Haribo streicht 300-Millionen-Euro-Fabrik in Neuss und modernisiert MAOAM-Werk
Neuss verliert ein geplantes Großprojekt: Haribo hat den Neubau einer Produktionsstätte im Gewerbegebiet Neuss-Holzheim endgültig abgesagt. Die Entscheidung fiel nach fast zehn Jahren Planung und wurde am 29.09.2026 mit veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen begründet.
Vorgesehen war eine neue Fabrik für rund 300 Millionen Euro. Bis zu 100 zusätzliche Arbeitsplätze sollten entstehen. Nach aktuellem Stand werden diese Stellen nun voraussichtlich nicht geschaffen. Für den Rhein-Kreis Neuss entfällt damit ein bedeutendes Ansiedlungs- und Investitionsvorhaben – und für die lokale Bauwirtschaft ein kräftiger Impuls für Industrieflächen und Bauaufträge.
Bestehender MAOAM-Standort rückt in den Mittelpunkt
Statt neu zu bauen, will Haribo den bestehenden MAOAM-Standort in Neuss modernisieren und weiterentwickeln. Dort wird bereits seit den 1980er-Jahren produziert. Die rund 350 Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben. Das Unternehmen will vorhandene Ressourcen in die Instandsetzung und technische Modernisierung der Infrastruktur stecken.
Die Produktion soll dadurch effizienter werden, der Standort langfristig gesichert. Haribo bezeichnet Neuss als wichtigen Bestandteil der eigenen langfristigen Strategie und will das Werk schrittweise zukunftsfähig machen. Der Konzern bleibt der Region also verbunden – nur der große Sprung auf die neue Fläche fällt weg.
Globale Krisen, hohe Kosten, wenig Planungssicherheit
Der Absage ging laut Haribo eine umfassende Prüfung voraus. Die Stadt Neuss wurde über die Entscheidung informiert. Als Gründe nennt das Unternehmen die Auswirkungen globaler Krisen, veränderte Marktbedingungen und deutlich gestiegene Baukosten. Hinzu komme, dass industrielle Großprojekte inzwischen schwerer verlässlich planbar und für die kommenden Jahre schwieriger zu kalkulieren seien.
Das Holzheimer Vorhaben galt über Jahre als eines der zentralen Expansionsprojekte Haribos in Nordrhein-Westfalen und als eines der bedeutendsten geplanten Industrieprojekte in Neuss. Nun endet der fast zehnjährige Planungsprozess ohne neuen Baukörper, ohne zusätzliche Produktionslinie und ohne die angekündigten bis zu 100 Stellen.
Für die Bauwirtschaft vor Ort ist das keine Kleinigkeit. Mit dem Verzicht auf die 300-Millionen-Euro-Investition verschwinden auch erwartete Aufträge, Folgeeffekte und ein wesentlicher Entwicklungsschub für die geplanten Industrieflächen. Wo eigentlich Bagger, Kräne und lange Bauphasen erwartet wurden, bleibt es zunächst beim bestehenden Werk.
Expansion wird zu Erneuerung
Haribos Schwerpunkt verschiebt sich damit von der Expansion zur Konsolidierung und technologischen Erneuerung. Die Marke MAOAM soll wettbewerbsfähig bleiben, während die vorhandene Infrastruktur Schritt für Schritt instand gesetzt und modernisiert wird. Das klingt weniger spektakulär als ein Neubau – ist für einen laufenden Produktionsstandort aber die praktischere, wenn auch deutlich unscheinbarere Baustelle.
Der vorliegende Kontext aus der Bertelsmann Stiftung zur Investitionstätigkeit der Industrie in Deutschland enthält keinen auslesbaren Nachrichtenartikel: Die bereitgestellte Datei besteht aus Binärdaten beziehungsweise PDF-Struktur. Konkrete zusätzliche Aussagen zu Haribo, Neuss oder dem Bauprojekt lassen sich daraus daher nicht ableiten.
Heute bleibt in Holzheim vor allem eine Zahl hängen: 300 Millionen Euro, die nicht investiert werden. In Neuss selbst richtet sich der Blick nun auf die Modernisierung des MAOAM-Werks – und auf die rund 350 Arbeitsplätze, die dort weiter bestehen sollen.
