Fünf Schwestern bauen ihren Eltern ein neues Zuhause in Vietnam
Fünf Schwestern bauen ihren Eltern ein neues Zuhause: In der Gemeinde Ham Thuan Bac in der Provinz Lam Dong ist ein eingeschossiges Haus mit 126 Quadratmetern entstanden. Nguyen Thi Luong Xuan, Jahrgang 1992, und ihre vier Schwestern wollten damit einen lang gehegten Wunsch erfüllen. Zuvor gehörte der Ort zur Gemeinde Ham Tri im Bezirk Ham Thuan Bac, Provinz Binh Thuan.
Das alte Familienhaus war fast 30 Jahre alt und baufällig. Während der Regenzeit drang an mehreren Stellen Wasser ein, die Räume wurden feucht und schimmelig. Nachdem alle fünf Schwestern geheiratet hatten und in benachbarten Dörfern lebten, blieben die Eltern trotzdem dort. Also legten sie zusammen – und entschieden sich für einen Neubau, geräumiger und stabiler als das bisherige Zuhause.
Ein Haus mit vertrauten Linien
Der Bau begann im Juni 2026 und war nach vier Monaten abgeschlossen. Das neue Haus entstand auf dem Familiengrundstück und wurde in derselben Ausrichtung wie das alte errichtet. Auch einige Gestaltungselemente blieben ähnlich. So sollten die örtlichen Gegebenheiten berücksichtigt und Erinnerungen an das Elternhaus bewahrt werden.
Vor dem ersten Spatenstich besprach die Familie verschiedene moderne Entwürfe mit dem Bauunternehmer. Die Planung wurde an das Grundstück, die Umgebung und das verfügbare Budget angepasst. Das Ergebnis ist sieben Meter breit und 18 Meter lang. Im Inneren liegen ein Wohnzimmer mit angrenzender Küche, drei Schlafzimmer und ein Gebetsraum.
Für die Schwestern war ein eingeschossiger Bau keine Notlösung, sondern eine bewusste Entscheidung. Die Eltern können sich ohne Treppen zwischen den Räumen bewegen, der Reinigungsaufwand bleibt überschaubar und die Baukosten liegen niedriger als bei einem mehrgeschossigen Haus. Außerdem gibt es keine ungenutzten Räume im oberen Stockwerk – wozu auch?
Die Fassade und die Fensterrahmen erhielten stilisierte Details und geschwungene Formen. Ein großer Teil des Grundstücks blieb als Vorgarten frei. Dort können Fahrzeuge abgestellt werden; außerdem ist Platz für Familientreffen und gemeinsame Mahlzeiten unter freiem Himmel. Gerade in einem warmen Klima ist so ein Stück freie Fläche vor dem Haus schnell mehr als bloße Dekoration.
Schlicht innen, rund außen
Innen setzten die Schwestern auf eine zurückhaltende Gestaltung, damit die 126 Quadratmeter möglichst gut genutzt werden. Weiße und graue Farbtöne lassen die Räume größer und luftiger wirken. Türen und Fenster mit geschwungenen Formen bringen zusätzlich Licht und Luft herein und geben dem Haus sein eigenes Gesicht.
Laut Xuan beliefen sich die Gesamtkosten auf rund 1 Milliarde VND. Etwa 700 Millionen VND entfielen auf den Rohbau, der Rest auf Vorder- und Hinterhof sowie die Inneneinrichtung. Bezahlt wurde alles gemeinsam von den fünf Schwestern.
Nach der Fertigstellung sagten sie, sie hätten sich damit ihren lange gehegten Wunsch erfüllt: den Eltern ein neues Zuhause zu bauen. Xuan bezeichnete das Haus als Altersruhesitz für Mutter und Vater – und als Ort, der die jüngeren Familienmitglieder mit ihren familiären Wurzeln verbindet.
Was Bauen in Vietnam sonst kostet
Der konkrete Betrag lässt sich nicht ohne Weiteres auf andere Projekte übertragen. In Vietnam hängen die Baukosten vor allem von der Lage, der Größe und dem Design, den Materialien sowie den Arbeitskräften ab. Grundstückspreise, Genehmigungsgebühren, Infrastruktur und Transport können sich zwischen Städten und ländlichen Regionen stark unterscheiden. Größere Vorhaben erzielen mitunter Skaleneffekte, während komplexe Architektur, hochwertige Ausstattung und besondere Tragwerkslösungen Planung, Engineering und Ausführung verteuern.
