Für Fahrgäste in Cottbus und im gesamten Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg wird es ab dem 1. Januar 2027 an mehreren Stellen teurer. Die VBB-Tarife steigen im Durchschnitt um 3,72 Prozent. Das klingt zunächst nach einer überschaubaren Zahl, macht sich aber je nach Ticket spürbar bemerkbar.

Eine kleine gute Nachricht gibt es für den Cottbuser Stadtverkehr: Das Einzelticket für Bus und Tram bleibt bei 2,70 Euro. Erst im Januar 2026 war es um 20 Cent teurer geworden. Auch in Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder) bleiben die Einzelfahrausweise im Tarifbereich AB bei 2,70 Euro. Die 4-Fahrten-Karten in diesen drei Städten behalten ebenfalls ihren Preis.

Mehrere Tickets in Cottbus werden teurer

Ganz ohne Aufschläge kommt Cottbus dennoch nicht davon. Ein Einzelticket für Cottbus und das Umland im Tarifbereich ABC kostet künftig 3,60 Euro statt 3,50 Euro. Das ermäßigte Einzelticket steigt von 2,50 auf 2,60 Euro. Für die ermäßigte Vier-Fahrten-Karte AB werden 6,40 Euro statt bisher 6,20 Euro fällig.

  • Die 24-Stunden-Karte Cottbus im Tarifbereich AB kostet künftig 5,90 Euro statt 5,60 Euro.
  • Die Tageskarte für das VBB-Gesamtnetz steigt von 28,50 auf 29,60 Euro.
  • Die monatliche VBB-Umweltkarte für Cottbus im Tarifbereich AB wird um 60 Cent teurer und kostet 53 Euro.

Bereits 2026 waren in Cottbus einige Angebote weggefallen, darunter die 7-Tage-Karte. Für 2027 ist keine weitere Reduzierung des Ticketangebots geplant, mehrere Fahrscheine werden aber teurer. Im Berliner Stadtverkehr bleibt das Einzelticket Berlin AB dagegen bei 4,00 Euro. Die 4-Fahrten-Karte Berlin AB kostet künftig 13,20 Euro, also 3,30 Euro je Fahrt. Die Kurzstrecke Berlin steigt von 2,80 auf 2,90 Euro, der Einzelfahrausweis Berlin ABC kostet künftig 5,20 Euro. In Potsdam AB geht es um 10 Cent auf 3,10 Euro hinauf.

Warum der VBB die Preise anpasst

Der VBB begründet die Anpassung mit der gestiegenen Inflationsrate, höheren Lebenshaltungskosten sowie höheren Strom- und Kraftstoffpreisen. Dazu kommen notwendige Investitionen in Fahrzeuge, Infrastruktur und moderne Verkehrssysteme. Damit soll das bestehende Verkehrsangebot gesichert und ein moderner, leistungsfähiger ÖPNV erhalten werden, ohne die zusätzlichen Belastungen für die Fahrgäste noch stärker ausfallen zu lassen.

Die Fahrgeldeinnahmen reichen weiterhin nicht aus, um die gesamten steigenden Kosten des öffentlichen Nahverkehrs zu decken. Die Finanzierung wird deshalb maßgeblich von Bund und Ländern getragen. Die Länder fordern den Bund auf, die im Koalitionsvertrag angekündigte Erhöhung der Regionalisierungsmittel zügig umzusetzen. 2026 lag die durchschnittliche Preiserhöhung für VBB-Tickets noch etwa doppelt so hoch.

Grundlage der neuen Preise ist das VBB-Tarifentwicklungsverfahren. Der VBB-Tarifindex berücksichtigt die Entwicklung der Lebenshaltungskosten sowie der Strom- und Kraftstoffpreise. Betrachtet wird dabei ein Zeitraum von 60 Monaten – nicht bloß der vergangene Winter mit seinen schwankenden Energiepreisen.

Umweltkarte und Deutschlandticket im Vergleich

Für Berlin und Brandenburg kostet die monatliche VBB-Umweltkarte künftig 283,90 Euro. Sie wird damit um zehn Euro teurer und ist mehr als viermal so teuer wie das Deutschlandticket. Dafür bietet sie einen Vorteil, den das Deutschlandticket nicht hat: Zu bestimmten Zeiten ist die Mitnahme weiterer Personen erlaubt.

Montags bis freitags gilt diese Mitnahmeregelung von 20 bis 3 Uhr. Samstags, sonntags und feiertags darf sie ganztägig genutzt werden, ebenso am 24. und 31. Dezember. Mitgenommen werden dürfen ein Erwachsener und bis zu drei Kinder bis einschließlich 14 Jahre. Kinder unter sechs Jahren fahren im ÖPNV grundsätzlich kostenlos – auch das bleibt so.

Beim Deutschlandticket ist der Preis für 2027 noch nicht endgültig festgelegt. Er soll künftig anhand einer Formel berechnet werden, in die unter anderem Personal- und Energiekosten, staatliche Kompensationszahlungen sowie die Ticketeinnahmen einfließen. Prognosen der Deutschen Umwelthilfe und des „Tagesspiegels“ zufolge könnte der Monatsbetrag um 3,40 Euro auf 66,40 Euro steigen.

Alte Fahrscheine bleiben teilweise gültig

Wer noch Fahrausweise aus dem Jahr 2026 besitzt, muss nicht sofort zum Schalter laufen. Fahrausweise mit Datumsangabe bleiben innerhalb der aufgedruckten zeitlichen Gültigkeit gültig. Im Voraus gekaufte, entwertungsbedürftige Fahrausweise, deren Preise sich zum 1. Januar 2027 ändern, können noch bis zum 30. Juni 2027 genutzt werden.

Alternativ lassen sich diese Fahrausweise beim ausstellenden Verkehrsunternehmen zur Erstattung einreichen. Entwertungsbedürftige Tickets, deren Preise unverändert bleiben, behalten ihre Gültigkeit. Die vollständige Übersicht der neuen Preise ist auf vbb.de/tickets/ abrufbar. Gerade bei den kleinen Preisänderungen lohnt sich dort ein kurzer Blick, bevor man am Automaten steht und die Münzen zählt.