Baukosten in Sachsen-Anhalt steigen weiter: Rohbau und Ortskanäle als Preistreiber
In Sachsen-Anhalt steigen die Bauleistungspreise weiter. Das Statistische Landesamt Sachsen-Anhalt meldet für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude im August einen Anstieg um 6,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Indexstand kletterte auf 147,9 – Basis ist das Jahr 2021 mit 100. Gegenüber Mai verteuerte sich der Wohnungsbau um 1,0 Prozent.
Die Zahlen, veröffentlicht am 7. Oktober 2026, beziehen sich auf Sachsen-Anhalt mit dem Bezugspunkt Halle (Saale). Sie zeigen keinen einzelnen Preissprung, sondern eine Entwicklung, die sich durch viele Gewerke zieht. Mal geht es kräftig nach oben, mal bleibt ein Bereich stehen, und gelegentlich wird eine Leistung sogar etwas günstiger.
Rohbau bleibt ein Preistreiber
Bei den Rohbauarbeiten an Wohngebäuden lag der Jahresanstieg im August bei 6,5 Prozent. Gegenüber Mai erhöhten sich die Preise um 0,7 Prozent auf einen Indexstand von 141,9. Besonders deutlich verteuerten sich Entwässerungskanalarbeiten: Sie lagen 10,9 Prozent über dem Vorjahreswert und erreichten einen Indexstand von 187,6.
Auch Erdarbeiten wurden mit einem Plus von 10,3 Prozent spürbar teurer. Bei Ramm-, Rüttel- und Pressarbeiten zeigte sich dagegen ein kleiner Rückgang von 0,4 Prozent. Ein Unterschied, der auf dem Papier winzig aussieht, in einer großen Ausschreibung aber durchaus ins Gewicht fallen kann.
Ein Blick zurück auf Mai 2026 macht die Bewegung noch deutlicher: Damals waren die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude gegenüber Mai 2025 um 6,2 Prozent auf 146,5 gestiegen. Gegenüber Februar 2026 betrug der Anstieg 2,4 Prozent. Die Rohbauarbeiten lagen im Mai binnen Jahresfrist ebenfalls 6,5 Prozent höher; im Vergleich zum Februar gab es ein Plus von 3,1 Prozent auf 140,9. Entwässerungskanalarbeiten verteuerten sich damals um 10,2 Prozent auf einen Indexstand von 183,8, Erdarbeiten um 10,0 Prozent. Ramm-, Rüttel- und Pressarbeiten wurden um 0,5 Prozent günstiger.
Auch beim Ausbau geht es nach oben
Die Ausbauarbeiten an Wohngebäuden lagen im August 5,8 Prozent über dem Vorjahresniveau. Gegenüber Mai stiegen sie um 1,1 Prozent auf 152,6. Maler- und Lackierarbeiten sowie Bodenbelagarbeiten verteuerten sich jeweils um 10,4 Prozent. Dämm- und Brandschutzarbeiten an technischen Anlagen legten um 9,8 Prozent zu.
Beschlagarbeiten blieben unverändert. Aufzugsanlagen, Fahrtreppen, Fahrsteige und Förderanlagen wurden um 0,3 Prozent günstiger, Betonwerksteinarbeiten um 1,9 Prozent. Rollladenarbeiten verteuerten sich gegenüber dem Vorquartal um 3,0 Prozent.
Im Mai hatten Ausbauarbeiten im Jahresvergleich ebenfalls 5,8 Prozent mehr gekostet und gegenüber Februar 2026 um 1,8 Prozent zugelegt. Der Indexstand lag bei 150,9. Damals stiegen die Preise für Putz- und Stuckarbeiten um 9,8 Prozent, Maler- und Lackierarbeiten einschließlich Beschichtungen um 9,3 Prozent. Beschlagarbeiten blieben auch zu diesem Zeitpunkt preislich unverändert. Aufzugsanlagen, Fahrtreppen, Fahrsteige und Förderanlagen waren im Mai um 1,4 Prozent günstiger.
Schönheitsreparaturen in Wohnungen lagen im August 8,4 Prozent über dem Vorjahreswert. Gegenüber dem Vorquartal betrug der Anstieg 1,8 Prozent, der Indexstand lag bei 162,0. Im Mai 2026 hatte diese Hauptgruppe einen Indexstand von 159,1 erreicht; das waren 8,2 Prozent mehr als im Mai 2025 und 3,0 Prozent mehr als im Februar 2026.
Straßenbau und Ortskanäle mit hohen Indexständen
Den höchsten genannten Indexstand erreichte die Hauptgruppe Ortskanäle: 163,6. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Preise um 8,8 Prozent. Im Mai lag der Index noch bei 161,5, mit einem Jahresanstieg von 8,4 Prozent. Maßgeblich waren damals die Entwässerungskanalarbeiten, die um 9,2 Prozent zulegten.
Im Straßenbau stand der Index im August bei 161,9, der Jahresanstieg betrug 8,4 Prozent. Für den Quartalsvergleich im Mai wurde hier der höchste Anstieg ausgewiesen: Gegenüber Mai 2025 erhöhten sich die Preise um 7,9 Prozent, gegenüber Februar 2026 um 5,0 Prozent. Der Indexstand lag damals bei 159,9.
Weitere Werte aus dem August: Bürogebäude kamen auf einen Index von 149,5 und lagen 5,8 Prozent über dem Vorjahr. Gewerbliche Betriebsgebäude erreichten 146,9, ebenfalls mit einem Plus von 5,8 Prozent. Außenanlagen lagen bei 156,2 und verteuerten sich um 7,2 Prozent.
Für Mai 2026 weist die Statistik bei Bürogebäuden einen Indexstand von 148,0 aus, mit 5,7 Prozent mehr als im Vorjahr und 2,0 Prozent mehr als im Februar. Gewerbliche Betriebsgebäude lagen bei 145,6, der Jahresanstieg betrug 5,8 Prozent, gegenüber Februar waren es 2,2 Prozent. Außenanlagen erreichten 154,9; sie lagen 7,6 Prozent über dem Vorjahr und 3,4 Prozent über dem Februarwert.
Ein breiter Blick auf viele einzelne Leistungen
Die Statistik der Bauleistungspreise wird vierteljährlich erstellt und erfasst die Preisentwicklung von etwa 170 repräsentativen Bauleistungen in Sachsen-Anhalt. Genau darin liegt ihre Stärke: Nicht nur der große Wohnungsbau wird sichtbar, sondern auch das Kleinteilige – vom Erdreich über die Kanalisation bis zum Rolladen und zur Beschichtung.
Namentlich genannte Personen, politische Reaktionen, konkrete Auslöser oder weitergehende Stellungnahmen werden in den vorliegenden Angaben nicht genannt. Fest steht nur, was auf den Baustellen ohnehin schnell auffällt: Wenn mehrere Gewerke gleichzeitig teurer werden, wird die Kalkulation enger. Und irgendwo läuft trotzdem gerade eine Rüttelplatte.
