des Holzes, saisonale Nachfrageschwankungen, allgemeine Energiepreise sowie regionale Produktions- und Logistikkosten.

Rund 92 Prozent der deutschen Pellets stammen aus Sägenebenprodukten. Wie viel davon anfällt, hängt unter anderem von Baukonjunktur und Schnittholzproduktion ab. Eine schwache Bauwirtschaft kann das Angebot verringern. Deutschland produziert jährlich mehr als 3,5 Millionen Tonnen Pellets und gilt regelmäßig als Nettoexporteur; das Rohstoffpotenzial aus Sägenebenprodukten wird mit 7,5 Millionen Tonnen angegeben. Internationale Märkte wirken indirekt über Industriepellets, Handelsströme, Wetter, Kraftwerkseinsatz und Rohstoffkonkurrenz. Die EU-Sanktionen von 2022 umfassten auch Holzpellets, Importe aus Russland gingen danach stark zurück.

Teuer ist auch die Herstellung selbst. Die Trocknung verursacht je nach Anlagentechnik etwa 25 bis 29 Prozent der Produktionskosten. Dazu kommen Löhne, Instandhaltung, Finanzierung und Dienstleistungen. Die Inflation lag 2025 bei 2,2 Prozent, für Januar 2026 wurden 2,1 Prozent gemeldet.

Dann muss die Ware noch zum Haus. Meist fährt ein Lkw vor, Schläuche werden angeschlossen, und die Pellets werden eingeblasen. Dieselpreise, Fahrermangel, Maut, Regulierung und Tourenplanung beeinflussen die Rechnung. Händler- und Werksbestände können Preisspitzen abmildern – oder verstärken. Ein Kälteeinbruch erhöht kurzfristig Bestellungen, Lieferzeiten und regionale Engpässe.

Auch Wetter und Wald spielen hinein: Dürre, Stürme und Insekten beeinflussen die Holzverfügbarkeit. Der Holzeinschlag in Deutschland sank 2023 auf 70,6 Millionen Kubikmeter, 10,3 Prozent weniger als 2022.

Qualität, Lager und die Rechnung im Heizraum

Beim Einkauf zählen nicht nur Euro pro Tonne. Verbraucher sollten auf zertifizierte Qualität, Herkunft, Lieferbedingungen und Lieferkosten achten. Schlechte Pellets können viel Staub erzeugen, Störungen verursachen, mehr Feuchtigkeit und Asche mitbringen und weniger nutzbare Energie liefern. Für ENplus A1 gelten ab 2026 unter anderem mindestens 4,6 kWh/kg Heizwert, höchstens 10 Prozent Wassergehalt, höchstens 0,70 Prozent Aschegehalt, mindestens