Telekom und 1&1 erhöhen Internetpreise: Was Bauherren jetzt wissen müssen
Heute, am 3.10.2026, geht es in Baupreise nicht nur um Ziegel, Dämmung und Baustellenlärm. Auch die Kosten für den digitalen Anschluss ziehen an: Telekom und 1&1 haben zum 1. Oktober 2026 die Preise für viele Internettarife erhöht. Betroffen sind je nach Anbieter Neu- und teilweise Bestandskunden.
Für Haushalte, die gerade bauen, sanieren oder einen neuen Anschluss bestellen, kann das schnell spürbar werden. Ein paar Euro im Monat wirken zunächst überschaubar – bis sie sich über ein ganzes Jahr summieren. Bei der Telekom sind für viele aktuell vermarktete Internet-Kombitarife bis zu 5 Euro mehr im Monat fällig, also bis zu 60 Euro mehr pro Jahr.
Telekom: Mehrkosten je nach Paket
Bei den DSL-Tarifen der Reihe MagentaZuhause steigt der Monatspreis grundsätzlich um 1 Euro. Die Varianten Basic und Start bleiben davon ausgenommen. Glasfaseranschlüsse sowie MagentaZuhause XXL Hybrid kosten künftig 2 Euro mehr im Monat.
Auch Fernsehen wird teurer: Das Paket MagentaTV SmartStream steigt von 17 auf 20 Euro monatlich. Je nach Kombination können sich die einzelnen Erhöhungen auf insgesamt 5 Euro pro Monat summieren. Wer mehrere Bausteine gebucht hat, merkt den Unterschied daher eher auf der Rechnung als in irgendeiner großen Ankündigung.
Für Bestandskunden gilt zunächst: Der bisherige Preis bleibt bestehen, solange der Vertrag unverändert fortgeführt wird. Bei einem Tarifwechsel gelten dagegen die neuen Preise. Bereits bestellte, aber noch nicht freigeschaltete Anschlüsse behalten die Preise, die bei Vertragsabschluss vereinbart wurden. Geschäftskundentarife sind nicht betroffen.
Die Telekom begründet die Anpassungen mit gestiegenen Energiekosten, der hohen Inflation und der Finanzierung weiterer Glasfaserinvestitionen. Gerade beim Ausbau neuer Leitungen entstehen Kosten, lange bevor in jedem Haushalt tatsächlich ein schneller Anschluss genutzt wird.
Auch 1&1 passt Preise an
Bei 1&1 soll ein Teil der Bestandskunden bis zu 3 Euro mehr im Monat zahlen. Die Erhöhungen gelten ebenfalls für Anschlüsse von Tochtermarken wie sim24.de. Welche konkreten Verträge angepasst werden, ist laut dem zugrunde liegenden Artikel nicht vollständig bekannt.
Als Gründe nennt 1&1 steigende Energie- und Betriebskosten sowie höhere Vorleistungspreise örtlicher Ausbaupartner. Für Kundinnen und Kunden heißt das vor allem: den eigenen Vertrag, die nächste Rechnung und mögliche Schreiben des Anbieters genau anschauen. Nicht jede Änderung trifft jeden Anschluss.
Kündigung kann möglich sein
Steigt der Preis während der Vertragslaufzeit, haben Kunden ein Sonderkündigungsrecht. Das kann wichtig werden, wenn eine Erhöhung mitten in der Planung eines Umzugs, einer Sanierung oder eines neuen Bürostandorts auftaucht und ohnehin nach einer anderen Lösung gesucht wird.
Nach Ablauf der Mindestlaufzeit können Internetverträge grundsätzlich monatlich gekündigt werden. Ein Wechsel ist damit nicht automatisch die beste oder bequemste Lösung – aber die Tür bleibt offen. Gerade dort, wo mehrere Anbieter über dasselbe Netz arbeiten, lohnt ein nüchterner Blick auf Grundpreis, Geschwindigkeit, Fernsehen und mögliche Zusatzkosten.
Glasfaserausbau bleibt der große Hintergrund
Die Preisentscheidungen fallen in eine Phase, in der der deutsche Telekommunikationsmarkt kräftig in Bewegung ist. Die BREKO-Marktanalyse 2026 untersucht seine Entwicklung mit Schwerpunkt auf dem Ausbau von Glasfasernetzen. Im Auftrag des BREKO Bundesverbands Breitbandkommunikation betrachtet sie die aktuelle Geschäftslage der Netzbetreiber, die Investitionsbedingungen und die Fortschritte beim Netzausbau.
Ebenso geht es um den Wettbewerb zwischen der Deutschen Telekom und anderen Netzbetreibern, um Kooperationen beim Netzausbau und um die Gigabitförderung. Die wachsende Bedeutung von Rechenzentren gehört ebenfalls zu den untersuchten Themen – ein Bereich, in dem der Strombedarf, die Anbindung und die verfügbare Infrastruktur eng zusammenhängen.
Für die Analyse wurden Befragungsergebnisse von Netzbetreibern mit Sekundärdaten kombiniert. Untersucht wird, wo der Glasfaserausbau vorankommt, welche Rahmenbedingungen Investitionen bremsen und welche Chancen die steigende Nachfrage nach digitaler Infrastruktur bietet.
Leistungsfähige Netze gelten dabei als Voraussetzung, um umfassend von der digitalen Transformation zu profitieren. Auf der Baustelle klingt das manchmal weit weg. Bis der neue Anschluss gebraucht wird – für die Planung, das Homeoffice, die Haustechnik oder einfach für einen ruhigen Abend ohne ruckelndes Bild.
