SCHLiNGEL-Filmfestival Chemnitz zeichnet internationale Kinderfilme mit 19 Preisen aus
In Chemnitz wird heute gefeiert: Das 31. Internationale SCHLiNGEL-Filmfestival für Kinder und junges Publikum vergibt am 10. Oktober 2026 seine Preise. Seit dem 2. Oktober sind 194 Filme aus 60 Ländern zu sehen. Rund 25.000 Menschen kamen bisher – Kinder, Jugendliche, Filmfans und Fachbesucher aus aller Welt. Der diesjährige Programmschwerpunkt liegt auf Polen.
Ab 16 Uhr werden im Carlowitz Congresscenter Chemnitz insgesamt 19 Preise vergeben. Die Hauptpreise gehen nach Finnland, Deutschland, Polen sowie an eine ägyptisch-US-amerikanische Koproduktion. Die Kurzfilmpreise wurden bereits am 8. Oktober verliehen. Bei der Festivaleröffnung erhielt die chilenische Filmregisseurin und Animatorin Vivienne Barry einen Ehrenschlingel für ihr Lebenswerk.
Die Hauptpreise und Juryauszeichnungen
Der Europäische Kinderfilmpreis geht an „Winski und der Schatz der Wikinger“ aus Finnland. Regie führte Juha Wuolijoki. Den Hauptpreis der Stadt Chemnitz erhält „Lord“ aus Deutschland von Caren Wuhrer. Der Hauptpreis der Sächsischen Landesmedienanstalt geht an „Einfach zu alt für Märchen“ aus Polen, inszeniert von Kristoffer Rus.
Mit dem Sonderpreis des MDR wird „Happy Birthday – Die Geburtstagsfeier“ ausgezeichnet, eine Produktion aus Ägypten und den USA von Sarah Goher. Neels Junior Clasen bekommt den DIAMANT für die beste Kinder-Darstellerleistung in „Silas und der Eisbär auf dem Tafelberg“ aus Südafrika, Regie: Zandré Coetzer.
- Egmont-Elschner-Preis: „Die Neuen“ (Mexiko/Spanien, 2026), Regie: Rodrigo Plá
- Preis der Jugendjury: „Alles was bleibt“ (Südafrika, 2026), Regie: Jason Jacobs und Devon Delmar
- Preis der Juniorjury: „Bert, echt jetzt?“ (Schweden, 2025), Regie: Manuel Concha
- Preis der Kinderjury: „Die Fußball-Stickerbande“ (Brasilien, 2026), Regie: Lipe Binder
- Preis der Fair-Play-Jury: „Lord“ (Deutschland, 2026), Regie: Caren Wuhrer
Mehrfach ausgezeichnet
„Iron Boy“ aus Frankreich und Belgien von Louis Clichy sammelt gleich mehrere Auszeichnungen: den Animationsfilmpreis, den Club of Festivals Junior sowie den FIPRESCI-Jury-Preis. „Happy Birthday – Die Geburtstagsfeier“ erhält neben dem Sonderpreis des MDR auch den CIFEJ-Jury-Preis.
- Club of Festivals Kind: „Im Tiefen Fliegen Lernen“ (Irland/UK/Niederlande, 2026), Regie: Rebekah Fortune
- Club of Festivals Jugend: „Congo Boy“ (Zentralafrikanische Republik/Frankreich/Italien/Demokratische Republik Kongo, 2026), Regie: Rafiki Fariala
- ECFA-Preis: „Der Regenbogenfisch“ (Deutschland/Schweiz, 2026), Regie: Florian Moch
- Preis der Ökumenischen Jury: „I Matter“ (Rumänien/Deutschland/Belgien, 2026), Regie: Alina Șerban
Beim Publikum landet „Der Regenbogenfisch“ ebenfalls vorn: Florian Mochs Film erhält den Publikumspreis Chemnitz. Ein schöner Gleichklang – Jury und Zuschauerinnen und Zuschauer lagen hier auf derselben Wellenlänge.
Die Kurzfilme im Blick
Die vier Kurzfilmpreise wurden schon am 8. Oktober vergeben. In der Kategorie Spielfilm National gewann „Moon Unit“ aus Deutschland, Regie: Marlene Tanczik. Der Kurzfilmpreis Spielfilm International ging an „Drahtzieher“ aus Norwegen von Torfinn Iversen.
- Kurzfilmpreis Animation National: „Immerhin“ (Deutschland, 2026), Regie: Olaf Held und Jens Rosemann
- Kurzfilmpreis Animation International: „Hundeleben“ (Niederlande, 2025), Regie: Sophie Olga de Jong und Sytske Kok
Kinderfilm als Blick in die Welt
Das SCHLiNGEL-Festival reiht sich in eine internationale Kinderfilmtradition ein, die junge Zuschauerinnen und Zuschauer nicht mit vereinfachten Antworten abspeist. Das Internationale Kinderfilmfestival präsentiert seit über 20 Jahren Kinder- und Jugendfilmproduktionen für Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 14 Jahren. Die Filme greifen relevante Themen auf und zeigen Lebensrealitäten von Kindern aus aller Welt.
Gezeigt werden die Produktionen in ihrer Originalsprache und deutsch eingesprochen. So bleibt der Klang anderer Sprachen hörbar, während die Handlung verständlich wird. Der Ansatz soll das Bewusstsein für die Vielfalt des Mediums stärken und Interesse an fremden Kulturen wecken.
Zum Vergleich: Das Internationale Kinderfilmfestival in Wien wurde 1988 gegründet, wird von Anna Hofmann und Ines Wagner geleitet und dauert neun Festivaltage. Dort stehen 16 Filme auf dem Programm. Der nächste Festivaltermin ist vom 14. bis 22. November 2026. Kontakt: Steggasse 1, 1050 Wien, Telefon +43 676 5635291, E-Mail kinderfilmfestival@pitanga.at, Website kinderfilmfestival.at.
In Chemnitz dagegen läuft der Festivalbetrieb heute noch einmal auf Hochtouren: 19 Preise, viele Namen, kurze Filme, lange Gespräche – und im Carlowitz Congresscenter vermutlich etliche gespannte Gesichter, wenn die Umschläge geöffnet werden.
