Wer in Deutschland derzeit eine Nvidia GeForce RTX 5090 kaufen möchte, braucht starke Nerven – und ein ziemlich gut gefülltes Konto. Laut Geizhals kostet eine neue Karte mindestens 3.909 Euro plus Versand. Das günstigste Modell ist die Gainward GeForce RTX 5090 Phantom GS; inklusive Versand bleiben überhaupt nur drei Modelle unter der Marke von 4.000 Euro.

Am 7.10.2026 ist die Lage damit deutlich angespannter als noch vor gut einem Jahr. Als Ursache gilt eine weltweite Speicherkrise, die ungefähr seit Herbst 2025 auch Komponenten, Konsolen und Smartphones verteuert. Wann sich Lieferprobleme und Knappheit entspannen, ist offen. Nach aktueller Einschätzung könnten die Engpässe mindestens bis 2027 andauern. Ob die Preise wieder auf das Niveau von 2025 sinken, weiß derzeit niemand.

Vom Bestpreis zur 5.000-Euro-Spitze

Die Preisentwicklung der günstigsten RTX 5090 liest sich fast wie ein schlechter Börsenchart: Im Juli 2025 lag sie stabil bei 2.499 Euro, im August wurde mit 2.249 Euro sogar ein Bestpreis erreicht. Im Oktober überschritt das Modell erstmals die Marke von 3.000 Euro. Seit dem 6. Januar 2026 ist es nicht mehr darunter zu bekommen. Zwischenzeitlich kletterte der Preis bis auf knapp 5.000 Euro.

Bei vielen anderen RTX-5090-Modellen verlief die Kurve ähnlich. Die starken Schwankungen werden mit der unsicheren Marktlage und der unklaren GPU-Verfügbarkeit in Verbindung gebracht. Innerhalb von zwölf Monaten hat sich der Durchschnittspreis nahezu verdoppelt. Wer für den Sommer 2026 einen Kauf plant, sollte den Markt beobachten und bei einzelnen günstigen Angeboten rasch zugreifen. Viel Zeit zum Überlegen bleibt dann womöglich nicht.

Was für dieses Geld im Gehäuse steckt

Die GeForce RTX 5090 ist NVIDIAs Blackwell-Flaggschiff und die bisher leistungsstärkste veröffentlichte Consumer-GPU. Sie folgt auf die RTX 4090 und führt die RTX-5000-Generation an. Die Karte zeigt die maximale Leistung der Blackwell-Architektur in einer Single-GPU-Konfiguration und richtet sich an Nutzer, denen maximale Leistung wichtiger ist als der Preis.

Auf dem Datenblatt stehen 21.760 CUDA-Kerne, 32 GB GDDR7-Videospeicher, ein 512-Bit-Speicherbus und ein Speicherdurchsatz von 1.792 GB/s – also fast 1,8 TB/s. Dazu kommen Tensor Cores der fünften Generation, RT Cores der vierten Generation, ein Boost-Takt von 2,41 GHz und PCI Express 5.0. Die Architektur heißt Blackwell, der GPU-Chip GB202. Der Startpreis lag bei 1.999 US-Dollar.

Für Bildverbesserung und künstlich erzeugte Zwischenbilder unterstützt die RTX 5090 DLSS 4 mit Multi Frame Generation. Dabei entstehen mehrere KI-generierte Bilder pro tatsächlich gerendertem Frame, wodurch höhere 4K-Bildraten möglich werden. Auf dem Bildschirm kann die FPS-Zahl dadurch kräftig steigen; dieselbe Steigerung bei tatsächlich berechneten Bildern oder bei der Steuerungsreaktion darf man daraus aber nicht ableiten.

Die Karte ist für 4K- und 8K-Gaming mit aktiviertem Raytracing ausgelegt, außerdem für 3D-Rendering, Videoproduktion und KI-Inferenzaufgaben mit hohem VRAM-Bedarf. Die TDP beträgt 575 Watt. Ein leistungsstarkes Netzteil und eine gute Gehäusebelüftung sind daher keine Kür, sondern Voraussetzung.

Mehr Tempo als die RTX 4090 – aber keine Verdopplung

Gegenüber der RTX 4090 legt Blackwell bei den CUDA-Kernen um etwa ein Drittel zu, der Speicherdurchsatz steigt um fast 78 Prozent. Die Gaming-Leistung ohne Frame Generation liegt in 4K meist etwa 25 bis 30 Prozent über der älteren Karte. In einzelnen besonders anspruchsvollen Spielen sind es mehr als 30 Prozent. Bei „Black Myth: Wukong“ kommt die RTX 5090 in 4K auf etwa 62 FPS, die RTX 4090 auf etwa 47 FPS – ein Vorsprung von rund 32 Prozent.