Bei den Materialien spielen Qualität, Haltbarkeit und Nachhaltigkeit eine Rolle. Importierte Produkte kosten wegen Transport und Einfuhrsteuern meist mehr; lokale Materialien sind oft günstiger, können aber Qualitätsunterschiede aufweisen. Auch globale Preise für Stahl, Zement und Holz schlagen durch. Einschränkungen beim Sandabbau in mehreren Provinzen haben Sand verteuert und bei größeren Projekten die Fundamentkosten erhöht.
Arbeitskosten richten sich nach Qualifikation, Verfügbarkeit und Region. Fachkräfte in Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt verlangen mehr als Beschäftigte in kleineren Städten, Spezialarbeiten treiben den Preis weiter nach oben. Bei Wohnbauten machen Arbeitskosten typischerweise 30–40 Prozent der Gesamtkosten aus.
Als grobe Orientierung nennt der recherchierte Kostenüberblick für einen einfachen Bau mit lokalen Standardmaterialien 7–11 Mio. VND pro Quadratmeter, umgerechnet 275–430 US-Dollar. Ein mittlerer Standard mit besseren Oberflächen, importierten Armaturen und flächendeckender Klimaanlage liegt bei 12–18 Mio. VND beziehungsweise 470–700 US-Dollar pro Quadratmeter. Für einen Luxusbau mit Premium-Materialien, individueller Architektur und hochwertiger Innenausstattung werden mehr als 23 Mio. VND oder über 900 US-Dollar je Quadratmeter angesetzt. Schlüsselfertige Leistungen in Ho-Chi-Minh-Stadt werden für ein Standard-Reihenhaus mit etwa 20 Mio. VND pro Quadratmeter angegeben.
Hinzu kommen typischerweise 15–25 Prozent für Bauunternehmer und Projektmanagement. Eine Reserve von 10–20 Prozent für Kostenüberschreitungen gilt als sinnvoll. Architektur- und Planungskosten liegen üblicherweise bei 5–15 Prozent des gesamten Baubudgets; bei typischen Wohn- oder kleineren Gewerbeprojekten werden etwa 150–450 Mio. VND, also 5.700–17.100 US-Dollar, genannt. Ausschlaggebend sind Größe, Komplexität und der Ruf des Planungsbüros.
Auch behördliche Posten gehören in die Rechnung. Baugenehmigungen kosten ungefähr 1 Mio. VND, rund 38 US-Dollar, bis über 200 Mio. VND oder 7.600 US-Dollar – abhängig von der Projektgröße. Gebühren für Landnutzungsrechte können in Städten mehrere Milliarden VND erreichen.
Bei vorhandener Infrastruktur werden für den Stromanschluss etwa 1,5–5 Mio. VND fällig, für Wasser anfänglich etwa 1–3 Mio. VND. Gas schlägt bei Flaschen- oder Flüssiggasversorgung mit ungefähr 1 Mio. VND für Flaschenpfand und Regler zu Buche. Ein Glasfaseranschluss kostet etwa 200.000 bis 1 Mio. VND, monatliche Kosten nicht eingerechnet.
Das Grundstück ist oft der große Brocken
Die genannten Grundstückspreise machen deutlich, wie unterschiedlich die Rechnung ausfallen kann. Für Hanoi werden durchschnittlich 36,93 Mio. VND beziehungsweise 1.403 US-Dollar pro Quadratmeter genannt; pro Acre sind es etwa 149,46 Mrd. VND oder 5,68 Mio. US-Dollar. Ho-Chi-Minh-Stadt liegt bei 167,24 Mio. VND oder 6.355 US-Dollar pro Quadratmeter und etwa 676,93 Mrd. VND beziehungsweise 25,72 Mio. US-Dollar pro Acre.
