Heute ist der 22.10.2026. Das Bauwesen in Deutschland zeigt sich trotz anhaltendem Fachkräftemangel in einem positiven Licht. Ende September 2026 waren bundesweit 37.694 junge Menschen in einer Bauausbildung – das sind 4,9 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Ein erfreulicher Anstieg, denn 12.209 Personen haben im Jahr 2026 eine Ausbildung in der Bauwirtschaft begonnen. Besonders gefragt sind Berufe wie Tiefbaufacharbeiter, Zimmerer und Maurer. Hier hat die Branche offenbar den richtigen Riecher für die Bedürfnisse des Marktes.

Bayern führt im Ländervergleich mit der höchsten Zahl an Auszubildenden. Das ist nicht verwunderlich, denn die Ausbildung im Baugewerbe bietet attraktive Perspektiven und vergleichsweise hohe Ausbildungsvergütungen. In Baden-Württemberg beispielsweise können Auszubildende im ersten Lehrjahr gut 1.100 Euro monatlich verdienen, im dritten Lehrjahr sogar mehr als 1.600 Euro. Das sind wirklich ansehnliche Zahlen. Die Karrierewege führen von der Gesellenprüfung über den Meisterbrief bis hin zur Selbstständigkeit – ein klarer Vorteil für die jungen Leute, die in dieser Branche Fuß fassen wollen.

Positive Entwicklungen und Herausforderungen

Der positive Trend in der Ausbildung hält bereits seit zwei Jahren an. Während in anderen Wirtschaftszweigen Beschäftigungen abgebaut werden, investieren Bauunternehmen weiterhin in die Ausbildung eigener Fachkräfte. Das zeigt, wie wichtig es ist, auch in schwierigen Zeiten in den Nachwuchs zu investieren. Zudem wurde im April 2026 ein bundesweit einheitlicher Tarifsatz eingeführt, der die Ausbildungskosten für kleinere Unternehmen senkt und damit die Attraktivität der Berufe weiter steigert.

Am 20. Oktober fand der Infotag Bauausbildung in sieben Ausbildungszentren in Baden-Württemberg statt. Jugendliche hatten die Möglichkeit, Bauberufe hautnah zu erleben – vom Mauern über Fliesenschneiden bis hin zur Bedienung eines Minibaggers. Das sind praktische Einblicke, die den jungen Leuten zeigen, was sie erwartet. Im Ausbildungsjahr 2025/2026 wurden in Baden-Württemberg über 5.600 Nachwuchskräfte ausgebildet. Digitalisierung und moderne Technologien machen auch vor den Bauberufen nicht halt. Sie verändern die Berufsbilder und schaffen zusätzliche Karriereperspektiven.

Ein Blick auf die Beschäftigungssituation

Die Beschäftigung im Bauhauptgewerbe hat sich in den letzten Jahren ebenfalls positiv entwickelt. Von 2009 bis 2023 wurden rund 222.000 Netto-Beschäftigte eingestellt. Nach einem kleinen Rückgang im Jahr 2024, wo die Beschäftigung um 1,2 % sank, stieg die Zahl 2025 wieder. Für 2026 wird ein weiterer Anstieg von 10.000 Personen beziehungsweise 1 % prognostiziert, was die Beschäftigtenzahl auf 933.000 bringen sollte. Es wird jedoch auch betont, dass ein nachhaltiger Kapazitätsaufbau Vertrauen in eine stabile Baukonjunktur erfordert.

Die Zahl der arbeitslosen Baufachkräfte ist in den letzten Jahren stark gesunken. Im ersten Halbjahr 2026 sank die Zahl der Arbeitslosen mit bauhauptgewerblichen Berufen um 5,9 %. 2025 gab es nur noch 41.150 arbeitslose Baufachkräfte. Das bedeutet, dass es im Bauwesen einen gewissen Fachkräftemangel gibt, der jedoch durch die verstärkte Ausbildung junger Leute und die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte ausgeglichen werden sollte.

Ein weiterer interessanter Punkt ist der Anstieg des Ausländeranteils im Bauhauptgewerbe, der von 8 % im Jahr 2009 auf 25 % im Jahr 2025 kletterte. Das zeigt, dass die Branche zunehmend auf internationale Fachkräfte angewiesen ist. Diese Entwicklung könnte angesichts der demografischen Veränderungen und des zunehmenden Fachkräftemangels in den nächsten Jahren noch wichtiger werden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Bauwirtschaft in Deutschland trotz der Herausforderungen, die der Fachkräftemangel mit sich bringt, auf einem guten Weg ist. Die Zahlen sprechen für sich: Mehr Auszubildende, steigende Beschäftigungszahlen und innovative Ansätze in der Ausbildung sind ein starkes Zeichen für die Zukunft der Branche.