Das ist ordentlich, aber eben keine Verdopplung. In 1440p wird die Leistung häufig durch die CPU begrenzt, in 1080p und teilweise ebenfalls in 1440p kann der zusätzliche Spielraum der GPU kaum genutzt werden. Größer fällt der Vorteil bei höherer Auflösung sowie intensivem Raytracing und Path Tracing aus. Ergebnisse mit DLSS und Multi Frame Generation müssen dabei von der tatsächlichen GPU-Leistung getrennt betrachtet werden.

Zum Vergleich: Die RTX 4090 arbeitet mit Ada Lovelace, 16.384 CUDA-Kernen, 24 GB GDDR6X, einem 384-Bit-Speicherbus und etwa 1.008 GB/s Speicherdurchsatz. Ihr Boost-Takt beträgt 2,52 GHz, sie nutzt PCI Express 4.0 und kommt auf ein TGP von 450 Watt. Der höhere angegebene Boost-Takt erlaubt allerdings keinen direkten Generationenvergleich über die Gigahertz-Zahl.

Auch der Energiehunger ist gestiegen: Das TGP wächst von 450 auf 575 Watt, rund 28 Prozent. Das liegt ungefähr auf dem Niveau des durchschnittlichen 4K-Gaming-Leistungszuwachses. Die Leistungssteigerung pro Watt fällt dadurch deutlich geringer aus als das Plus bei CUDA-Kernen und Speicherdurchsatz. Für ein System mit RTX 5090 wird ein Netzteil von etwa 1.000 Watt empfohlen; CPU und übrige Komponenten spielen beim tatsächlichen Bedarf natürlich mit.

Partnerkarten, Kühler und der Blick ins Gehäuse

Im 3DMark Time Spy Extreme Graphics erreicht die RTX 5090 Founders Edition etwa 25.431 Punkte. Eine MSI RTX 5090 SUPRIM SOC kommt auf ungefähr 26.345 Punkte, also 3,6 Prozent mehr. Die ASUS ROG Astral RTX 5090 OC schafft etwa 26.504 Punkte und liegt 4,2 Prozent darüber, während die GIGABYTE AORUS RTX 5090 MASTER mit rund 26.741 Punkten 5,2 Prozent über der Founders Edition landet.

Auch beim Raytracing bleiben die Unterschiede zwischen den Varianten gering. Größere Kühlsysteme steigern die Leistung des GB202 nur um wenige Prozent. Die Auswahl zwischen Founders Edition und übertakteter Partnerkarte sollte deshalb vor allem nach Kühlung, Lautstärke, Größe und Leistungsgrenze erfolgen. Die Founders Edition besitzt ein Dual-Slot-Design, ist etwa 304 Millimeter lang, nutzt ein überarbeitetes PCB und ein Double-Flow-Through-Kühlkonzept. Viele Partnerkarten sind dagegen deutlich größer und belegen drei oder mehr Slots.

Eine kleine Stolperfalle betrifft frühe Karten: Einzelne RTX-5090-Exemplare hatten weniger ROPs als vorgesehen. Eine reguläre RTX 5090 sollte 176 ROPs besitzen. Laut NVIDIA betraf das weniger als 0,5 Prozent der RTX 5090, RTX 5090D und RTX 5070 Ti; die Grafikleistung konnte dadurch um etwa 4 Prozent sinken. Das Problem wurde in neuen Produktionschargen behoben. Bei einer frühen oder gebrauchten Karte lohnt deshalb ein Blick in GPU-Z: Dort sollten 176 ROPs angezeigt werden.

Wo die 32 Gigabyte wirklich helfen

Die zusätzlichen 8 GB Videospeicher erhöhen die FPS in Spielen derzeit nur selten. Bei lokaler KI und anspruchsvollen 3D-Aufgaben kann der Unterschied zwischen 24 und 32 GB allerdings entscheidend sein, damit Modelle oder Szenen vollständig in den VRAM passen. In Blender liegt die RTX 5090 etwa 35 bis 40 Prozent vor der RTX 4090; auch bei bestimmten KI-Workloads fällt der Vorsprung größer aus als beim normalen Rasterisieren.

Blackwell unterstützt FP4, die angegebene KI-Leistung liegt bei 3.352 TOPS. Die 32 GB VRAM erweitern damit die Zahl der Modelle und Workloads, die vollständig auf der GPU ausgeführt werden können. Für die Videoverarbeitung bringt die Karte drei NVENC-Encoder der neunten Generation und zwei NVDEC-Decoder der sechsten Generation mit. Drei Hardware-Encoder sind vor allem für Videoschnitt, Streaming und die parallele Kodierung mehrerer Videostreams interessant.

Wer bereits eine RTX 4090 besitzt, bekommt durch einen Wechsel allein wegen normaler Gaming-FPS einen eher begrenzten Mehrwert. Für ein neues System, anspruchsvolles 4K mit Path Tracing, lokale KI oder große 3D-Szenen mit mehr als 24 GB VRAM sieht die Rechnung anders aus. Übertaktete Partnermodelle liegen meist nur 3 bis 5 Prozent über der Founders Edition – da entscheidet am Ende eher