Für Da Nang nennt der Überblick 31,9 Mio. VND, 1.212 US-Dollar, pro Quadratmeter. In Quang Nam sind es 19,15 Mio. VND oder 728 US-Dollar. Das entspricht ungefähr 129,08 Mrd. VND beziehungsweise 4,91 Mio. US-Dollar pro Acre in Da Nang und 77,5 Mrd. VND oder 2,95 Mio. US-Dollar in Quang Nam. Als weiteres Beispiel werden durchschnittlich 4,3 Mrd. VND, 163.400 US-Dollar, in Ho-Chi-Minh-Stadt gegenüber 1,66 Mrd. VND beziehungsweise 63.080 US-Dollar in Thanh Hoa genannt.
Wer nicht vietnamesischer Staatsbürger ist, kann in Vietnam kein Land besitzen. Das Land gehört dem Staat; erworben werden befristete Landnutzungsrechte, grundsätzlich für maximal 50 Jahre und einmal verlängerbar. Für Ausländer gibt es dennoch mehrere Wege, ein Haus zu bauen: Über einen vietnamesischen Ehepartner hält dieser die Landnutzungsrechte, während das Haus auf beide Namen registriert werden kann. Möglich ist auch eine vietnamesische Gesellschaft, meist eine LLC oder Aktiengesellschaft, die mit einem Investment Registration Certificate Landnutzungsrechte für Entwicklungsprojekte erwirbt. Dafür fallen zusätzliche Gründungs- und laufende Compliance-Kosten an.
In genehmigten Wohnprojekten bieten Entwickler teilweise Land-und-Bau-Pakete an. Ausländer erhalten dort in der Regel ein 50-jähriges, einmal verlängerbares Nutzungsrecht am fertiggestellten Haus. Treuhänder- oder Nominee-Lösungen, bei denen ein vietnamesischer Nominee das Land hält, sind dagegen riskant und rechtlich nicht durchsetzbar; im Streitfall ist der Nominee der rechtliche Eigentümer. Vor einer Investition wird deshalb unabhängige Rechtsberatung empfohlen, weil die gewählte Struktur Baukosten, Verkaufs- und Vermietungsmöglichkeiten sowie die Vererbung beeinflusst.
Bauen oder kaufen?
Bei einem einfachen Neubau werden 7–11 Mio. VND pro Quadratmeter genannt. Bestehende Wohnungen in Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt kosten 2026 durchschnittlich 70–90 Mio. VND pro Quadratmeter. Selbst eine mittlere Bauqualität mit 15–18 Mio. VND pro Quadratmeter liegt damit deutlich unter den Preisen fertiger Wohnungen in guten Lagen – allerdings kommen beim Bauen Grundstück oder Landnutzungsrechte, Planung, Genehmigungen, Versorgungsanschlüsse und Projektmanagement noch obendrauf.
Ein Neubau dauert typischerweise 8–14 Monate. In dieser Zeit ist Kapital gebunden, meist entstehen keine Mieteinnahmen. Vom Grundstückserwerb über Planung und Genehmigungen bis zur Auswahl des Bauunternehmers können weitere 3–6 Monate vergehen; von der ersten Entscheidung bis zum Einzug sind daher meist 12–18 Monate realistisch. Der Fall der fünf Schwestern war mit vier Monaten deutlich schneller abgeschlossen.
Beim Kauf kommen Transaktionssteuern, Registrierungsgebühren und Maklerprovisionen von insgesamt etwa 5–8 Prozent hinzu. Dafür ist die Wohnung sofort nutzbar oder vermietbar. Für Ausländer ist Kaufen rechtlich meist einfacher, weil viele verfügbare Einheiten in genehmigten Projekten bereits über eine „Pink Book“-Dokumentation verfügen. Bauen kann finanziell sinnvoll sein, wenn der Zugang zu Landnutzungsrechten bereits besteht, ein individuelles Haus gewünscht ist und sich der Zeitplan bewältigen lässt. Kaufen ist in der Regel schneller, einfacher und rechtlich übersichtlicher.
Für das Haus der fünf Schwestern war die Rechnung letztlich nicht nur eine Frage von Quadratmetern und VND. Sie haben dort gebaut, wo die Familie schon war, mit vertrauter Ausrichtung, einem freien Vorgarten und genug Raum für die nächste gemeinsame Mahlzeit. Die alten Wände sind verschwunden. Der Platz selbst ist geblieben.
